3,27 Millionen für Gotthelf-Zentrum
Von Dölf Barben. Aktualisiert am 03.09.2010
Die Freude sei gross, sagte gestern Heinrich Schütz. Schütz ist der Sprecher der Arbeitsgruppe, die in Lützelflüh auf ein Gotthelf-Zentrum hinarbeitet. «Es ist ein Meilenstein.» Die Freude ist begreiflich: Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat einen Kredit von 3,27 Millionen Franken für die Errichtung dieses Zentrums, wie der Kanton gestern mitteilte. Mit diesem Geld, das dem Lotteriefonds entnommen werden soll, will die vor fünf Jahren gegründete Gotthelf-Stiftung das Pfarrhaus kaufen und zusammen mit dem Speicher umbauen. Der Kredit ist ausdrücklich nicht für den Betrieb des Zentrums vorgesehen.
Alleine der Kauf und die Sanierung des Pfarrhauses, in dem Gotthelf lebte und arbeitete, kosten rund 1,5 Millionen Franken. Die andere Hälfte des Kredits ist vorgesehen für die Einrichtung des Museums. Laut Schütz ist es gelungen, einen tragfähigen Geschäftsplan vorzulegen. Dieser basiert zu wesentlichen Teilen auf Beiträgen von Sponsoren. Bereits 2005 hatte der Grosse Rat über das Projekt eines Gotthelf-Zentrums beraten. Damals hatte er beschlossen, dann einen Beitrag auszurichten, wenn ein solides Betriebskonzept vorliegt.
«Was darüber liegt, ist super»
Das erste Projekt war überdimensioniert. Es sollte auf drei Säulen ruhen: Museum, Theaterproduktionen und Literaturveranstaltungen – und es stiess in der Region selber auf Widerstand. Nun steht lediglich noch ein Museum zur Diskussion. Schütz hofft, der Grosse Rat werde das Geschäft in der Novembersession wohlwollend prüfen. Er gibt sich dabei zuversichtlich. Das Projekt sei «sehr gut dokumentiert». Bei der Budgetierung der Betriebskosten sei «ganz vorsichtig» gerechnet worden. Ausgangspunkt für die Schätzung der künftigen Besucherzahlen sind die Frequenzen im Kleinmuseum, dass sich seit Jahrzehnten im Speicher beim Pfarrhaus befindet. Mit rund 5000 Besuchen pro Jahr «läuft es sehr gut». In Spitzenjahren, wenn beispielsweise ein Jubiläum gefeiert wird, können es gut und gerne doppelt so viele sein. Für das neue Zentrum rechnet das Konzept mit 6500 Besuchern pro Jahr. «Alles, was darüber liegt, ist super», sagte Schütz. Sollte das Kantonsparlament den Kredit bestätigen, könnte der Umbau im Laufe des Jahres 2011 vorgenommen werden. Die Eröffnung wäre auf Mitte 2012 vorgesehen.
1831 nach Lützelflüh gekommen
Im neuen Zentrum wird das Wirken von Gotthelf laut Schütz «wesentlich besser» gezeigt werden können als bisher. An diesem Ort soll auch die neue historisch-kritische Gesamtausgabe des Gotthelf-Werks zugänglich gemacht werden. Für diese Ausgabe hat der Grosse Rat bereits 2005 sechs Millionen Franken bewilligt Albert Bitzius (1797 bis 1854), alias Jeremias Gotthelf, kam 1831 nach Lützelflüh, wo er als Pfarrer wirkte und ab 1836 zum bekannten Schriftsteller wurde. (Der Bund)
Erstellt: 03.09.2010, 09:08 Uhr


































