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Das automobile Web

Aktualisiert am 08.03.2012

Facebook, integrierte Navisysteme, Webradio: Die Autohersteller bringen immer mehr Internetdienste ins Auto.

1/6 Vision von Mercedes-Benz: Autos sollen künftig in Echtzeit Informationen zur Umgebung einblenden.
Bild: Screenshot

   

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Die Szene könnte aus einem Science-Fiction-Film sein: Auf der Frontscheibe werden laufend Informationen zur Umgebung angezeigt, bedient werden die Elemente mit Handbewegungen und Gesten. Das Dynamic & Intuitive Control Experience (Dice) von Mercedes-Benz ist eine Zukunftsvision. Das Video (siehe Infobox) zeigt aber, wohin die Reise im Cockpit gehen könnte. Denn Autohersteller packen immer mehr Webdienste ins Auto. In der Branche ist man überzeugt, dass der Autofahrer von morgen immer und überall online vernetzt sein will. Auf den Strassen der Zukunft sollen intelligente Autos fahren, die mit der Umgebung interagieren und den Lenker mit Informationen versorgen. So weit ist es noch nicht.

«Smartphone auf Rädern»

Doch bei der Vorstellung der neuen A-Klasse von Mercedes am Automobil-Salon in Genf sprach Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche vom «Smartphone auf Rädern». Die Neuentwicklung, die in der neuen A-Klasse zum Einsatz komme, biete alle technologischen Möglichkeiten vom Zugang zu Webradio, Twitter und Facebook. Die Verbindung ins Web wird über das iPhone hergestellt, bis Mitte 2013 soll dies auch mit Android-Smartphones möglich sein. «Mit der A-Klasse haben wir jetzt den sanften Übergang vom digitalen Lebensstil zum digitalen Fahrstil», sagt Zetsche.

Mit Sprachsteuerung

Auch Audi-Fahrer sollen künftig im Auto nicht auf Facebook oder Google Maps verzichten, wie die neuen Möglichkeiten des Audi A3 versprechen. Auch Sprachsteuerung kommt zum Einsatz. BMW und Vodafone präsentierten vergangene Woche auf der Computermesse Cebit einen neuen SIM-Chip, eine industrietaugliche Weiterentwicklung der bekannten SIM-Card aus dem Handy. Über den SIM-Chip von Vodafone werden nach Angaben der beiden Unternehmen ab Sommer alle Modellreihen von BMW mit einer schnellen Datenverbindung ausgestattet. Auch hier soll man nicht mehr auf Internetdienste wie Facebook und Twitter verzichten. Das Smartphone wird im Auto angedockt und stellt die Verbindung zum Internet her.

Mit dem Smartphone das Auto überwachen

Bereits an der CES in Las Vegas wurde das digitale Auto thematisiert. Nichts scheint unmöglich, um den digitalen Lebensstil ins Cockpit zu bringen. Beim Multimedia-System UVO von KIA, das gemeinsam mit Microsoft entwickelt wurde und vorerst nur in den USA zum Einsatz kommen wird, kann man beispielsweise den Nachwuchs am Steuer kontrollieren. Das Auto sendet ständig die Position ans Smartphone, welches dann beispielsweise meldet, wenn der junge Fahrer einen zuvor bestimmten Radius verlässt oder ein bestimmtes Tempo überschreitet. Mit dem System sind auch Sprachsteuerung und Freisprecheinrichtung für Mobiltelefone sowie das Autoradio verbunden. Auch MP3-Player und andere mobile Geräte soll UVO unterstützen. Im neuen Cockpit des Audi A3 befindet sich ein sieben Zoll grosser Monitor, der aus dem Armaturenbrett herausfährt und via Touchwheel bedient wird.

Toyota, Kia oder Ford arbeiten beispielsweise bereits mit Microsoft zusammen und nutzen das Windows-CE-basierte System Windows Embedded Automotive 7. Der IT-Konzern hat gemeinsam mit Ford Sync entwickelt. Das sprachbasierte System vereinfacht die Bedienung und Integration von externen Geräten.

Hat Apple Pläne?

Die US-Website Jalopnik.com spekuliert gar, dass Apple bei der digitalen Autozukunft ein Wörtchen mitreden will. Der IT-Konzern sucht angeblich Autoingenieure, um ein eigenes Auto-Entertainment-System aufzubauen oder dafür zu sorgen, dass dieses integraler Bestandteil eines Fahrzeugs wird. Man beruft sich dabei auf einen Bericht von Car News China. Bereits 2007 kam es zwischen der Führungsetage von VW und Apple-Chef Steve Jobs zu einem Treffen, um eine Zusammenarbeit zu prüfen. (ah)

Erstellt: 09.03.2012, 08:49 Uhr

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