Neues Duell auf höchster Ebene
Studien für chinesische Automessen haben bei BMW ein bisschen ein schlechtes Omen. Denn als die Bayern vor drei Jahren die traumhafte Coupé-Limousine CS ins Rampenlicht gerückt haben, war zwar der Applaus gewaltig. Doch mindestens so laut war das Jammern, als sie das Projekt zwei Jahre später wegen der Wirtschaftskrise zu Grabe getragen haben. Jetzt nehmen sie einen neuen Anlauf und zeigen am Rande der Auto China in Peking als späte Antwort auf den Mercedes CLS das Gran Coupé, das einer ganz ähnlichen Idee entspringt.
High-Performance-Coupé
Wo beim ersten Entwurf für ein viertüriges Coupé die Eleganz im Vordergrund stand, dreht sich diesmal alles um den Elan. «Wir haben den Anspruch, das viertürige High-Performance-Coupé mit den sportlichsten Proportionen und dem elegantesten Design zu bauen», sagt Designchef Adrian van Hooydonk mit Blick auf die kraftstrotzende Studie.
Obwohl man dem Gran Coupé die Handarbeit der Modellbauer noch sehr deutlich ansieht, braucht es für das Bild von einem Serienmodell nicht viel Fantasie. Schliesslich gibt der Baukasten von 5er und 7er alles her für eine weitere Variante – zumal daraus fürs nächste Jahr ohnehin das neue 6er-Cabrio und ein paar Monate später die nächste Auflage des Coupés entstehen. Warum also nicht auch noch ein 6er-Gran-Coupé daraus machen, wenn Mercedes mit dem CLS so erfolgreich ist und Audi für den Jahreswechsel einen ganz ähnlich gestrickten A7 anvisiert hat?
Zwar will bei BMW noch keiner die konkreten Absichten für den Luxusliner
bestätigen. Und auch wenn die Studie nach dem kurzen Gastspiel in Peking jetzt erst wieder in den geheimen Studios der Designer verschwindet, hält BMW-Pressesprecher Ulrich Knieps ein Wiedersehen für sehr wahrscheinlich. «In zwei, drei Jahren», heisst es in München, «könnte es so weit sein.»
Neue Front für den CLS
Etwa gleich viel Zeit rechnet man bei der Konkurrenz in Stuttgart, um eine weitere Nische zu besetzen. Nachdem die Schwaben beim CLS vor sieben Jahren mit dem ersten 4-türigen Coupé einen guten Riecher bewiesen haben und einen Trend setzten, versuchen sie es jetzt mit einem Raumkonzept, dem Shooting Break.
Die adrette Nase des Shooting Break mit den Voll-LED-Scheinwerfern werden wir allerdings schon viel früher auf unseren Strassen sehen. «Bis zur B-Säule entspricht die Studie bereits dem Serienmodell», heisst es in Stuttgart. Weitere Highlights der Studie von Mercedes: ein Glasdach, das sich auf Knopfdruck wie im Maybach dimmen lässt, und ein neuer V6-Motor mit 3,5 Liter Hubraum, der besonders sparsam ans Werk gehen soll. Wie sparsam steht noch nicht fest, aber an den 306 PS wird wohl nichts mehr geändert. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.04.2010, 14:47 Uhr
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