Grosser Auftritt für den neuen VW Jetta

Aktualisiert am 24.06.2010

VW enthüllte den neuen US-Hoffnungsträger Jetta im Herzen des Big Apple.

Grosse Show: Volkswagen präsentierte den neuen Jetta diese Woche auf dem New Yorker Times Square.

VW

Er ist einer der berühmtesten Plätze der Welt und Bühne für die grössten Feiern auf dem amerikanischen Kontinent. Wo, wenn nicht auf dem legendären Times Square in New York, muss man also ein Auto zeigen, das eine neue Ära einleiten und die Welt im Sturm erobern will. Mit dieser rein rhetorischen Frage hat der amerikanische VW- Chef Stefan Jacoby diese Woche mitten auf der wichtigsten Kreuzung von Manhattan den neuen Jetta enthüllt.

Duell mit dem Toyota Corolla

Für europäische Augen wirkt der grosse Zauber um die kleine Limousine ein wenig übertrieben. Denn hier kommt das Stufen- heckmodell nicht aus der Nische. Doch in Amerika ist der Jetta für VW ein Bestseller. Jedes zweite Auto, das die Deutschen dort verkaufen, stammt aus dieser Baureihe. Und bald sollen es noch viel mehr werden. Denn mit neuer Technik, geschärftem Design und einem deutlich reduzierten Preis will VW dem Toyota Corolla ans Leder. So wird der neue zum Hoffnungsträger und Verkaufsförderer, der ein Gros des programmierten Wachstums stemmen soll. Schliesslich will VW auf dem Weg an die Spitze der Autowelt seine Zahlen in Amerika bis 2018 glatt verdreifachen und auf 800 000 Zulassungen im Jahr steigern. Für so ein Auto kann man sich deshalb auch eine grosse Party auf dem berühmtesten Platz der Welt leisten.

Nach mittlerweile knapp zehn Millionen Exemplaren in fünf Generationen hat sich der einstige «Rucksack-Golf» endgültig zu einer eigenständigen Limousinen gemausert. Gezeichnet im Stil der Coupe-Studie von der Detroit Motor Show 2010, wird der Viertürer zum eleganten Schöngeist, der einem Passat CC näher ist als einem Golf. Das erkennt man auch an den Massen. So haben die VW-Ingenieure den Wagen im Radstand um sieben und in der Länge sogar um neun Zentimeter gestreckt und kommen mit nun 4,64 Metern nahe an die Mittelklasse. Der Lohn der Mühe sind grosszügige Platzverhältnisse — hinten gewinnen die Passagiere fast zehn Zentimeter.

Ab 15 995 Dollar

Während die Amerikaner grosse Motoren mit bis zu 2,5 Liter Hubraum und 200 PS — darunter auch wieder einen sehr erfolgreichen Diesel — bekommen, geht in Europa das Downsizing weiter. Kleine Hubräu- me und Aufladung heisst hier das Rezept für einen zeitgemässen Verbrauch. So startet die Limousine in Europa im kommenden Jahr mit einem nur 1,2 Liter grossen Benziner, der 105 PS leistet. Darüber rangieren der TSI mit wahlweise 122 oder 160 PS sowie als sportliches Flaggschiff wie in Amerika der zwei Liter grosse Turbo-Direkteinspritzer mit 200 PS. Für die Diesel-Fraktion gibts einen 1,6 Liter grossen TDI mit 105 PS und einen 2-Liter mit 140 PS. Und der Preis? Sehr heiss: In den USA rollt der neue Jetta ab 15 995 Dollar an den Start. Von solchen Preisen kann man in Europa nur träumen.

Erstellt: 24.06.2010, 16:22 Uhr

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