Seat Exeo ST: Ich bin auch ein Audi

Von Thomas Geiger und Markus Cavelti. Aktualisiert am 09.06.2009 1 Kommentar

Nach der Exeo-Limousine bringt Seat im August den Kombi ST an den Start. Noch immer mit den Qualitäten des alten Audi A4.

Der erste Seat-Kombi seit sieben Jahren: Exeo ST.

Der erste Seat-Kombi seit sieben Jahren: Exeo ST.
Bild: Seat

Audi-Gene: Der Kombi basiert wie die Limousine auf dem Audi A4.

Audi-Gene: Der Kombi basiert wie die Limousine auf dem Audi A4.

Gediegene Sportlichkeit im Innenraum.

Gediegene Sportlichkeit im Innenraum.

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Seat greift einmal mehr ins grosse Regal des VW-Konzerns. Weil die Spanier sehr schnell ein buntes Premierenfeuerwerk abbrennen und nicht erst lange neue Modelle entwickeln wollten, haben sie schon im Frühjahr den alten und erfolgreichen Audi A4 recycelt und mit frischer Schminke und modernisierter Technik – laut Seat sind 30 Prozent aller Teile neu – zum Exeo gemacht. Das kam bei den Kunden so gut an, dass nun bereits der zweite Streich folgt. Nach der Limousine fährt nun auch der Avant durch den spanischen Jungbrunnen und rollt am 21. August als Seat Exeo ST zu den Händlern. Die Kombiversion des Exil-Bayern, für dessen Produktion sogar die gesamten Fertigungsanlagen nach Barcelona gekarrt wurden, ist für den Schweizer Markt besonders wichtig. «Wir rechnen mit einem Kombi-Anteil von 80 Prozent», heisst es bei Seat-Importeur Amag.

Seat Exeo ST ab 31'550 Franken

Die Interessenten können sich zu einem Grundpreis von 31'550 Franken (1.6 MPS Reference) auf einen schnörkellosen und grundsoliden Kombi freuen, der wie die Limousine allerdings nur 4,67 Meter lang ist. Wo andere Hersteller dem Kombi gerne ein paar zusätzliche Zentimeter spendieren, haben sich die Spanier mit Blick auf das Gewicht und die Fahrdynamik selbst beschränkt und nehmen dafür auch ein paar Einbussen hin – denn mit 442 Litern Stauraum bis zum serienmässigen Gepäckrollo und 1354 Litern bis unters Dach ist der ST sicher kein Packesel.

Zudem sind der doppelte Ladeboden und das in der Heckklappenverkleidung versteckte Warndreieck die einzigen besonderen Details des Kombis. Klevere und praktische Lösungen wie eine Einfinger-Bedienung zum Umlegen der Rückbank, Gleitschienen oder verschiebbare Befestigungselemente sucht man im Spanier vergebens. Daran merkt man, dass für den Seat Exeo eigentlich schon vor zehn Jahren die Zeit stehen geblieben ist.

Doch das ist alles schnell vergessen, wenn man erst einmal hinter dem Steuer sitzt. So vornehm und edel wie im Exeo geht es in keinem anderen Seat zu. Selbst der VW Passat könnte sich davon eine Scheibe abschneiden: Der Blick schweift über hochwertige Kunststoffe, die Finger streichen über weiches Leder, das Cockpit gibt keine Rätsel auf, und die Hände greifen in ein Lenkrad, das einem ein sehr gutes Gefühl für die Strasse gibt. Denn so solide, wie der Exeo ST wirkt, so fährt er sich auch.

Nicht ganz so sportlich abgestimmt wie in seinem ersten Leben als A4 Avant, meistert der Spanier seinen Spagat zwischen komfortablem Langstreckenauto und sportlichem Lifestyle-Kombi locker: Straff aber komfortabel und vor allem sehr präzise lässt er sich nahe an der Ideallinie führen und macht fast so viel Spass wie die sportlichen FR- und Cupra-Modelle in den kleineren Baureihen.

Flüsterleiser Diesel

Natürlich steigt das Vergnügen auch im Exeo ST mit der Leistung. Nicht umsonst decken die je drei Benziner und Diesel ein Spektrum von 102 bis 200 PS ab. Doch man muss gar nicht ganz oben einsteigen, um ein wenig Spass zu haben. Dafür genügt schon der mittlere Diesel, der aus zwei Litern Hubraum 143 PS schöpft und mit bis zu 320 Nm zu Werke geht. Von einem knackigen Sechsganggetriebe an der kurzen Leine geführt, beschleunigt er den Kombi in 9,6 Sekunden auf Tempo 100, ist mit 207 km/h viel schneller, als es die spanische und die schweizerische Polizei erlaubt, und gibt sich dennoch mit 5,7 Litern zufrieden. Ausserdem ist er dank modernster Common-Rail-Technik ein echter «Dieselflüsterer» und klingt viel besser als die Motoren im alten Flaggschiff Toledo, das in homöopathischen Dosen wacker weitergebaut wird.

Sieben Jahre nachdem die Spanier mit dem Cordoba Vario ihren letzten Kombi in Rente geschickt haben, sind sie jetzt offenbar wieder auf den Geschmack gekommen. Der Exeo ST, der im Vergleich zur Limosine 1600 Franken mehr kostet, wird deshalb nicht lange allein bleiben: Schon zum Jahreswechsel bekommt auch die Ibiza-Familie wieder Nachwuchs. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.06.2009, 13:37 Uhr

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1 Kommentar

Karl Steiner

09.06.2009, 19:41 Uhr
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Fehlt nur noch der Allradantrieb und ich würde mir einen neuen Seat statt wieder einen gebrauchten Audi kaufen. Bin gespannt, ob der noch kommt oder ob die Spanier keinen anbieten dürfen, weil sie dann der teuren Konkurrenz zu gefährlich würden... Antworten



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