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«Autos sind schon schnell genug»

Von . Aktualisiert am 20.04.2010

Frühling ist Tuning-Zeit. Doch Fahrzeuge können nicht beliebig aufgemotzt werden. Viele Veränderungen sind meldepflichtig.

«Wenn getunt wird, dann im Frühling und im Sommer», sagt Thomas Rappo, Verantwortlicher für technische Auskünfte beim Strassenverkehrsamt Bern. Er berät Fahrzeughalter, die prüfungspflichtige Veränderungen vornehmen wollen. Am häufigsten seien Veränderungen wie das Montieren von Felgen, die nicht auf der Fahrzeug-Typengenehmigung aufgeführt sind, sagt er.

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) lehnt Tuning für Strassenautos ab, wie Gerhard Tubandt, Mediensprecher VCS, sagt. «Personenwagen müssen nicht frisiert werden; sie sind schnell genug. Schliesslich gibt es Tempolimiten.» Etwas anderes sei das bei Rennautos. Doch grundsätzlich spricht er sich gegen Tuning und auch gegen den Bau einer Rennstrecke in der Schweiz aus. «Man muss nicht unnötig Benzin verpuffen», findet er.

Ein Auto, das schnell fahre, verbrauche mehr Benzin und stosse entsprechend mehr CO2 aus. Dem widerspricht Gerry Meyer, Präsident des Autotuning- und Design-Verbands Schweiz: «Wenn der Motor eines Autos seriös getunt wird, verbraucht das Auto sogar weniger Benzin.»

Wer mit einem getunten Auto durch die Gegend fährt, muss sich an die Schweizerische Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS) und die Verordnung über die Typengenehmigung von Strassenfahrzeugen (TGV) halten.

Bezüglich Tuning der Motorenelektronik gelten seit dem 1. April schärfere Massnahmen. Sämtliche Änderungen, die Leistung, Geräuschentwicklung oder Abgasverhalten des Fahrzeugs beeinflussen, benötigen neu eine Typengenehmigung. Dafür hat das Bundesamt für Strassen (Astra) das Dynamic Test Center in Vauffelin beauftragt. Wer Änderungen ohne Bewilligung vornimmt, macht sich strafbar.

Grundsätzlich findet es Meyer gut, dass nur geprüfte Autos zugelassen werden. Die Frage stelle sich allerdings, wie geprüft werde, meint er. In der Schweiz fehle es sowohl an Normen als auch an Fachexperten, die kompetent prüften. Auch Tubandt befürwortet das strengere Kontrollverfahren. «Es gibt genaue gesetzliche Vorschriften für Tuning, an die sich jeder halten muss. Alles, was darüber hinausgeht, muss bestraft werden.»

Natürlich gebe es immer eine Grauzone, da einige Autofahrer melde- und prüfungspflichtige Anpassungen nicht mitteilen würden, sagt Rappo. Wenn die Prüfer bei der Kontrolle feststellen, dass eine Änderung vorgenommen wurde, müssen sie es beanstanden, sagt er. «Allerdings ist es nicht unsere Pflicht, zu prüfen, wer was eingebaut hat.» (reh) (Der Bund)

Erstellt: 20.04.2010, 09:51 Uhr

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