Unterwegs wie einst Magnum, P.I.
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Was man als Halter beachten muss
Die Unterhaltskosten eines 308 GTB/GTS liegen leicht über denen der früheren 6-Zylinder-Modelle (Dino 246 GT/GTS), aber klar unterhalb von 12-Zylinder-Ferraris. Trotzdem ist das Auto nichts für schmale Budgets, unerwartete Reparaturen können das Konto schon mal um grössere vier- oder gar fünfstellige Frankenbeträge erleichtern.
Auch ohne Zwischenfälle sollte man ein- bis dreitausend Franken für Wartung und Unterhalt pro Jahr einplanen. Der Klang des herrlichen Motors bei der nächsten Ausfahrt entschädigt für alle Kosten.
Ach ja, ein Schnauzbart, Dauerwellen und Hawaihemd sind nicht nötig, um den 308 GTS zu geniessen. Aber eine Ray Ban Sonnenbrille macht sich sicher gut.
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In der TV-Serie «Magnum» fährt Detektiv Thomas Magnum einen Ferrari 308 GTS. Doch es hätte auch anders kommen können. Denn als die Fernsehmacher einen offenen Sportwagen suchten, klopften sie zuerst bei Porsche an. Doch dort konnte oder wollte man keinen offenen Porsche 928 liefern – ein solcher figurierte nicht im Flottenprogramm.
Also entschied man sich für den Ferrari 308 GTS. Ein Glücksgriff für Ferrari, denn der noch junge Sportwagen erreichte damit eine ungeahnte Popularität. Dass der Footballer Tom Selleck kaum Platz hatte im knapp geschnittenen Italiener, schien niemanden zu stören. Dabei sind die Platzverhältnisse im offenen Auto noch besser als beim Nachfolger 348, in welchen die Konstrukteure aus Modena den Motor dann längs statt quer wie beim 308 einbauten.
Kleid aus Polyester
Vielen ist heute nicht mehr bekannt, dass der Ferrari 308, der übrigens von Anfang an das aufbäumende Pferd auf der Haube tragen durfte, ursprünglich mit einem Polyesterkleid auf den Markt kam. Die Italiener griffen zum ungewöhnlichen Material, weil sich eine Kunststoffkarosserie schneller fabrizieren liess und nur nach geringem Werkzeugeinsatz verlangte. Heute erreichen gerade diese «Vetroresina»-Modelle, knapp 800 wurden gebaut, die höchsten Preise, denn sie sind leichter als die späteren Stahlblech-Fahrzeuge und der Motor schöpfte sein Benzin aus vier grossvolumigen Weber-Doppelvergasern.
Nach rund 12'000 Exemplaren ersetzt
Aber auch die späteren Vergaser-GTB (für Berlinetta) und -GTS (für Spider) boten vor 30 Jahren gute Fahrleistungen und beschleunigten in rund 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bei der Höchstgeschwindigkeit war bei rund 250 km/h Schluss. Dass man damit heute kaum mehr eine flotte Diesel-Familienlimousine abhängen kann, kann man dem springenden Pferd aus Modena nicht ankreiden. Vor rund 30 Jahren gehörte man mit einem Vergaser-308 zu den schnellsten. Mit der Umstellung von Vergasern auf Einspritzung schwand allerdings dieses Leistungsplus und man musste sich schon fast vor einem VW Golf GTI für weniger als einen Viertel des Preises in Acht nehmen. Erst mit der Einführung der Vierventil-Zylinderköpfe konnten wieder standesgemässe Fahrleistungen garantiert werden. Nach rund 12'000 Exemplaren wurde der Ferrari 308 durch den 328 ersetzt, der eine sanfte Weiterentwicklung ohne Quantensprünge war. Mit dieser Stückzahl war der 308 ein Verkaufserfolg und entsprechend ist auch die Ersatzteilsituation auch heute noch als zumindest ausreichend zu betrachten, wenn gewisse Teile auch fast mit Gold aufgewogen werden müssen.
So fährt sich ein Ferrari 308 GTS heute
Wenn man in den schnittig gezeichneten Italiener steigt, fällt auf, wie klein alles ist. Selbst die Sitze scheinen für kleine Menschen gebaut zu sein und die Kopfstützen reichen, wenn man 1,80 Meter oder grösser ist, kaum bis zum Nacken. Kippschalter und Lenkrad verbreiten bestes Sportwagen-Feeling, nur die Lufteinlässe aus dem Fiat-Teileregal mahnen an den Besitzer von Ferrari. Das Getriebe schaltet sich, wenn es warmgelaufen ist, mit guter Präzision und ohne störende Geräusche. Bis das Öl annähernd Betriebstemperatur erreicht hat, verzichten Ferraristi auf die Nutzung des schwach synchronisierten zweiten Ganges. Der erste Gang liegt links hinten, das sind sich Fahrer Rennsport-naher Fahrzeuge gewöhnt.
Froschartige Sitzposition
Die Pedalerie erfordert keinen übermenschlichen Kraftaufwand. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings die etwas froschartige Sitzposition im Auto, aber damit kann man sich arrangieren. Speziell das Targa-Modell GTS bietet dafür beste akustische Unterhaltung und sogar die Sicht ist wegen der raffinierten Lamellen hinten rundherum vergleichsweise gut. Das Dach lässt sich in wenigen Sekunden demontieren, etwas Zeit erfordert höchstens das Anbringen der Schutzdecke für das Dach. Das Auto ist handlich zu fahren, die aus heutiger Sicht schmalen und ballonartigen (Michelin-)Reifen melden den herannahenden Grenzbereich früh. Ein Benzinverbrauch von 14 bis 20 Liter pro 100 km sollte man schon einkalkulieren, beherzte Gangweise fordert einen Expresszuschlag. Vorsichtiges Warmfahren und regelmässige Ölkontrolle sind selbstverständlich, fehlende ABS oder Traktionskontrolle müssen durch Voraussicht und überlegte Fahrweise kompensiert werden. Das Radio kann man ausgeschaltet lassen und dafür dem melodischen Achtzylinder zuhören. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.02.2011, 11:26 Uhr
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