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Vive la révolution!

Peugeot lässt aufhorchen: Die Franzosen kombinieren im 3008 Hybrid4 einen Dieselmotor mit einem Elektromotor.

1/8 Kommandozentrale: Der «Herrscher» über Diesel- und Elektromotor fühlt sich im 3008 Hybrid4 wie in einem Sportwagen, nicht wie in einem Crossover.
Bild: Peugeot

   

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In den vergangenen Monaten hat sich die französische Löwenmarke Peugeot mit der Lancierung der «Audi-TT-Kopie» RCZ nicht nur Freunde gemacht. Vor allem in Ingolstadt nahm man den deutlich günstigeren Sportler eher zähneknirschend zur Kenntnis. Doch dem Publikum und den Kunden ist das egal. Zumindest in der Schweiz. Denn hier steht Peugeot auf dem Gaspedal und hat in den ersten sieben Monaten ein Plus von 25,9 Prozent bei den Verkäufen erzielt.

Kein Wunder: Das Jahr 2010 scheint in der Schweiz ohnehin unter französischer Flagge zu stehen. Renault hat im gleichen Zeitraum sogar um 30,5 Prozent zugelegt, und auch Citroën freut sich über ein Plus von 21,5 Prozent.

99 Gramm CO2 pro Kilometer

Dieser Boom dürfte auch in den kommenden Monaten anhalten: Renault steht bald mit seinen Elektroautos am Start, und Peugeot sorgt an der Mondial de l’Automobile Anfang Oktober in Paris nicht etwa mit einer weiteren Kopie für Furore, sondern mit einer kleinen Revolution — dem weltweit ersten Diesel-Hybrid! Denn bis heute hat noch kein anderer Hersteller die naheliegende Kombination eines E-Motors mit einem sparsamen Dieselmotor auch in Serie umgesetzt.

Das erstaunt umso mehr, wenn man die ersten Detailangaben der Franzosen zum 3008 Hybrid4 liest: Der 200 PS starke Crossover soll im Drittelmix nur 3,8 Liter konsumieren. Damit unterbietet er mit 99 Gramm CO2 pro Kilometer auch die magische 100-Gramm-Marke. Für die Franzosen steht fest: «Dieses Auto stellt die Krönung eines Projekts dar, bei dem sämtliche Entwicklungskompetenzen mobilisiert wurden, bis das Ergebnis mit den hohen Umweltansprüchen der Marke übereinstimmte und gleichzeitig höchsten Fahrgenuss versprach.»

Systemleistung von 200 PS

Die Fakten: Peugeot kombiniert im 3008 Hybrid4 den 163 PS starken 2,0-Liter-Diesel mit einem E-Motor, der maximal 37 PS mobilisiert. Das ergibt eine imposante Systemleistung von 200 PS. Zum direkten Vergleich: Die Systemleistung des Toyota Prius liegt bei 136 PS. Das maximale, vom Selbstzünder an der Front abgegebene Drehmoment beträgt 300 Nm, das Drehmomentmaximum des Elektromotors am Heck 200 Nm. In der Summe verfügt der Hybrid also über 500 Nm.

Diese Kraft kann der Fahrer mittels vier verschiedenen Antriebsmodi auf die Strasse dirigieren. Im «Auto»-Modus regelt die Elektronik vollautomatisch den Wechsel vom Verbrennungs- auf den Elektromodus und umgekehrt. Wer möglichst oft und lange stromern will, wählt am Drehknopf den «ZEV»-Modus (ZEV = Zero Emission Vehicle). In diesem Fall wird die Unterstützung durch den Diesel auf das Beschleunigen reduziert, sobald die Hochspannungsbatterien einen bestimmten Ladestand erreicht haben.

Im besonders für die Schweizer Kunden wichtigen «4WD»-Modus agieren beide Motoren ständig gleichzeitig, wobei die Hinterachse vom E-Motor, die Vorderachse vom Diesel angetrieben wird. So macht der Winter keine Sorgen. Und wers ein wenig sportlicher mag, dreht auf «Sport» — dann werden die Schaltvorgänge des automatisierten 6-Gang-Getriebes verkürzt, und der Motor dreht höher.

Die Batterie sitzt im Kofferraum

Doch weil der 3008 Hybrid4 in erster Linie sparen soll, ist auch ein Start-Stopp-System an Bord, und im Schubbetrieb und beim Bremsen wird die Ni-MH-Batterie wie in anderen Hybridautos aufgeladen. Die Batterie sitzt übrigens im Kofferraum, der deswegen rund 70 Liter Ladevolumen verliert. Als Hybrid passen so noch 362 bis 1500 Liter in den Franzosen.

Und sonst? Im Westen nichts Neues. Wieso auch: Das Cockpit des 3008 ist noch immer ein Hingucker, zudem gibts neue Scheinwerfer, das neue Markenlogo und vor allem die prestigeträchtige Aufschrift «Hybrid4». Was das kosten wird, wollen die Franzosen aber noch nicht verraten.

Peugeot stromert seit 1995

Bezüglich Elektroantrieb kann sich PSA Peugeot Citroën auf eine lange Tradition berufen. Bis heute ist der zwischen 1995 und 2003 vertriebene 106 Electric mit knapp 10?000 Exemplaren das weltweit am häufigsten verkaufte Zero Emission Vehicle. So sieht sich Peugeot «als Pionier der industriellen Fertigung elektrischer Fahrzeuge». Ende 2010 lancieren die Franzosen mit dem iOn einen neuen Stromer. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.08.2010, 12:38 Uhr

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