Mit mehr Luxus und Leistung ins Ungewisse
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Zwar wurden seit der Neugründung der Marke längst mehr Autos verkauft, als während ihrer ersten Karriere von 1919 bis 1941. Doch mit 2008 kaum mehr als zwei Dutzend Zulassungen in Deutschland und einem Produktionsvolumen von angeblich gerade noch 200 Autos im letzten Jahr, stehen dicke Fragezeichen hinter dem Luxusliner. Wenn es ein Ausstiegsszenario gäbe, bei dem der Stern nicht an Glanz verlöre, hätten die Daimler-Manager längst die Notbremse gezogen. So jedoch spielen die Schwaben weiter auf Zeit und verschaffen sich mit einer ersten Modellpflege noch einmal etwas Luft. Zwar bleibt es weiterhin bei der alten S-Klasse als Basis, so dass neue Assistenzsysteme auch künftig nicht erhältlich sind. Doch zumindest gibt es jetzt noch mehr Luxus und Leistung sowie ein paar pfiffige Extras auf der Optionsliste. Und damit man dem 5,73 Meter langen Maybach 57 sowie dem um 40 Zentimeter gestreckten Maybach 62 die Überarbeitung auch ansieht, wurde zudem das Design ein wenig retuschiert: Der Kühlergrill steht jetzt noch glänzender im Wind, die Motorhaube hat etwas mehr Kontur, in den Stossfängern strahlen LED-Tagfahrleuchten und die Rücklichter haben etwas mehr Tiefenwirkung.
Das wichtigste ist den verwöhnten Kunden die exklusive Ausstattung. Deshalb hat Mercedes die ohnehin schon lange Liste der Extras noch einmal kräftig erweitert und neue Kombinationen zugelassen: So können nun auch die Kunden des «kurzen» Modells die Ruhesitze aus dem Maybach 62 bestellen. Auf Wunsch gibt es handgeflochtene oder mit glitzernden Swarowski-Elementen veredelte Sitzkedern, die Flakon-Beduftungsanlage aus dem Sondermodell Zeppelin und einen WLAN-Router für drahtlosen Internetzugang. In den 62er-Modellen mit Trennwand wird auf Wunsch zudem ein 19-Zoll-Monitor montiert, der manchen Wohnzimmerfernseher in den Schatten stellt. Und damit die Kunden auch bei eingetrübtem Trennglas nicht den Überblick verlieren, überträgt eine Videokamera das Strassenszenario nach hinten.
Überarbeitete Motoren für alle Modelle
Obwohl es dem Maybach an Leistung schon bislang nicht gemangelt hat und der Verbrauch den Kunden in der Regel herzlich egal ist, haben die Ingenieure auch den Motor überarbeitet. Im Maybach 57 und 62 leistet der sechs Liter grosse Zwölfzylinder zwar unverändert 550PS. Doch geht der Verbrauch um 0,9 auf 15,0 Liter zurück. Die Sportversion in den Modellen 57S und 62 S legt in der Leistung noch einmal 18 PS zu und erreicht nun 630 PS. Dennoch geht auch hier der Verbrauch um 0,6 auf 15,8 Liter zurück. Mit bis zu 1000 Nm beschleunigt der V12-Motor den 57S jetzt in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 275 km/h. Für die Langversion stehen 5,1 Sekunden und 250 km/h im Datenblatt.
Wie es nach der Modellpflge weitergeht mit Maybach und Mercedes, ist noch völlig offen. Zwar gibt es angeblich jede Menge Ideen für neue Modelle in allen Grössen, exklusive Sonderserien oder veredelte Mercedes-Baureihen. Doch entschieden ist noch nicht. Und hetzen lassen will sich der Vorstand dabei auch nicht. «Denn unserer Kerngeschäft geht vor», sagt Vertriebsvorstand Joachim Schmidt. Und bei aller Liebe zu Maybach gibt es da Fragen und Aufgaben mit einer grösseren Tragweite. Kein Wunder also, dass sich Daimler mit dem Facelift erst noch einmal etwas Zeit erschlichen hat. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.04.2010, 16:21 Uhr
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