Bern

Am Bärenplatz kochen jetzt Chinesen

Das Bio-Konzept hatte zu wenig Erfolg. Jetzt gibts im Restaurant über dem Reformhaus Vatter am Bärenplatz pan-asiatische Küche. Sechs Vatter-Angestellte haben im neuen Lokal einen Job erhalten.

Ein Bild aus früheren Zeiten: Das Restaurant Vatterland hat im vergangenen Herbst geschlossen. (Google)

Ein Bild aus früheren Zeiten: Das Restaurant Vatterland hat im vergangenen Herbst geschlossen. (Google)

«Mishio» heisst das neue Restaurant mit Take-away, das gestern im vormaligen «Vatter» am Bärenplatz den Betrieb aufgenommen hat. «Mi» heisst Licht, «Shio» bedeutet Salz: Beides sei für den Menschen unverzichtbar, erklärt René Levy, Gruppenleiter der Gastronomiegruppe ZFV. Das Lokal im ersten Stock über dem Bio-Supermarkt Vatter stellte den Betrieb Ende Jahr ein und war während vier Monaten wegen Umbaus geschlossen.

Unter dem Motto «schnell, gut, günstig und gesund» strebt die neue Betreiberin eine Fusion von thailändischen, chinesischen und vietnamesischen Gerichten an. Ein Teil der Speisen wird im Wok auf offener Flamme kurz gegart, wobei der Gast die züngelnden Flammen beobachten kann. Von den im Herbst gekündigten 15 «Vatter»-Mitarbeitenden sind 6 von «Mishio» wieder eingestellt worden. In der Küche walten zugunsten der Authentizität 5 chinesische Köche.

Das frühere «Vatter»-Konzept mit Bioprodukten hatte sich nicht gerechnet. «Mishio» verzichtet weitgehend auf das Biolabel, kauft aber die Lebensmittel in der Region ein, von exotischen Zutaten abgesehen. Fische und Meeresfrüchte stammen aus dem Ausland, tragen aber das Fischereigütesiegel MSC.Damit passt das Restaurant ins Haus der Vatterland AG, in dem Umweltbewusstsein grossgeschrieben wird. Dank günstigeren Rohprodukten liegen die Preise am Buffet etwas tiefer als früher.

ZFV auf Expansionskurs

«Mishio» gibt es mit gleichem Namen und Konzept bereits an zwei stark frequentierten Lagen in Zürich. Sie gehören zur Gastronomiegruppe ZFV, dem einstigen Zürcher Frauenverein. Die Gruppe führt in Bern nicht nur Personalrestaurants sowie einige Univerpflegungsbetriebe, sondern auch das Bistro Steinhalle im Historischen Museum, die Parlamentscafeteria im Bundeshaus sowie das Restaurant Schöngrün im Zentrum Paul Klee, das sich seit letztem Herbst im Gastroführer Gault-Millau auf 17 von 20 Punkten gesteigert hat. (Der Bund)

Erstellt: 07.04.2010, 13:33 Uhr

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