Aktivisten planen Menschenkette vor BKW-Gebäude

Die Anti-AKW-Aktivisten wollen nächsten Dienstag den BKW-Sitz umstellen. Polizeidirektor Reto Nause (CVP) geht davon aus, dass die Aktion friedlich bleibt.

Berns Sicherheitsdirektor Nause geht davon aus, dass das Camp mittelfristig «einen Endzeitpunkt» haben werde. (Keystone)

Berns Sicherheitsdirektor Nause geht davon aus, dass das Camp mittelfristig «einen Endzeitpunkt» haben werde. (Keystone)

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Am Osterdienstag jährt sich der Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl zum 25. Mal. Geht es nach dem Willen der Aktivisten im Anti-AKW-Camp vor dem BKW-Hauptsitz, sollen die Angestellten des Stromkonzerns am frühen Morgen dieses Tages nicht arbeiten. Zwischen 7 und 9 Uhr morgens werden sie auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz eine Menschenkette antreffen, die sie dazu animieren soll, «sich Gedanken zu Tschernobyl und Fukushima zu machen», wie Aktivist David Böhner gestern gegenüber den Medien sagte. Bis zum Letzten soll es dabei aber nicht kommen, da die Aktion friedlich bleiben soll und die Aktivisten kein juristisches Nachspiel – zum Beispiel wegen Nötigung – riskieren wollen. Mit der Aktion soll «Druck auf die BKW (BKW 29.5 0.85%) ausgeübt werden», damit diese Mühleberg stilllege, sagte Aktivist «Theo», der anonym bleiben wollte.

Nause: «Camp wird Ende haben»

Die Grünen Kanton Bern und die SP Bern-Nord unterstützen die Aktion, wie Stadtrat Urs Frieden (Grünes Bündnis) und Grossrätin Béatrice Stucki (SP) erklärten. «Der zivile Ungehorsam ist eine sinnvolle Ergänzung für alle politischen Aktivitäten zur Schliessung der alten Schachtel», sagte Frieden unter Anspielung auf das Alter des Atomreaktors in Mühleberg. Bei der BKW hofft man, dass die Aktion friedlich abläuft, wie Sprecher Sebastian Vogler auf Anfrage sagt. Man werde den Mitarbeitenden per Mail «zwei, drei Angaben zum Verhalten» machen. In Bezug auf das Camp als solches warte die BKW ab, da die Zelte ja auf öffentlichem Grund aufgestellt seien. «Solange die Leute im Zeltcamp uns nicht stören, gibt es keinen Grund zur Intervention», sagt Vogler.

Die Aktivisten hätten sich bisher nicht um eine Bewilligung bemüht, sagt der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP). Sie wollten jedoch eine «gewaltfreie Charta» befolgen, die «umfassend» sei und zum Beispiel auch ein Verbot von verbaler Gewalt beinhalte. Für ihn sei zentral, dass der Zugang der BKW-Angestellten zu ihren Arbeitsplätzen gewährleistet werde. Er sei zuversichtlich, dass diese Bedingung eingehalten werden könne. «Die Aktivisten sind sich bewusst, dass sie mit unschönen Szenen ihre Unschuld verlieren können.» Nause versichert, dass das Camp mittelfristig «einen Endzeitpunkt» haben werde. Eines der «Ausstiegsszenarien» sei die Umwandlung des Zeltlagers in eine Mahnwache. «Es wäre das Beste für alle Beteiligten, wenn das Camp zugunsten einer symbolischen Präsenz beendet würde», sagt Nause. (Der Bund)

(Erstellt: 20.04.2011, 06:59 Uhr)

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