Exot in Eile - diesen Tiefflieger aus Deutschland wird es nur 25 Mal geben
Doch dummerweise sind die meisten Super-
sportler nicht nur extrem teuer, sondern in der Regel auch nicht sonderlich alltagstauglich, sagt Markus Schuster und verspricht zumindest 25 Sehr-Viel-Besserverdienern baldige Abhilfe. Schliesslich ist er Chef des Tuners Carlsson aus Merzig. Nachdem die Saarländer bislang nur Mercedes-Modelle veredelt und zum Teil bis zur Unkenntlichkeit individualisiert haben, bauen sie jetzt in einer streng limitierten Auflage von 25 Exemplaren ihr erstes eigenes Auto und machen Schluss mit diesem Dilemma: «Denn mit unserem C25 ist man auf dem Weg ins Büro genauso gut aufgehoben wie auf der Rennstrecke. Und mit einem Brutto-Preis von rund 500'000 Euro ist das Auto für diese Liga sogar noch vergleichsweise günstig», stellt Schuster in Aussicht und schürt so die Neugier auf die Premiere beim Genfer Autosalon.
Aus Schwabenroadster wird Tiefflieger
Was es dort nach rund 18 Monaten Konzeptphase und sechs Monaten Entwicklungszeit zu sehen gibt, ist ein wie immer bei Carlsson zweifarbig lackierter Donnerkeil, der man die technische Verwandtschaft zum Mercedes SL nur noch mit viel Phantasie ansehen kann: Aus dem klassischen Schwabenroadster wurde im Windkanal ein bitterböser Tiefflieger mit langer Haube, flachem Dach, muskulösen Flanken und scharfer Rückseite. Vorne besitzt der C25 riesige Nüstern und an der Seite grössere Kiemen als der Weisse Hai.
Dazu gibt es ein vornehm veredeltes Interieur und vor allem einen stärkeren Motor. Ganz so weit wie sein Kollege Bodo Buschmann von Brabus geht Schuster zwar vorerst nicht und stellt die 1000 PS-Variante allenfalls für später in Aussicht. Doch mit einer neuen Elektronik erreicht der sechs Liter grosse V12 aus Stuttgart statt der 612 PS im AMG-Modell nun stolze 753 PS: Gleichzeitig erreicht das maximale Drehmoment mit 1320 Nm solche Höhen, dass das Getriebe schwächelt und muss deshalb elektronisch auf 1150 Nm limitiert werden. Aber auch das ist allemal genug für eindrucksvolle Fahrleistungen: Den Standardsprint schafft der Donnerkeil deshalb in 3,7 Sekunden, und Schluss ist erst bei 352 km/h.
Reparaturen kann jede Mercedes-Garage ausführen
Für die hohe Alltagstauglichkeit des C25 stehen in den Augen Schusters nicht nur das von Mercedes übernommene Bedienkonzept, die üppige schwäbische Sicherheitsausstattung und die bequemen Sitze, die so gar nichts gemein haben mit den Rennschalen bei Bugatti & Co. Sondern auch das elektronisch geregelte Fahrwerk, das Federn und Dämpfer automatisch entsprechend des Strassenzustandes und des Fahrstils justiert. Und selbst wenn der Wagen mal ein Problem haben sollte, gibt der Bolide nicht die Diva, für die man Spezialisten einfliegen muss: «Egal ob in Kiew, Tokio, Los Angeles oder Dubai: Normale Reparaturen kann jeder Mercedes-Betrieb ausführen», verspricht Schuster.
Dass ihm die aktuelle Wirtschaftslage bei einem Grundpreis von exakt 510 510 Euro einen Strich durch die Rechnung machen könnte, befürchtet der Carlsson-Chef nicht. Denn erstens springt das Geschäft etwa in Moskau, Dubai oder Tokio schon wieder an, und zweitens ist ihm die geringe Stückzahl ein Garant für den Erfolg: «Je exklusiver ein Auto ist, desto besser lässt es sich verkaufen», sagt Schuster, und der Auftragseingang gibt ihm recht: «Die Jahresproduktion für 2010 ist bereits weg.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.01.2010, 11:12 Uhr
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