Bern

Auf dass der Spendentopf überquelle

Von Marc Schiess. Aktualisiert am 17.12.2010 1 Kommentar

Der Topfkollekte der Heilsarmee können weder Zeitgeist noch Kälte etwas anhaben.

Seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Advents: Die – heuer – von Sozialvorsteherin Edith Olibet eröffnete Topfkollekte der Heilsarmee. (Manuel Zingg)

Seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Advents: Die – heuer – von Sozialvorsteherin Edith Olibet eröffnete Topfkollekte der Heilsarmee. (Manuel Zingg)

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Mit nahezu allen Möglichkeiten, die die moderne Technik anbietet, lässt sich für die Aktion «Jeder Rappen zählt» Geld spenden: SMS, Internetauktionen, Gratistelefonnummer. Aus der Glasbox auf dem Bundesplatz – der Aktionszentrale – dringen Radiowellen und Fernsehsignale mit Spendenaufruf bis in die hintersten Ecken der Schweiz.

300 Meter vom Bundesplatz entfernt wird am Loeb-Egge auch Geld für einen guten Zweck gesammelt. Nur etwas anders. Mit dunkelblauen Mänteln und Mützen, die in einem Fashionmagazin als «Retro» bezeichnet würden, stehen Frauen und Männer mehrheitlich älteren Semesters. Vor ihnen hängt am Dreibein ein schwarzer Pfadikessel: Die zur Adventszeit gehörende Topfkollekte der Heilsarmee hat begonnen.

Viel Gutes für Berns Randständige

Gemeinderätin Edith Olibet (SP) hofft in ihrer kurzen Ansprache, dass der Topf überquellen werde. Die Vorsteherin des Sozialdepartements lobt die enge Zusammenarbeit mit der Heilsarmee, welche in Bern neben einer Beratungsstelle und dem Aufenthaltsraum für Randständige das Passantenwohnheim betreibt. Olibet bezeichnet die freiwillige Arbeit, wie sie die Heilsarmee leistet, als «Kitt der Gesellschaft» und steckt eine stark zusammengefaltete 100er-Note in den Topf.

Peter Reber singt mit im Chor

Zu den blauen Mänteln gesellt sich ein schwarzer: In ihm steckt Mundartbarde Peter Reber. Mit der Kapelle der friedlichsten Armee der Welt intoniert er sein Lied «Fröi di». Wie andere Schweizer Bands (u. a. Patent Ochsner und Baschi) hat Reber der Heilsarmee symbolisch einen Song gespendet. An der Heilsarmee bewundert er die Resistenz gegenüber Kälte, Zeitgeist und Wertewandel: «Sie reden nicht nur davon, Gutes zu tun, sondern handeln auch danach –das finde ich trendy.»

Rosmarie Mäder steht neben einem der Töpfe und verteilt den Spendern mit einem freundlichen Lächeln Fertigsuppenpäcklein. Die Kälte mache ihr nichts aus: «Ich bin wie eine Zwiebel angezogen: sechs Schichten!» Bei der Heilsarmee sei sie aber noch nicht so lange, seit 1981. Ihr Mann sei schon viel länger dabei – seit seiner Kindheit.

In der Stadt Bern sammelt die Heilsarmee noch bis am 23. Dezember an 18 Standorten für die Bedürftigen Berns. (Der Bund)

Erstellt: 17.12.2010, 09:10 Uhr

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1 Kommentar

Siegfried Fischer

18.12.2010, 12:44 Uhr
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Einfach toll, dass es die Heilsarmee gibt und dass Menschen aus der Öffentlichkeit die Arbeit der Heilsarmee nicht nur mit Worten unterstützen. Wenn es die HA nicht gäbe, sähe es in dieser Welt noch viel trauriger aus. Hier in Berlin (Ost) halten die wenigsten Menschen nicht so viel von ihr. Die "Negativ-Uniformen" in der DDR, die vor der Wende geherrscht haben, sind Gott sei Dank verschwunden! Antworten



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