Ein Kultauto hat Geburtstag
Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 02.11.2011 13 Kommentare
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Der Gründer von General Motors ( 22.44 1.81%) war ein genialer Tüftler namens William Durant. Mit Geld konnte er es jedoch nicht so gut. 1911 wurde er zum ersten Mal von den Banken entmachtet. Da traf Durant den Schweizer Autorennfahrer Louis Chevrolet. Zusammen gründeten die beiden eine Autofirma mit dem gleichen Namen. Wenig später war Durant wieder bei Kasse und kaufte GM zurück. Chevrolet wurde in die wachsende GM-Familie aufgenommen.
Durant hat GM gegründet, zu Ruhm gebracht hat das Unternehmen aber Alfred P. Sloan, bis heute der legendärste Manager der USA. Bis in die Zwanzigerjahre war Ford der führende Hersteller von Massenautos, doch das yT-Modell gab es bekanntlich nur in einer Ausführung: schwarz. Sloan hingegen erkannte, dass die Massen die Abwechslung lieben. Unter dem Motto: «Ein Auto für jeden Bedarf» entwickelte er die GM-Familie mit ihren verschiedenen Marken wie Cadillac, Buick, Oldsmobile und eben Chevrolet.
Der VW-Käfer der Amerikaner
Chevrolet war der VW-Käfer der Amerikaner. In den 60er-Jahren beherrschte GM fast zwei Drittel des Automarktes und Chevrolet war sein bestes Pferd im Stall. Der Chevy war gleichzeitig für viele das erste Auto, das sie sich leisten konnten. Deshalb wurde er in unzähligen Schlager und Rocksongs besungen. Der Corvette Stingray war gleichzeitig das US-Kultauto schlechthin. Auch gestandene und in der Gesellschaft hoch geachtete Männer fühlten sich darin wohl. Ganz anders als in Europa, wo der Stingray bis heute als übler Milieu-Schlitten gilt, in dem sich kein rechtschaffener Bürger blicken lassen würde.
Der unaufhaltsame Abstieg des Chevys begann in den 80er Jahren. Die grossen Drei aus Detroit bauten damals die berühmt-berüchtigten Box-Cars, langweilige Mittelklassewagen, die hässlich aussahen, unsäglich viel Benzin schluckten und schon kurz nach dem Kauf auseinanderfielen. Die Amerikaner entdeckten bald ihre Liebe zu Toyota und Volvo. 2009 ging GM bankrott und musste von der Regierung gerettet werden. Der Marktanteil von Chevrolet war auf 12,7 Prozent gesunken.
Chevrolet ist europäisch geworden
Am 3. November kann Chevrolet seinen 100. Geburtstag feiern - und es geht dem Jubilar wieder ordentlich. Was Menschen in der Regel nie tun, hat die Marke Chevrolet geschafft: Sie hat im hohen Alter ihren Charakter vollkommen geändert. Chevrolet ist europäisch geworden. Erfolge feiert das Modell Cruze, ein sehr stark von Opel inspirierter Kleinwagen. Früher hiess es: kleine Auto gleich kleine Gewinne. Inzwischen hat Detroit gelernt, wie man auch mit Kleinwagen gute Profite einfahren kann. Selbst in diese Modelle werden massenhaft Accessoires eingebaut, geheizte Ledersitze, GPS, Unterhaltungssystem und automatische Parkhilfen. Das kommt bei den Amerikanern gut an, und die Tatsache, dass diese Kleinautos sehr viel weniger Sprit verbrauchen, hilft in einer Wirtschaftskrise mit hohen Benzinpreisen ebenfalls.
Weil der Markt es verlangt, setzen alle US-Hersteller inzwischen auf europäisch inspirierte Kleinwagen. SUV-Monster wie Hummer oder der Ford Excursion sind ausgestorben. Der Mini von BMW findet mehr Käufer als der Cadillac Escalade, ein rollendes Einfamilienhaus. Und in Texas – man kann es kaum fassen – haben die Autojournalisten den Fiat 500 zum schönsten Autos des Jahres 2011 erkoren. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.11.2011, 08:51 Uhr
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13 Kommentare
Danke für die Bilder (bis auf das letzte). Das waren noch Chevi`s. Nur wenn ich die heutigen kleinen Schnupftrucken sehe die dann noch Stolz das Chevrolet-Logo tragen habe ich ein bisschen Mühe. Sorry aber das hat nichts mehr mit Chevrolet zu tun! Antworten
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