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Wie Schweizer den Porsche auf die Erfolgsstrasse brachten
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Vor 60 Jahren übernahm Amag offiziell den alleinigen Vertrieb, und die Schweiz avancierte zu einem wichtigen Markt für Porsche. Schon im ersten Jahr wurden mit 78 verkauften Fahrzeugen alle Erwartungen übertroffen. Im Juni 2008 übernahm die Tochtergesellschaft Porsche Schweiz AG offiziell den Import und Vertrieb von Porsche-Fahrzeugen, Ersatzteilen und Zubehör.
Bis 1951 sorgten zwei Schweizer mit ihrem Engagement dafür, dass Porsche früh Erfolge feiern konnte. Nach dem Kriegsende wurden im österreichischen Gmünd die ersten Sportwagen montiert. Am 8. Juni 1948 erhielt der Mittelmotor-Sportwagen (mit Fahrgestellnummer 356-001) die Zulassung. Das Einzelstück wurde noch am gleichen Tag an den Schweizer Unternehmer Ruprecht von Senger verkauft, der im Porsche viel Potenzial sah.
Finanziellen Vorschuss geleistet
Bereits 1947 sicherte er sich das Vorkaufsrecht an den ersten fünf Porsche-Sportwagen, um sie in die Schweiz zu importieren – mit Option auf weitere 50 Fahrzeuge. Ruprecht von Senger leistete einen finanziellen Vorschuss und unterstützte die Fertigung, indem er die notwendigen Ersatzteile, Reifen und Leichtmetall-Bleche organisierte. Mit seinem Einzelstück, dem ersten Porsche 356, betrieb er auch Werbung. Im Vorfeld des Schweizer Grand Prix stellte er 1948 den Wagen Journalisten auf der Bremgarten-Rennstrecke für Testfahrten zur Verfügung.
Ausstellungsraum in einem Zürcher Hotel
Ferry Porsche kam durch von Sengers Vermittlung in Kontakt mit dem Zürcher Hotelier und Autohändler Bernhard Blank. Dieser verwandelte einen Teil seines Hotels in einen Ausstellungsraum. Im Winter 1948 präsentierte er das erste gebaute Porsche-356/2-Coupé. Blank sorgte ein Jahr später am Genfer Auto-Salon für den ersten internationalen Porsche-Auftritt. Der Wagen wurde zum Geheimtipp unter wohlhabenden Sportfahrern. Ein Coupé kostete damals 14'500 Franken, das Cabriolet 16'500 Franken. Bis Ende 1949 wurden 27 Stück des handgefertigten Sportwagens verkauft.
Der erste Verkauf des Schweizer Importeurs Blank erfolgte im Frühjahr 1949: Das erste Porsche-356/2-Cabriolet (die Karosserie stammte von den Gebrüdern Beutler in Thun) kaufte eine gewisse Jolanda Tschudi aus Zürich, eine junge Dame aus besten Zürcher Verhältnissen. Sie gilt als die erste Porschekundin der Welt. Tschudi hielt als Segelfliegerin den Schweizer Rekord über 5000 Meter Startüberhöhung. In der zweiten Hälfte der 40er-Jahre nahm sie an Afrika-Expeditionen teil. Bei ihrer Rückkehr 1949 wartete der neue Porsche auf sie. Mit ihm unternahm sie viele Fahrten, bis er auf dem Weg zu einem Segelfluglager beschädigt wurde. Auch der allererste Prototyp, der 356 Nr. 1, ging in die Schweiz.
«Viele Käufer aus technischen Berufen»
Dass ausgerechnet Schweizer den Porsche so früh ins Herz geschlossen haben, ist für Marco Marinello, Porsche-Kenner und Präsident des Porsche-Clubs Basel, kein Zufall: «Das Auto war früher in erster Linie ein Produkt für Leute, die sich für Technik interessierten. Und davon gab es viele in der Schweiz.» Anfangs seien viele Käufer aus technischen Berufen gekommen: Architekten oder Ingenieure. Ihnen gefiel das puristische am Sportauto – Design follows Function. Die Porsches kamen im Vergleich zu anderen Sportautos eher schlicht daher. «Im Zentrum standen der Fahrspass und die Funktionen. So brauchte es den Spoiler aus gutem Grund, er war kein Show-Effekt. Dieses Schlichte, Ehrliche übte gerade auf Schweizer seinen Reiz aus», sagt Marinello.
Mit Porsche-Kauf Unternehmen beistehen
In der Schweiz wurde laut Marinello bereits in den 1950er-Jahren der weltweit erste Markenclub gegründet. Heute zählt der Porsche-Club Schweiz etwa 2500 Mitglieder.
Der Porsche-Experte kann sich gut an die Talfahrten erinnern, die Porsche erlebte. «In schlechten Zeiten konnte es schon vorkommen, dass man per Brief ermuntert wurde, doch einen Porsche zu kaufen, um dem Unternehmen beizustehen.»
Von der Pionierzeit ist nicht mehr viel übrig geblieben. Porsche ist längst zu einem Konzern gewachsen. Mit Wendelin Wiedeking, der bis 2009 Vorstandschef war, hielt eine andere Philosophie Einzug: «Er hat das Auto zum Lifestyle hochstilisiert, es soll als hip und jung gelten. So hat Porsche eine neue Käuferschicht erreicht», sagt Marinello. Der Cayenne widerspiegle diesen Fokus auf Lifestyle. (ah)
Erstellt: 26.08.2011, 11:41 Uhr
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