Bern braucht mehr Techniker

Der Grosse Rat hat die Regierung aufgefordert, Massnahmen zur Förderung von Mathematikern, Technikern und Informatikern zu ergreifen respektive zu prüfen.

Dem Kanton Bern drohe ein Fachkräftemangel im Technikbereich, befürchtet eine Mehrheit des Kantonsparlament.

Dem Kanton Bern drohe ein Fachkräftemangel im Technikbereich, befürchtet eine Mehrheit des Kantonsparlament. Bild: Adrian Moser (Archiv)

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Der Rat überwies gleich leich zwei Vorstösse mit diesen Forderungen an den Regierungsrat. Sowohl Vania Kohli (BDP/Bern) als auch Daniel Steiner-Brütsch (EVP/Langenthal) hatten in ihren Vorstössen geschrieben, der Schweiz drohe ein bedeutender Mangel an Fachkräften im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Kohli will deshalb zusätzliche Lehrstellen in diesen Berufen. Ein besonderes Augenmerk sei der Förderung von Frauen zu schenken.

Steiner schwebt vor, dass der Kanton Bern die Lektionenzahl der MINT-Fächer in der Volksschule erhöht, sich bei den zuständigen Stellen für ein neues gymnasiales Schwerpunktfach in diesem Bereich einsetzt und für eine verbesserte Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte sorgt.

Zum Teil nur Prüfungsaufträge

Der Grosse Rat nahm die beiden Vorstösse am Dienstag sehr deutlich an. Zwei von drei Forderungen Steiners überwies es allerdings nur in der Form des Postulats, also als Prüfungsauftrag. Auch die Kantonsregierung hatte für Überweisung der Vorstösse plädiert. Sie setzte aber da und dort ein Fragezeichen hinter die Aussagen der beiden Grossratsmitglieder.

So schrieb der Regierungsrat etwa an die Adresse von Kohli, die Rekrutierung von Fachkräften werde tatsächlich schwieriger. Das gelte aber auch bei den Gesundheitsberufen, im Gewerbe und in der Maschinenindustrie. Auch gebe es etwa bei den Polymechanikern genügend Lehrstellen; nicht alle Stellen würden jeweils besetzt.

Zum Vorstoss von Steiner-Brütsch sagte die Regierung, bei den Arbeiten zur Einführung des interkantonalen Lehrplans 21 zeichne sich eine Erhöhung der Mathematiklektionen ab. Auf der gymnasialen Stufe seien die Mathematik und die Naturwissenschaften bereits gestärkt worden. Ob es ein MINT-Schwerpunktfach brauche, sei noch näher zu prüfen.

Vieles sei in diesen Bereichen im Fluss, doppelte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver im Rathaus nach. Die Regierung wolle auch analysieren, ob die MINT-Ausbildung ohne neue Vorgaben, sondern mit besseren Verbindungen zwischen der Volksschule und der Wirtschaft, verbessert werden könnte. (dam/sda)

Erstellt: 24.01.2012, 12:44 Uhr

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