Berner Wahlkampfmethoden
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Sie gehen auf die Strasse und in die Berge, lancieren eine Handy-Anwendung oder lassen die Musik spielen.
Denn klar ist: Wer am 23. Oktober 2011 genug Stimmen erhalten will, muss hervorstechen. Auf dem Internet ist inzwischen fast jeder Kandidat mit einer eigenen Seite präsent. Weit verbreitet sind dabei mehr oder weniger regelmässige Blog-Einträge, wie ein Augenschein im Internet ergibt.
Allerdings stellt sich die Frage, wie wirkungsvoll die Auftritte im Netz sind. Unter vielen Blog-Einträgen herrscht nämlich statt angeregter Diskussion mitunter gähnende Leere: «Kein Kommentar» oder «0 Comments» von den Internet-Nutzern. Mehrere Kandidierende informieren überdies via Facebook oder Twitter über ihre Aktivitäten.
Einen neuen Kanal nutzt FDP-Ständeratskandidat Christian Wasserfallen. Der Berner Nationalrat lancierte kürzlich auf seiner Internetseite seine eigene «Wasserfallen App» für das iPhone. Die Anwendung enthält untere anderem Bilder und Links zu ausgewählten Themen wie der Energiedebatte.
Wandernde Politiker
Doch nicht nur die virtuelle Präsenz zählt für Politiker; sie suchen auch die Nähe zum Stimmvolk. Bei den Grünen haben sich deshalb Nationalrat Alec von Graffenried und Grossrätin Christine Häsler eine sechstägige Wanderung ab Ende Juli durch das Berner Oberland vorgenommen.
Der Ständeratskandidat und die Nationalratskandidatin wollen unter dem Motto «Alec & Christine bi de Lüt im Oberland 2011» das Gespräch mit dem Leuten suchen. Auf dem Programm stehen unter anderem Wanderungen und eine Velotour sowie «Politik am Biertisch».
Unterwegs sind dieser Tage die beiden SP-Nationalratskandidatinnen Sabina Stör Büschlen und Nadine Masshardt. Ihre «Baditour 2011» musste aber dem Regenwetter angepasst werden. Die beiden Frauen verteilten bisher vor allem in Einkaufszonen statt in Freibädern ihre Wahlinformationen, wie auf dem Internet nachzulesen ist.
Musikalischer Wahlkampf
Zu reden gab zuletzt ein Song zur Unterstützung der SVP-Nationalratskandidaten Thomas Fuchs und Erich Hess. Zum wummernden Techno-Beat rappt J.P. Love davon, dass «Ke Stress» entstehe - dank Fuchs und Hess.
Einen eigenen Wahlkampfsong hat etwa auch SP-Nationalratskandidat Patric Bhend. Den Song «Suber wie weiss nid was», eine Parodie auf die Versprechen der Politiker, hat der Thuner Grossrat mitkomponiert und selbst gesungen. Das Lied wurde zwar schon vor Jahren lanciert, steht aber passend zu den bevorstehenden Wahlen auch jetzt auf seiner Internetseite zum Download bereit.
(dam/sda)
Erstellt: 22.07.2011, 15:36 Uhr
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