Auto
Die Klassiker von Mitsubishi
Von Peter Ruch (Radical-Mag). Aktualisiert am 05.04.2012 4 Kommentare
Bildstrecke
Bildstrecke
Links
Bilder und Bericht werden Ihnen präsentiert von Radical Mag.
Stichworte
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Ein gewisser Yataro Iwasaki gründete 1870 ein kleines Schifffahrtsunternehmen, das er ab 1873 Mitsubishi (8058 15.3 -1.28%) nannte. Die Geschäfte liefen anscheinend gut, Iwasaki konnte sein Unternehmen bald schon auf den Schiffs- und Bergbau ausdehnen, später kamen noch Waffen, Immobilien und Banken dazu; am Ende des 2. Weltkrieges umfasste Mitsubishi mehr als 200 Unternehmen.
Ab 1917 kam noch die Produktion von Automobilen dazu, es entstand das Modell A, das erste serienmässig gefertigte Automobil Japans. Mitsubishi blieb nicht untätig, entwickelte bereits 1931 den ersten Dieselmotor mit Direkteinspritzung, und ab 1934 wurde der allradgetriebene PX33 erprobt, einer der ersten Geländewagen überhaupt.
1970 Autosparte ausgegliedert
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das riesige Mitsubishi-Konglomerat, das immer unter der Führung der Familie Iwasaki gestanden hatte, von den Amerikanern zerschlagen. 1970 wurde die Autosparte aus Mitsubishi Heavy Industries ausgegliedert und in das neue Unternehmen Mitsubishi Motors Corporation umgewandelt. Gross war dieses Unternehmen noch nicht, erst um das Jahr 1960 hatten die Japaner nach dem 2. Weltkrieg wieder mit der Produktion von Automobilen begonnen, 1967 betrug die Jahresproduktion gerade einmal 100'000 Exemplare. Doch es gab schon den Colt (ab 1962, damals noch als Kleinstfahrzeug Colt 600), ab 1969 gab es den Galant, ab 1973 dann den Lancer.
Man traute anfangs den «Reisschüsseln» nicht
Damals waren die ersten japanischen Automobile längst in Europa angekommen, in der Schweiz sogar schon 1967, als die Emil Frey AG Toyota zu importieren begann. Das wurde anfangs mit Argwohn betrachtet, den «Reisschüsseln» traute man nicht so recht über den Weg. Doch als sich Toyota so langsam etablieren konnte, da konnte ein anderer grosser Importeur der japanischen Versuchung auch nicht widerstehen: Die Winterthurer Erb-Gruppe sicherte sich die Schweizer Verkaufsrechte an Mitsubishi. Verkündet wurde dies im März 1977 am Genfer Auto-Salon, es gab einen neuen Importeur, die MMC Automobile AG, die mit 15 Händlern und drei Modellen (Galant, Lancer, Celeste Coupé) in ein grosses Abenteuer startete. Auch einen berühmten Claim gab es bereits zu Beginn: «Leise. Kraftvoll. Mitsubishi». Schon im ersten Jahr konnten 2183 Stück verkauft werden.
Colt brach den Bann
Und dann ging es richtig los: 1978 kam der Colt ins Modellprogramm und Walter Roderer als Mitsubishi-Werbeträger ins Fernsehen, 1979 waren es bereits knapp 5000 verkaufte Exemplare (davon 2717 Colts), und bereits 1983 verkaufte Mitsubishi mehr als 10'000 Autos jährlich in der Schweiz. Das war ein Bilderbuchstart, und die Fahrzeuge hatten auch einen ausgezeichneten Ruf, da ging kaum je etwas kaputt – so selten, dass sich die Händler beim Importeur über mangelnde Arbeit beklagten. Dieser intervenierte progressiv und führte als erster Schweizer Importeur eine dreijährige Werksgarantie ein, dies im Jahr 1986.
Was wiederum einen guten Einfluss auf die Verkaufszahlen hatte: 1988, nur elf Jahre nach der Einführung in der Schweiz, verkaufte Mitsubishi stolze 16'091 Fahrzeuge in einem Jahr. Es sollte das beste Jahr für Mitsubishi bleiben; 2011 verkauften die Japaner noch 5617 Stück, und es war dies das beste Jahr seit 2002.
Wirren um den Importeur
Doch es gab halt auch ein paar Wirren rund um den Importeur. Am 23. Dezember 2003 hatte die Erb-Gruppe Konkurs erklären müssen. Zwar konnte am 1. Februar 2004 eine Auffanggesellschaft, die MME VAG, retten, was es noch zu retten gab. Doch es dauerte bis am 24. Oktober 2006, bis Mitsubishi in der Schweiz wieder in einem sicheren Hafen landete, beim einstigen Konkurrenten, der Emil-Frey-Gruppe. Unterdessen konnte Mitsubishi das erste Grossserien-Elektroauto der Schweiz ausliefern, am 20.Dezember 2010 erhielt die BKW den ersten i-Miev, der übrigens 2011 das meistverkaufte Elektroauto der Schweiz war.
2010 bezog der Schweizer Mitsubishi-Importeur neue Räume im solothurnischen Härkingen. Und dort stehen, leider gut versteckt, auch einige Mitsubishi aus früheren Jahren. Es ist nicht so, dass die kleine Sammlung, die einen Lancer (erste Generation, 1973–1979), einen Galant (dritte Generation, genannt Sigma, 1976–1980), einen Celeste (basiert auf dem Lancer, gebaut von 1975 bis 1981), einen Tredia (ja, jener mit den acht Gängen, der «Spurt- und Spar-Schaltung»; erste Generation, 1982–1986), einen Starion (sowieso einmalig, 1982–1990) und natürlich einen Colt (A150, von 1978–1984) umfasst, von exorbitantem Wert wäre. Aber diese Japaner enthalten relativ einfache Technik (wenn man einmal vom Tredia absieht...), sind sehr robust, noch einigermassen günstig im Unterhalt – und werden immer beliebter bei den Sammlern.
Und sie machen übrigens auch Spass beim Fahren – so viel Spass, wie ein 1,2-Liter-Motor mit 55 PS (im Lancer) oder ein 2-Liter-Motor mit 85 PS (im Galant) halt machen können. Heute wundert man sich, wie schwergängig damals die Lenkung war, wie schwach die Bremsen – es brauchte gar keine Geschwindigkeitsbeschränkungen, mehr als 120 km/h wollte mit den Dingern eh niemand fahren.
Weitere Berichte und Bilder zu Klassikern auf Radical-Classics.com. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.04.2012, 11:58 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
4 Kommentare
Kann mich gut an die alten Mitsus erinnern. Waren gerade bei uns auf dem Land sehr beliebte Autos. Der letzte Satz des Artikels bringt es übrigens auf den Punkt: früher war die Diskrepanz zwischen den Tempolimiten und dem Potential der Autos noch nicht so absurd wie heute, wo fast jeder Familienwagen sportwagen-ähnliche Werte erreicht, die man aber (min. in CH) nicht ansatzweise ausfahren kann. Antworten
Meine beiden ersten Autos waren Colts im damals beliebten yuppieweiss, der zweite bereits mit dem stolzen Schriftzug "KATALYSATOR" am Heck. Und tatsächlich, schon bei 120 km/h hatte man das Gefühl, das Ding verliere den Kontakt mit der Fahrbahn. Aber ich kannte ja nix anderes. Schliesslich war das Leergewicht damals etwa 800 kg, ohne Klima, ohne Automat. Aber coole Mitfahrerinnen ! Antworten
Auto
- 22.05.2013«Still going strong»
- 22.05.2013S wie Sternstunde
- 22.05.2013Kosmetik für die Cashcow
- 21.05.2013Eine Party im motorisierten Museum
- 19.05.2013Grossraum auf Tschechisch
- 18.05.2013Heissblütiger Stier
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.
Online-Wettbewerb
Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.
Genusswelt
Verschiedenste Weine, ausgewählte Zigarren und diverse Spirituosen, besuchen Sie dieGenusswelt!
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.



Bitte warten












