Bern will Hunde an die Leine nehmen
Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 18.11.2009
Stichworte
Nein, Zwischenfälle mit Hunden hat es auf der Spiel- und Freizeitwiese «Winterhäli» in Bern West noch keine gegeben. Aber der Nutzungskonflikt um die Grünoase schwelt seit längerer Zeit. Vor Jahresfrist hat der Stadtrat – damals noch gegen den Willen des Gemeinderates – eine CVP-Motion überwiesen, worin die Leinenpflicht für Hunde in der Winterhalde und beim Stapfenackerschulhaus per richterlichem Verbot gefordert wird. Zwei Jahre zuvor waren die Forderungen noch weiter gegangen: Im Zuge der damaligen Kampfhund-Debatte stimmte das Stadtparlament rigorosen Massnahmen gegen «gefährliche Hunde» zu. Nebst der Leinen- und Maulkorbpflicht wurden etwa Verbotszonen und die Verbannung von Kampfhunden aus Schularealen, Parkanlagen, Spielplätzen und öffentlichen Verkehrsmitteln gut geheissen. Einer der damaligen Motionäre hiess Reto Nause (cvp), heutiger Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher der Stadt Bern.
Was damals heiss gekocht wurde, wird heute nur mehr lauwarm gegessen: «Der Gemeinderat prüft, ob ein Leinenzwang an gewissen Orten mittels einer Verordnung festgelegt werden soll», heisst es in einer Mitteilung. Diese Verordnung könne bereits im nächsten Jahr in Kraft gesetzt werden. Die Stadtregierung reagiert damit nicht auf die überwiesenen Vorstösse, sondern auf eine Anwohnerpetition, die «mehr Sicherheit für Kinder, Familien und Hunde» in der Winterhalde fordert.
Leinenzwang in der Spitalgasse?
«Wir werden keine flächendeckende Leinenpflicht einführen», sagt Gemeinderat Nause. Der Leinenzwang sei zum Beispiel in Parkanlagen, auf Schulhöfen und an Orten mit grossem Publikumsverkehr, wie zum Beispiel in der Spital- und Marktgasse, denkbar. Die Ausarbeitung einer Verordnung sei einfacher und schneller als die Erwirkung richterlicher Verbote für jede einzelne Parkanlage, sagt Nause.
Die Stadtregierung hatte bis anhin sämtliche Vorstösse zur Umsetzung rigoroser Massnahmen gegen «gefährliche Hunde» abgelehnt. «Der Gemeinderat verfällt nicht in operative Hektik», sagte vor drei Jahren im Stadtrat die damals zuständige Gemeinderätin Barbara Hayoz (fdp) nach der Überweisung von Nauses Vorstoss. Es gelte zunächst, die Massnahmen auf nationaler und kantonaler Ebene abzuwarten. «Insellösungen» betreffend gefährliche Hunde auf Gemeindeebene seien nicht sinnvoll. Zwei Jahre später setzte sich Hayoz’ Nachfolger Stephan Hügli (mitte) mit derselben Argumentation und ebenso erfolglos wie Hayoz gegen die Leinenpflicht für Hunde in der Winterhalde ein. Hayoz’ und Hüglis Nachfolger Nause sagt heute: «Die Leinenpflicht wird durch die Massnahmen von Bund und Kanton nicht abgedeckt.» Die Massnahmen auf Bundes- und Kantonsebene zielten zudem auf die Halter und nicht auf Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum.
«Gesunder Menschenverstand»
So weit, wie es die vom Stadtparlament überwiesenen Vorstösse verlangen, will der Gemeinderat mit seiner Verordnung aber nicht gehen. «Eine Maulkorbpflicht steht nicht zur Debatte», sagt Nause. Voraussetzung hierfür wäre die Unterscheidung der Hunde nach Rassen, was «schwierig und nicht zielführend» sei. So gebe es auch zahme Pitbulls, und bei an sich zahmen Rassen gebe es wiederum aggressive Exemplare.
Auch Verbotszonen auf Schulhofarealen sehe der Gemeinderat nicht vor. «Die bisherigen Vorfälle mit Kampfhunden wären vermeidbar gewesen, wenn die Hunde angeleint gewesen wären», sagt Nause. Es sei nichts als «gesunder Menschenverstand», wenn Hundehalter ihre Tiere anleinten, sobald spielende Kinder in der Nähe seien. «Im Unterschied zur Maulkorbpflicht stösst der Leinenzwang bei Hundehaltern nicht auf einhellige Ablehnung», sagt Nause.
Bleibt die Frage, wo Hundehalter ihre Tiere noch frei laufen lassen können. Der Stadtrat hat letzten Juni einen weiteren CVP-Vorstoss abgelehnt, der die Einrichtung von Hundeübungsplätzen auf dem Boden der Stadt Bern erlaubt hätte. «Im Bremgartenwald oder in Oberbottigen zum Beispiel herrscht meines Wissens kein Leinenzwang», sagt Reto Nause. (Der Bund)
Erstellt: 18.11.2009, 07:56 Uhr
Bern
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





