«Dieser Rolls-Royce rettet die Welt»
Schauspieler Rowan Atkinson, den alle Welt als Mr. Bean kennt, ist begeisterter Autosammler als auch Rennfahrer und fährt selbst einen Rolls-Royce. (Bild: Rolls-Royce)
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Egal ob James Bond oder Johnny English: Der Geheimagent ist im Kampf gegen das Böse nicht allein auf sich gestellt. So verfügt auch Johnny English über ein gut gefülltes Arsenal mit Spezialwaffen und einem passenden Auto. Wo sich Bond mit einem Aston Martin begnügen und zwischendurch sogar BMW oder Ford fahren musste, ist für Johnny English nur das Beste gut genug. Ein Rolls-Royce ist deshalb das Mindeste, was «MI7» seit Donnerstag über die Leinwand kutschiert.
9 Liter und 16 Zylinder
Da passt es gut, dass Schauspieler Rowan Atkinson, den alle Welt als Mr. Bean kennt, begeisterter Autosammler und Rennfahrer ist, selbst einen Rolls-Royce fährt und einen engen Draht zum Rolls-Royce-Chefdesigner Ian Cameron hat.
Allerdings kann es für einen aussergewöhnlichen Agenten kein gewöhnliches Auto geben. Deshalb hat Rolls-Royce für Johnny English einen ganz speziellen Phantom entwickelt. Zwar sind die Briten auch sonst für alle Sonderwünsche offen, weil die Kunden dafür gerne oft noch einmal den kompletten Kaufpreis zusätzlich bezahlen. Doch so besonders wie das Film-Auto war noch kein Phantom vor ihm. Denn statt des 6,75 Liter grossen V12Motors steckt unter der Haube nun der erste 16-Zylinder der Firmengeschichte. Und wenn man Insidern aus Goodwood glauben darf, dann fährt der Wagen damit sogar. Wie stark der 9 Liter (!) grosse Motor ist und wie schnell das Auto damit fährt, darüber verlieren die Briten natürlich kein Wort. Schliesslich ist der Phantom mit dem Kennzeichen «JE 1» das geheime Auto des Geheimagenten. «Schnell wie der Wind, nur leiser», das ist alles, was sie sich dazu entlocken lassen.
Auto mit Charakter
Genauso wenig Worte machen sie über die Spezialausstattung des blauen Coupés mit der verführerischen weiblichen Stimme. Klar, dass der Wagen kugelsicher ist, kann man sich denken. Und den Trick mit den Wechselkennzeichen kennt man schon von 007. Doch wie sie den Autopiloten mit Sprachsteuerung hinbekommen haben, oder wie sie kurz vor dem ersten Abschlag einen Satz Golfbälle in die Mittelablage zaubern, das bleibt wohl ein ewiges Geheimnis.
Nicht minder eindrucksvoll sind die Tricks mit der Sprachsteuerung und dem Autopiloten, die sich selbst von Johnny Englishs wirren Kommandos nicht aus der Fassung bringen lassen. Und wenn sich der Rolls mit einem Laserstrahl aus den Augen der Kühlerfigur Spirit of Ecstasy den Weg durch die Wände freischneidet, dann versteht man, warum Atkinson von einem «guten Kumpel» spricht: «Dieses Auto eilt seinem Besitzer zu Hilfe, wenn ihn alle anderen schon aufgegeben haben.» Es habe einen Charakter, es spiele eine eigene Rolle und es habe am Ende eine wichtige Aufgabe, sagt der Schauspieler: «Wenn man so will, dann rettet dieser Rolls-Royce sogar die Welt – zumindest in unserem Film.»
Hat der Phantom überlebt?
Ob der Phantom V16 den Film heil übersteht und ein besseres Schicksal erleidet als die meisten Bond-Autos, wird sich zeigen. Doch die Chancen stehen nicht gut. Erstens stolpert Johnny English mehr durch seine Abenteuer, als dass er sie meistert. Und zweitens ist Rowan Atkinson zwar auf der Leinwand ein begnadeter Komiker und im echten Leben ein absoluter Autofan. Doch hinter dem Lenkrad hatte der Rolls-Fahrer und Rennwagenfan schon öfter Pech. Die letzten PS-Schlagzeilen jedenfalls machte er als Bruchpilot am Steuer eines McLaren F1. Auch ein britisches Auto, ebenfalls extrem schnell – und genau wie der Phantom vor allem sündhaft teuer. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.10.2011, 20:42 Uhr
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