Volkstümlich auf die Überholspur

Von Dieter Liechti. Aktualisiert am 27.09.2010

Die Amag positioniert die tschechische VW-Tochter Skoda jenseits des allgegenwärtigen Trends zur modischen PR-Urbanität. Mit Erfolg: 20,1 Prozent plus bei den Verkäufen, und eben wurde der 50?000. Octavia übergeben — an einen Lokführer aus Einsiedeln.

1/3 Volksnah: Die Berner Oberländer Familiencombo Oesch’s die Dritten wird von den Skoda-Leuten ebenso gefeiert wie...
Bild: Skoda

Volkstümlich auf die Überholspur

   

Filmfestival, Fashion-Week, oder Segeln? Fehlanzeige. Fast die ganze Autowelt setzt zwar auf der Suche nach Kunden auf die modische Urbanität und Lifestyle. Doch eine Marke hat sich dem PR-Trend mit Erfolg widersetzt: Skoda — die tschechische VW-Tochter, die sich unter den Fittichen der Amag aus der Nische in die Top Ten vorgearbeitet hat. Nach sieben Monaten liegt Skoda zwar 10?939 Autos hinter Leader VW zurück, aber nur noch 100 Autos hinter dem neuntplatzierten Toyota mit 8106 immatrikulierten Autos.

Dabei hat die VW-Tochter Skoda in Sachen PR- und Marketing einen ganz anderen, im wahrsten Sinne des Wortes steinigen Weg eingeschlagen: Passend zu den robusten und teilweise mit Allradantrieb lieferbaren Fahrzeugen setzt Skoda eben nicht auf Lifestyle, sondern auf volksnahe und urschweizerische Events. Oder in diesem Fall eben Feste.

Weidfäscht statt Filmfest

Und während sich Skoda bereits im Mai über die «stimmige Partnerschaft» mit Oesch’s die Dritten — der volkstümlichen Antwort aus dem Berner Oberland auf die einstige Kelly Family — freute, gehts heute für einen der wichtigsten Skoda-Botschafter richtig los: Christian Stucki, einer der heissesten Anwärter auf den Titel des Eidgenössischen Schwingerkönigs, setzt laut dem Importeur «auf die Zuverlässigkeit, Sicherheit und Geräumigkeit von Skoda, um stets in Schwung zu bleiben». Logisch, dass der 1,98 Meter grosse und 140 Kilogramm schwere Schwinger nicht in einem kompakten Fabia unterwegs ist, sondern mit dem Superb Combi. «Ein Auftritt mit Stil und Grösse, jedoch ohne Starallüren», so Christian Stucki bescheiden.

Mindestens ebenso volkstümlich geht es eine Woche später auf den Weiden oberhalb von Meilen am Zürichsee zu und her: «Anlässlich der steht zum fünften Mal das Rindvieh im Rampenlicht», meldete der Importeur im Juli. «Nebst Country, Comedy, Folklore und Schlager gehören auch heisse Partynächte zum Programm.» Und tagsüber glänzen die neusten Skoda-Modelle inmitten der Tiershows, der Streichelwelten, der Marktstrasse und den Verpflegungsständen mit kulinarischen Highlights aus der heimischen und ausländischen Küche. Passend zum aktuellen Claim «Skoda — made for Switzerland».

Frisch geliftete Einsteiger

Zu den neusten Modellen gehören auch der Skoda Fabia (die interne Nummer 2 — siehe Zahlen rechts) und der Roomster, der sich in der Schweiz in der Skoda-Hitparade allerdings mit der «roten Laterne» begnügen muss. Das soll sich nun ändern. Denn sowohl der Fabia als auch der Roomster wurden im Frühjahr einem ersten Facelift unterzogen. «In diesem Fall ist das deutlich mehr als ein normales Facelift», heisst es bei Skoda.

Tatsächlich stehen alle drei Varianten — Fabia, Fabia Combi und Roomster — mit einem komplett neu entwickelten Vorderwagen und zahlreichen technischen Veränderungen im Innenraum und unter der Motorhaube am Start. Weil man das nicht auf den ersten Blick sieht, bestätigt Entwicklungs-Vorstand Eckhard Scholz: «Kein einziges Bauteil blieb bei dieser Neuentwicklung im Bereich des Vorderwagens unbeachtet.»

Ab 14?990 Franken

Dazu gehören auch neue Motoren, die im Fabia und Roomster ihren Einstand geben. «Die Motorenpalette ist der Kern aller Neuerungen», bestätigt denn auch Skoda-Sprecher Donat Aebli. Das Leistungsspektrum in der Schweiz umfasst bei den Benzinern Motoren mit 70 bis 105 PS, bei den Dieseln 90 und 105 PS. Bei den Probefahrten verglichen wir den Fabia mit dem 1.2 TSI (Benziner) mit 105 PS mit dem Roomster mit 1.6 TDI (Diesel) und ebenfalls 105 PS. Dabei hinterliess der Roomster mit der manuellen 5-Gang-Schaltung überraschenderweise den harmonischeren Eindruck als der Benziner mit dem 7-Gang-DSG im Fabia. Sportliche Gefühle kamen in keinem der beiden Modelle auf, aber dafür hat Skoda ja auch den 180 PS starken Fabia RS im Programm.

Die Preise für den Fabia Clever beginnen schon bei 14?990 Franken, der geräumigere Roomster Clever kostet im günstigsten Fall und mit 70 PS 16?690 Franken. Auch das ist volksnah. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.08.2010, 09:22 Uhr

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