Neuer Mazda6 mit Sex-Appeal
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Er war – oder besser gesagt ist – die graue Maus in der Mittelklasse. Doch schon bald treibt es der Mazda6 bunt. Denn in Tokio enthüllt der japanische Hersteller diesen Monat die auffallend dynamische Studie Takeri, die einen ziemlich konkreten Ausblick auf die nächste Generation des Flaggschiffs geben wird.
Die Limousine ist ganz im Geist der neuen Designsprache Kodo betont sportlich gezeichnet, lässt die Muskeln aus allen Perspektiven spielen und ginge glatt auch als trendiges Coupé mit vier Türen durch. Kein Wunder also, dass man im Headquarter in Hiroshima auf dieser Basis bereits von einem Crossover-Modell irgendwo zwischen Mercedes-Benz CLS und BMW X6 fantasiert.
Hypnotisches Interieur
Aber der Takeri nimmt die Messegäste an der Tokio Motorshow nicht nur von aussen für sich ein. Wer den Wagen von innen sieht, wird zum ersten Mal seit langer Zeit tatsächlich wieder richtig Lust haben, in einen Mazda einzusteigen. Denn die kunststoffgraue Beliebigkeit der aktuellen Mittelklasse weicht zumindest bei der Studie einem sportlich-schicken Ambiente aus Lack und Leder, das den Fahrer endlich wieder ins Zentrum des Geschehens rückt. Die Sitze wirken auf den ersten Fotos stark konturiert, die Instrumente haben eine beinahe hypnotische Wirkung, das Lenkrad ist wie bei einem Sportwagen unten abgeflacht, und der Schaltknauf ginge auch als Schubknüppel in einem Düsenjäger durch.
Das passt – denn Mazda hat auch in der Schweiz Schub nötig: Bis Ende September lagen die Japaner bereits 7,6 Prozent hinter den Verkäufen des Vorjahres zurück.
Zwar will der Mazda Takeri beim Design mit jedem Zentimeter sportlich wirken. Doch unter dem Blech regiert vor allem der neue Sparkurs der Japaner. Denn genau wie der kleine Geländewagen oder Crossover CX-5, der Anfang des Jahres in den Handel kommt, profitiert die nächste Generation des Flaggschiffs vom Technologiepaket Skyactiv. Das steht nicht nur für eine Leichtbauplattform, mit der zum Modellwechsel mal eben 100 Kilogramm dahinschmelzen werden. Sondern das steht auch für neue Motoren und neue Getriebe, die mehr Leistung bei weniger Verbrauch bieten.
Dabei hilft ihnen neben der Umstellung auf Direkteinspritzung und der extrem hohen Verdichtung auch eine serienmässige Start-Stopp-Automatik und erstmals bei Mazda ein System zur Bremsenergie-Rückgewinnung. Obwohl die Leistung mit etwas Glück auf deutlich mehr als 200 PS steigen dürfte, sollte der Verbrauch der sparsamsten Variante damit auf unter vier Liter fallen.
Serien-Premiere in Genf
Natürlich ist der modische Mazda Takeri noch eine Studie, und ein bisschen was wird sich bis zur Serienpremiere auf dem Genfer Auto-Salon im Frühjahr 2012 wohl schon noch ändern. Doch anders als der zum Niederknien schöne Sportwagen Shinari habe der Viertürer für Tokio bereits eine solide Bodenhaftung, heisst es bei Mazda: Viel mehr als Farben und Felgen werden sich kaum mehr ändern, versprechen die Japaner. Und wer das nicht glauben mag, dem empfehlen sie einen Blick auf den Minagi vom Genfer Salon dieses Frühjahrs. Denn aus dem ist mittlerweile ohne nennenswerte Abstriche der kompakte CX-5 geworden. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 31.10.2011, 18:56 Uhr
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