Auto

«Das Auto wird zum Alleskönner»

Von Ulrich Safferling. Aktualisiert am 29.01.2010

Trotz schwierigem Umfeld blicken die Schweizer Auto-Importeure optimistisch in die Zukunft. Das zeigte sich bei der Podiumsdiskussion des «Tages-Anzeigers» am Donnerstagabend.

Optimistisch: Florian Huettl, Philipp Rhomberg und Morten Hannesbo im Gespräch mit Co-Chefredaktor Markus Eisenhut (v.l.n.r.).

Sophie Stieger

Anlässlich der Präsentation der Auto-Studie 2010 des «Tages-Anzeigers» am Donnerstagabend diskutierte Co-Chefredaktor Markus Eisenhut mit Morten Hannesbo (CEO Amag), Philipp Rhomberg, Generaldirektor Toyota Schweiz, und Florian Huettl (Marketingdirektor Renault Schweiz) über die Herausforderungen im Autobusiness. Einig waren sich dabei alle, dass 2010 ein schwieriges Jahr werde. «Auf Grund der wirtschaftlichen Situation sind die Kunden verunsichert», sagte Hannesbo. Kaufzurückhaltung dürfe man aber nicht mit Rabatten erkaufen. «Wenn ich einmal günstig gekauft habe, zahle ich nie mehr den vollen Preis.»

«Autokauf wird rationaler»

Potenzial sei aber im Markt, versicherte Rhomberg. «Es sind mehr als eine Million alte Fahrzeuge zugelassen. Da steht ein Wechsel an.» Sind unsere Autos zu gut geworden, wollte Chefredaktor Eisenhut wissen. «Das ist eine Tendenz», bestätigte Huettl. «Die Einstellung zum Autokauf wird rationaler, man wechselt nicht mehr aus Lust und Laune das Auto. Und die geringeren Fahrleistungen führen dazu, dass die Autos länger halten.»

Das verhindere ein bisschen das Umsteigen auf sparsamere Modelle, kritisierte Eisenhut, nicht ohne die Randnotiz, dass selbst die Lebensgefährtin von Umweltminister Moritz Leuenberger ein fast 20-jähriges Modell fahre. Das Thema Hybrid habe allerdings auch VW bislang ignoriert. «Das ist eine Spitzenleistung von Toyota und Honda, keine Frage», gab Morten Hannesbo unumwunden zu. «Aber in Europa haben wir effiziente Diesel, die auch für kleine Autos passen. Hybrid ist teuer, das rechnet sich nur im Hochpreissegment.» Rhomberg wollte sich auf keinen Vergleich der Systeme einlassen. «Die Stärke des Hybrid ist der Stadtverkehr.» Dass der Hybridantrieb zu teuer sei, sah auch Florian Huettl so. «Renault setzt deshalb auf kleinere Motoren, die wirtschaftlich tragfähig sind. Zum anderen forcieren wir die Elektrifizierung und führen 2011/12 vier Elektromodelle ein.»

Mit denen kann der Bund keinen Treibstoffrappen mehr verdienen, deswegen könnte er die Steuer erhöhen. «Das ist nicht der richtige Weg, Mindereinnahmen durch Erhöhungen auszugleichen», kritisierte Huettl. «Man sollte auch an die Importsteuer auf Autos denken, die nicht für die Strasse verwendet wird», wandte Rhomberg ein, «300 Millionen pro Jahr.»

An eine nicht nachlassende Mobilität glaubt der Toyota-Chef beim Blick Richtung 2020. «Es wird noch effizientere Motoren geben und Plug-in-Hybride wie den Prius. Elektromodelle für die Städte und Carsharing-Konzepte wie Mobility haben eine Zukunft.» Telematik für intelligente Verkehrsregelung und Elektroantriebe prognostiziert Florian Huettl. Und Morten Hannesbo sieht das Auto der Zukunft als Alleskönner. «Telefon, E-Mail, Navigation – für das Auto der Zukunft kein Problem. Wie ein iPhone wird es kommunizieren und Informationen mit anderen Autos austauschen.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.01.2010, 19:50 Uhr

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