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Panoramablick garantiert – auch bei Regen

Aufgefrischt an die Frischluft: Renault legt nach Limousine, Coupé und Grandtour jetzt auch die offene Version des kompakten Mégane neu auf – das Cabriolet mit versenkbarem Panoramaglasdach.

1/4 Frisch geliftet: Der Renault Mégane CC soll als Cabriolet und als Coupé bezahlbaren Fahrspass liefern.
Bild: Renault

   

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Hat Renault (RNO 36.665 1.73%) den Durchblick? Im Fall des Mégane CC, des kompakten Coupé-Cabriolets, darf man sagen: Ja. Denn entgegen dem Trend, der nach knapp zehnjähriger Dominanz der Klappdach-Cabrios das klassische Stoffdach eindeutig wieder im Aufwind sieht, halten die Franzosen weiterhin an dieser Technik fest. Mit gutem Grund: Weil sie nach wie vor mehr zu bieten haben, als (fast) die gesamte Konkurrenz im hart umkämpften Kompaktsegment – ein Klappdach ganz aus Glas. Das hat schon bei der Erstauflage des CC viele Käufer fasziniert: 170?000 Exemplare hat Renault seit 2004 verkauft – für ein exklusives Nischenprodukt zu einem nicht ganz billigen Preise eine respektable Zahl.

Platz für 211 bis 417 Liter Gepäck

Das dunkel getönte Panoramadach, das auch bei Regen und Schnee den Durch- und den Rundumblick für alle Passagiere garantiert, macht mit seinen breiten, schwarz glänzenden Holmen aber auch von aussen einen guten Eindruck. Fast ist man versucht zu sagen: Der Mégane CC wirkt geschlossen noch eine Spur eleganter als offen. Zudem muss es für die Passagiere im Fond nicht zwingend ein Nachteil sein, dass ihnen der Wind nicht gar so ungemütlich um die Ohren bläst. Jedenfalls früher als ab 90 km/h, wie Renault wegen eines zusätzlichen Windabweisers verspricht. Und es bleibt auch bei geschlossenem Dach bei einem respektablen Kofferraumvolumen von 417 Litern. Das ist sogar mehr als bei der fünftürigen Mégane-Limousine.

Allerdings: Auch 211 Liter sind noch immer ein guter Wert. So viel verbleibt, wenn man das zweiteilige Glasdach, das Karmann in Osnabrück montagefertig an die Produktionsstrasse im französischen Werk Douai liefert, auf Knopfdruck versenkt hat. In exakt 21 Sekunden verschwindet die Glaskonstruktion im Heck, allerdings nur im Stillstand. Das muss nicht zwingend ein Nachteil sein – für zusätzliches Spektakel, wie sich das eine jüngere Käuferschaft wünschen mag, sorgt es allerdings nicht.

Die Problemzone gut im Griff

Die mehr als 200 Liter sind denn für aviatiktaugliches Handgepäck durchaus ausreichend. Doch die Renault-Designer haben bei der Weiterentwicklung des Mégane CC auch optisch gute Arbeit geleistet und die altbekannte Problemzone aller Klappdach-Cabrios geschickt entschärft. Leicht gestreckt und dank weit in die Flanken hingezogenen, markant vergrösserten Leuchten wirkte das Heck jetzt nicht mehr so pummelig wie zuvor.

Dem besonderen Charakter seines gläsernen Coupé-Cabriolets entsprechend, trägt Renault mit der Neuauflage jetzt auch dessen Fahrdynamik Rechnung. Mit der Markteinführung am 22. Mai kann man den Mégane CC sowohl als sanften Gleiter als auch als sportlichen Flitzer ordern. Je nachdem, wie oft und wie stark man sich dem Wind aussetzen will. Oder eben nicht.

Drei Benziner und ein Diesel

Fürs offene Crusen sind die beiden Benziner mit 131 und 140 PS samt ihrem bewusst auf Komfort ausgerichteten Fahrwerk absolut ausreichend. Wer es sportlicher mag und auf längeren Strecken auch zügig vorwärtskommen will, dem bietet Renault ab sofort zwei GT-Versionen als Alternative an.

Und mit dem aufgeladenen Vierzylinder, der 180 PS leistet und den Spurt von 0 auf 100 km/h in 8,6 Sekunden schafft, geht es in der Tat zügiger zur Sache. Zum sportlichen Temperament, leicht beherrschbar allerdings, tragen auch das tiefer gelegte Fahrwerk, die härtere Abstimmung und die 18-Zoll-Räder bei. Die entsprechende Dieselversion des GT leistet zwar «nur» 160 PS, brilliert aber mit einem Drehmoment von 380 Newtonmetern und sattem Durchzugsvermögen.

Sportlichkeit – nicht Sparsamkeit

Mit der Einführung des GT, mit dem Re-nault die gesamte Mégane-Modellreihe erweitert, also auch Limousine, Coupé und Kombi, schliessen die Franzosen eine Lücke, die sich mit dem Mégane RS aufgetan hat. Mit seinem 250 PS starken Vierzylinder mit Abgasturbolader und Ladeluftkühler hob sich das bullige Coupé den Franzosen offenbar doch etwas zu stark von den übrigen Mégane-Modellen ab, Coupé-Cabriolet inklusive. Das korrigiert Renault jetzt. Und wahrt damit seinen sportlichen Nimbus einmal mehr auch in der Kompaktklasse.

Das alles hat natürlich seinen Preis. Und zwar in doppeltem Sinn. Zum einen erweitert sich die Preisspanne beim Mégane CC mit Einführung der beiden GT-Modelle bis auf 44?800 Franken (den Basis-Benziner gibts ab 37?300 Franken). Zum andern trägt diese Art technischer Entwicklung nicht zwingend zum Spritsparen ein. Dies umso mehr, als nur schon eine Start-Stopp-Automatik beim Mégane offenbar kein Thema ist.

So kommt selbst der Kleinere der beiden Benziner nicht unter die 7-Liter-Marke; Renault gibt für den Normzyklus 7,3 Liter an. Und beim CO2 bewegen sich die Werte für alle vier Motorenvarianten zwischen 169 und 188 g/km. Das ist im Kompaktsegment im Jahr 2010 eindeutig zu viel.

*??Peter Hegetschweiler fuhr den Mégane CC am 12./13. Mai auf Einladung von Renault Schweiz in Spanien.

Renault Mégane CC
Masse: Kompaktes Coupé-Cabriolet mit 4 Plätzen. Länge 4,48 Meter. Breite 1,81 Meter. Höhe 1,43 Meter.
Motoren: Drei Benziner mit 131, 140 und 180 PS (GT), ein Turbodiesel mit 160 PS (Version GT).
Getriebe: 6-Gang manuell oder stufenloses CVT-Getriebe (nur beim 140 PS- Benziner).
Fahrleistungen: Spurt 0 auf 100 km/h in 8,6 bis 11,7 Sekunden, Spitze 195 bis 225 km/h.
Verbrauch: 6,7 bis 8,1 Liter (Werksangabe).
CO2: 169 bis 188 g/km.
Preis: ab 37?300 bis 44?800 Franken.
Infos: www.renault.ch (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.05.2010, 16:23 Uhr

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