Bei Lawinengefahr unterrichten Lehrer via Skype
Von Mireille Guggenbühler. Aktualisiert am 27.01.2012
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Die Lawine donnerte in der Nacht des 9. Januar Richtung Gadmen – und kam eingangs des Dorfes, aber gerade noch ausserhalb des Lawinendamms zum Stillstand. Passiert ist niemandem etwas, die «Loui» vermochte indes, die gesperrte Sustenpassstrasse zu verschütten. Es war nicht das einzige Mal in diesem Winter, dass im Oberhasli die Strassen gesperrt und die beiden Gemeinden Gadmen und Guttannen von der Umwelt abgeschnitten waren. Am vergangenen Mittwochabend war die Kantonsstrasse bereits zum fünften Mal in diesem Winter zu.
Und das hat nicht nur Folgen für die arbeitstätige Bevölkerung, sondern auch für die Schulkinder. Betroffen von den Sperrungen sind jene Kinder, welche Gadmen und Guttannen täglich Richtung Meiringen verlassen, aber auch die, welche von Meiringen nach Guttannen fahren, weil sie dort die Tagesschule besuchen. Sogar innerhalb des Dorfs Gadmen bleiben die Schüler schon mal zu Hause stecken, weil ihr Schulweg durch gesperrtes Gebiet führen würde. Noch ist die Situation nicht so, wie im Lawinenwinter 1999, als die Kinder insgesamt drei Wochen nicht zur Schule gehen konnten. Tageweise mussten sie aber bereits in diesem Winter zu Hause bleiben – zuletzt am Mittwochmorgen. «Die Schulleitung telefoniert in einem solchen Fall mit den betroffenen Kindern und bespricht mit ihnen, was sie zu Hause erledigen können», sagt Marianne von Bergen, Leiterin der Tagesschule Guttannen. In Gadmen wird dies ähnlich gehandhabt: «Die Lehrkräfte sind hier so flexibel, dass die Kinder den verpassten Unterricht nachholen können», sagt Barbara Kehrli, Gemeindepräsidentin von Gadmen.
Unterricht in der warmen Stube
In Guttannen wurde jüngst sogar etwas Neues ausprobiert: «Jene Kinder, die zuhause bleiben mussten, erhielten alle ein Notebook von der Schule und konnten an den folgenden Tagen via Skype trotzdem am Unterricht teilnehmen», so von Bergen. Fünf Mittelstufenschüler verfolgten so den Unterricht vor dem Bildschirm. «Der Versuch war ein Erfolg», sagt von Bergen. «Allerdings funktioniert dies nur, wenn wir früh genug erfahren, wann die Strassen zu sind.»
Und gerade das gibt in den beiden Dörfern zu reden, wie Barbara Kehrli sagt. «Im Moment haben wir das Gefühl, dass man uns zu kurzfristig über die Sperren informiert.» Eduard Schläppi, der zuständige Strasseninspektor, sieht dies etwas anders: «In einem richtigen Winter mit viel Neuschnee kann es immer vorkommen, dass Strassen aus Sicherheitsgründen kurzfristig gesperrt werden.» Seit 2005 sei dies aber nie mehr in einem Winter der Fall gewesen. «Die Leute sind sich dies nun wohl nicht mehr so gewöhnt.» (Der Bund)
Erstellt: 27.01.2012, 08:37 Uhr
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