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Warm-up für die Weltpremiere: Unterwegs mit dem Mazda CX-5

Von Thomas Geiger. Aktualisiert am 04.09.2011

Mit dem neuen CX-5 will Mazda gegen VW Tiguan, Ford Focus und Co. punkten.

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Ein Hotel im Nirgendwo, davor ein Container und ringsherum tänzeln japanische Ingenieure von einem Fuss auf den anderen: Denn was da getarnt aus der Blechkiste rollt, ist nichts weniger als das wichtigste Auto, das Mazda im kommenden Jahr ins Rennen schicken wird – der CX-5. Er ist nicht nur der erste Beitrag der Japaner für das unverändert boomende Segment der kompakten SUV, in dem Autos wie der VW Tiguan oder der Ford Focus zu Hause sind. Sondern der SUV ist auch das erste Modell, in dem sie ihre Skyactive-Technologien zum Einsatz bringen.

Technik von A bis Z neu

Unter diesem Oberbegriff summieren die Entwickler um Technikchef Hirotake Kanazawa alle Lösungen, mit denen sie den CO2 ihrer Flotte bis 2015 um fast 25 Prozent senken wollen. Deshalb hat der CX-5 nicht nur ein neues Format und von Designchef Ikeo Maedo zudem eine neue Formensprache. Sondern auch die Technik ist völlig neu: «Bodengruppe, Karosserie, Fahrwerk, Motoren, Getriebe – nichts davon haben wir bislang in einem anderen Modell eingebaut», so Kanazawa.

Jeder Baustein dient natürlich zuallererst einem geringeren Verbrauch: So ist die gesamte Konstruktion 100 Kilo leichter als bei einem konventionellen Auto, die Motoren bieten mehr Leistung und Drehmoment und sind trotzdem mit weniger Sprit zufrieden, und selbst die Getriebe gehen mit einem Verbrauchsvorteil von bis zu sieben Prozent in die Kalkulation ein. So wiegt der CX-5 im besten Fall keine 1400 Kilogramm und ist sogar noch 70 Kilo leichter als der zehn Zentimeter kürzere VW Tiguan. Und obwohl die Japaner auf eine Doppelkupplung ebenso verzichtet haben wie auf den Turbo für den Benzindirekteinspritzer, soll sich der Diesel mit nur 4,5 Litern auf 100 Kilometer begnügen und selbst der stärkste Benziner nicht über 6 Liter kommen.

Angeboten wird der CX-5 voraussichtlich mit drei Motorvarianten, die weitgehend frei mit Allrad- oder Frontantrieb, Handschaltung oder Automatik gekoppelt werden können. Den Einstieg markiert ein 2 Liter grosser Benziner mit 165 PS, als Alternative gibt es einen 2,2 Liter grossen Diesel, der wahlweise mit 150 oder 165 PS ausgeliefert wird. Er geht mit bis zu 420 Nm, bringt den CX-5 ausgesprochen flott in Fahrt und beweist, dass bei aller Vernunft das Vergnügen nicht auf der Strecke bleibt.

Bevor der 4,54 Meter lange Hoffnungsträger auf der IAA in Frankfurt seine Weltpremiere feiert, laufen hier am Ende der Welt die letzten Abstimmungsfahrten. Die abgelegenen Strecken mit dem schlechten Belag hat Projektleiter Hideaki Tanaka mit Bedacht gewählt. Klar testet Mazda auch deshalb auf Island, weil sich hier ausser den vielen Hunderttausend Schafen niemand für die merkwürdig beklebten Autos interessiert. Und natürlich kann der CX-5 auf den bisweilen nur geschotterten Strecken auch seinen variablen Allradantrieb ausspielen, der bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Hinterachse leitet und das Auto sicher in der Spur hält.

Doch vor allem geht es Tanaka um die vielen Kurven, auf denen der CX-5 seine sportliche Seite zeigen kann. «Wir haben ihn zum MX-5 unter den Geländewagen gemacht», sagt Entwicklungschef Kanasawa. Das Fahrwerk straff, die Lenkung präzise, die Sitze endlich mit genügend Halt und die Position hinter dem Lenkrad vorbildlich, lässt sich der Wagen leichtfüssig durch die Kurven treiben, ohne dabei hart und unkomfortabel zu wirken.

Viel Platz und neue Assistenten

Damit sich die Passagiere wohlfühlen, gibt es einen Radstand von 2,70 Metern und üppig Platz. Viele Ablagen sollen den CX-5 für den Alltag rüsten, die dreigeteilte Rückbank sorgt für mehr Variabilität im Kofferraum, die Materialanmutung zeugt bis auf das altbackene Display des Bordcomputers im Cockpit von der neu entdeckten Liebe zum Detail, und eine Vielzahl neuer Ausstattungsoptionen bringen den CX-5 auf Augenhöhe mit den Konkurrenten. Ganz so viel Technik wie in VW Tiguan oder BMW X1 gibt es zwar nicht. Aber zum ersten Mal bietet Mazda neben dem elektronischen Blick in den Toten Winkel auch eine Spurhaltewarnung an. Ausserdem zündet das Fernlicht automatisch und im Stadtverkehr kann der Geländewagen vor einer drohenden Kollision allein bremsen. All das gibts ab April 2012 nichts gratis, aber günstiger als die deutsche Konkurrenz wird der Mazda trotzdem. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.09.2011, 10:33 Uhr

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