Bern
Aufgetischt: «Kalispéra!» - «Guten Abend!»
Von Martin Zimmermann. Aktualisiert am 09.06.2012 1 Kommentar
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Karte: Ausschliesslich griechische Küche von Zaziki bis Souvlaki. Eher schmale Karte. Preise: Im oberen Bereich des mittleren Preissegments angesiedelt. Salate ab Fr. 9.-, Hauptgerichte zwischen Fr. 25.- und Fr. 38.50.
Kundschaft: Grössere Gruppen und Einwohner des Matte-Quartiers.
Öffnungszeiten: Dienstags bis freitags von 11 bis 14 Uhr und 17 bis 24 Uhr; samstags und sonntags von 17 bis 24 Uhr; montags geschlossen.
Adresse: Restaurant Santorini, Gerberngasse 34, 3011 Bern, Tel.: 031 312 18 12;Internet: www.santorini.ch Weitere Aufgetischt-Folgen auf www.aufgetischt.derbund.ch
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Der April scheint sich dieses Jahr bis in den Juni auszudehnen: Das Wetter schwankt fast täglich zwischen schwül-warm und nass-kalt. Für einen kulinarischen Vorgeschmack auf den (hoffentlich) mediterran heissen Sommer kommt da das griechische Restaurant Santorini in der Berner Matte gerade recht.
Der Besuchsabend ist gut gewählt: Das Lokal ist bis auf eine Handvoll Stammgäste und eine grössere Gruppe leer. Umso mehr Zeit nimmt sich der Kellner für die Neuankömmlinge und präsentiert stolz die kleinen Olivenbäumchen auf der Fensterbank, die er durch die harten Winterwochen im Februar gebracht hat. Der Mann ist der einzige Schweizer im hellenischen Team des Santorini, wie er sagt. Im Herzen sei aber auch er Grieche.
Griechische Evergreens
An den Wänden des spartanisch eingerichteten Inneren hängen grossformatige Fotos traditioneller griechischer Felsendörfer. Im Bildhintergrund lockt die dunkelblaue Ägäis zum Baden. Angesichts dieser verträumten Postkartenidylle kommt einem unweigerlich die triste ökonomische Realität Griechenlands in den Sinn. Auch das Santorini musste schon eine tiefe Krise meistern: Im August 2005 überschwemmte das verheerende Aare-Hochwasser das Matte-Quartier. Es dauerte rund ein halbes Jahr, bis das Lokal danach wieder seine Pforten öffnen konnte. Inzwischen hat sich das Restaurant von der Katastrophe erholt. Bleibt zu hoffen, dass das dem griechischen Staat dereinst ebenfalls gelingt.
Zurück zu erfreulicheren Themen: Das Santorini hat sich erwartungsgemäss ganz auf die griechische Küche spezialisiert, Evergreens wie Gyros (Schweinefleisch vom Spiess) und Baklava (süsses Blätterteiggebäck) inklusive. Zur Vorspeise tischt der Kellner eine Schale Zaziki (Fr. 9.-) auf; Joghurt mit Gurken, Dill, Knoblauch und viel Olivenöl. Die Mischung wird vorzugsweise auf einen gewürzten Pita-Fladen (Stück: Fr. 3.-) gestrichen. Das Brot und der zähflüssige griechische Joghurt füllen die Mägen der beiden Test-Esser bereits ordentlich. Dabei war die Portion bloss für eine Person gedacht.
Spaziergang empfohlen
Zur Hauptspeise gibt es Psari Souvlaki (grosser Teller: Fr. 35.-, halber: Fr. 29.-), einen gemischter Fischspiess an einer Zitronensauce garniert mit Gemüse und Reis. Die Begleitung bestellt ein Melitzana Papoutzaki (Fr. 26.-), eine ausgehöhlte Auberginen-Hälfte gefüllt mit Gemüse und gebackenem Feta. Optisch ähneln sich die beiden Menüs stark: In beiden Fällen dominiert die aus Kartoffeln, Peperoni, Zucchetti und Auberginen bestehende Gemüsebeilage. Dank der Zitrone kommt das Psari aber geschmacklich erfrischend sauer daher; während beim Papoutzaki die starke Pfeffernote und der salzige Feta auffallen - vorzüglich schmeckt zum Glück beides.
Obwohl der Magen bereits voll ist, wird das Mahl mit einem Giaurti Eros (Fr. 9.50) und einem griechischen Kaffee (Fr. 4.50) abgerundet - wie in der türkischen Version des Getränks bedeckt eine dicke Schicht Satz den Tassenboden. Das Giaurti erweist sich als köstliche Kalorienbombe aus Joghurt mit Thymianhonig und Baumnüssen. Ein Verdauungsspaziergang ist danach ein Muss. Also schleppen wir uns mühsam die Gerechtigkeitsgasse Richtung Bahnhof hoch. «Kalispéra!», ruft der Kellner noch hinterher: «Guten Abend!» Ja, das war er! (Der Bund)
Erstellt: 09.06.2012, 11:45 Uhr
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1 Kommentar
Viel Erfolg dem neuen Matte-Restaurant Santorini! Es fällt mir jedoch auf, dass immer mehr Beizen leider irgendwelche fremdländische Gerichte anbieten. Gastronomen, die unsere vielfältige, schmackhafte CH-Küche kennen und beherrschen, werden bald einmal zur Spezie Rara. Wenn ich nur an die (zu) vielen Dönerbuden und Pizzerias in BE denke, vergeht mir der Appetit auf der Stelle. Trotzdem E guete! Antworten
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