Auto
Die Freude am Fahren wird elektrisch
Artikel zum Thema
- Daimler und Bosch schmieden E-Auto-Allianz
- «Das Elektroauto darf keine rollende Verzichtserklärung werden»
- BMW will mit neuem Elektroauto schnell Geld verdienen
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Über kaum ein Auto aus Deutschland ist in den vergangenen Jahren derart viel geredet und gerätselt worden wie über den BMW (BMW 71.93 0.74%) i3. Denn was vor knapp fünf Jahren als Vision für ein «Mega City Vehicle» mit dem «Project i» begann, hat sich zu einem vergleichsweise revolutionären Konzept entwickelt, das nach den Worten der Bayern «eine neue Ära der individuellen Mobilität» einleiten soll. Dass diese Aufgabe nur mit Elektroantrieb gelingen wird, war relativ schnell klar. Dass BMW zur Kompensation des Mehrgewichts vor allem auf Karbon setzt, hatten die Entwickler schon im letzten Jahr verraten. Und dass es dafür die neue Submarke «i» braucht, hatte Marketingvorstand Ian Robertson im Frühjahr angekündigt.
Doch wie das erste Auto dieser neuen Ära aussehen soll, war noch bis gestern ein Geheimnis. Aber damit ist jetzt Schluss. Denn obwohl es immer noch zwei Jahre bis zum Start dauert, zeigt BMW im September bei der IAA in Frankfurt eine konkrete Studie des i3 und will damit signalisieren: Jetzt kommt die Zukunft in Fahrt.
Breit wie ein Rolls-Royce
Was die Messegäste in Halle 11 sehen werden, ist kein Bonsai-BMW für die Biofraktion, sondern ein ausgewachsenes Auto: Mit 3,85 Metern sogar ein wenig länger als der Mini, besonders üppige 2,01 Meter breit und 1,54 Meter hoch, wirkt er wie ein Van aus dem Windkanal. Davon zeugen auch die vielen Schichten der Karosserie, die sich wie Seidenschals im Sturm über den Grundkörper legen. Selbst die Seitenscheiben fliessen förmlich über die Flanke und laufen in einem kleinen Schweif aus.
Der i3 will aber nicht nur attraktiv, sondern auch praktisch sein. Darum bekommt er gegenläufig öffnende Portaltüren wie der Rolls-Royce Phantom, riesige Fensterflächen und zumindest für den Messeauftritt ein riesiges Glasdach. Das sorgt gemeinsam mit der schlanken und schlichten Möblierung für einen grosszügigen Raumeindruck und suggeriert viel Platz auf allen vier Plätzen.
Sitzbank statt Sportsitze
Dabei muss sich der Fahrer am meisten umstellen: Die fast durchgehende Sitzbank, dank derer man in engen Parklücken zum Aussteigen bequem auf die andere Seite rutschen kann, kennt man vielleicht noch von früher. Und den glatten Wagenboden bieten Vans schon lange. Aber ein Cockpit wie das der i3-Studie hat man bislang noch nicht gesehen: Das Lenkrad schwebt förmlich vor den futuristischen LED-Instrumenten. Die allermeisten Schalter und Hebel wandern in einen grossen Knubbel, der aus der Lenksäule wächst. Und das Armaturenbrett wird dominiert von einem überdimensionalen Bildschirm.
In Fahrt bringt die Studie ein Elektromotor, der mit 170 PS und 250 Nm genauso viel leistet wie im i3-Vorläufer Mini E. Allerdings haben die Bayern den Antrieb noch einmal um 40 Prozent schrumpfen können, so dass er mitsamt der Steuerelektronik ins Heck passt und trotzdem noch Platz für 200 Liter Kofferraum bleibt. Weil Verzicht für die Entwickler keine Option war, versprechen sie auch für den ersten vollelektrischen BMW aus der Grossserie flotte Fahrleistungen, wie man sie von den Münchnern gewohnt ist. Im Stadtverkehr spurtet der i3 in nur gerade 3,9 Sekunden auf Tempo 60. Und mit 7,9 Sekunden bis Tempo 100 muss er sich auch vor konventionellen Autos wie dem 1er (siehe unten) nicht verstecken. Nur bei der Höchstgeschwindigkeit machen die Bayern Kompromisse: Bei 150 km/h dreht die Elektronik dem E-Motor den Saft ab, weil sonst die Lithium-Ionen-Akkus im Wagenboden zu schnell in die Knie gehen.
130 bis 160 Kilometer elektrisch
Auf dem Prüfstand sollen sie nach der gängigen Norm für Elektrofahrzeuge für bis zu 225 Kilometer reichen. Allerdings sind die Münchner nicht so blauäugig, diesen Wert in die Praxis zu übertragen. Dort versprechen sie – je nach Fahrweise und Verkehrsfluss – einen Wert von 130 bis 160 Kilometern, was allemal besser ist als bei den meisten Konkurrenten. Danach muss der BMW i3 allerdings für sechs Stunden an die Steckdose oder an eine Schnellladestation.
Zwar weiss BMW von den Feldversuchen mit dem Mini E, dass die allermeisten Stromer mit dieser Strecke hinkommen. Doch um den ersten Kunden die Angst vor dem Ende der Reichweite zu nehmen und die Hürden für den Start ins Elektrozeitalter möglichst niedrig zu halten, bietet die i3-Studie (wie der Opel Ampera oder der Chevrolet Volt) die Option auf einen Range Extender. Dieser kleine Benziner unter der Gepäckablage ist so etwas wie der Reservekanister der Neuzeit, weil er an Bord einen Generator antreibt und damit auch dann noch Strom liefert, wenn die Akkus leer sind.
i8 für Sportler unter Strom
Der erste BMW «einer neuen Zeit» ist chic, sparsam und für ein Elektroauto sogar ziemlich schnell. Doch weiss BMW um den Markenwert der Fahrfreude, baut deshalb auch Sportwagenfans eine Brücke in die Zukunft und bringt kurz nach der Lancierung des i3 auch einen i8 auf den Markt. Abgeleitet von der Studie «Vision Efficient Dynamics», wird das ein Spitzensportler mit Plug-in-Hybrid, der scheinbar Gegensätzliches vereint. Mit einem Sprintwert von 4,6 Sekunden ist er flotter als ein BMW M3. Aber mit einem Normverbrauch von 2,7 Litern ist er zugleich sparsamer als jeder Mini. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.07.2011, 07:33 Uhr
Auto
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.
Alles für Abonnenten und Abonnentinnen
Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.
Jetzt wechseln und sparen
Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.
Online-Wettbewerb
Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.















