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Mit kleinen Autos gross im Geschäft

Von Peter Hegetschweiler. Aktualisiert am 16.10.2010

Die Koreaner bauen ihre Kompakt-Reihe weiter aus: Der Minivan Hyundai ix20 ist das jüngste Beispiel ihrer erfolgreichen Europa-Strategie.

1/6 Europäisch-koreanischer Minivan: Der Hyundai iX20 gefällt mit seinem frischen Design und dem Platzangebot.
Bild: Hyundai

Mit kleinen Autos gross im Geschäft

   

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Erfolg im Grossen mit Kleinen? In Europa? Hyundai macht es vor. Die Koreaner, bei uns vor allem mit dem wuchtigen, aber kostengünstigen Kompakt-SUV Santa Fe zum Begriff geworden, setzen seit drei Jahren mit einer von Grund auf neu entwickelten Baureihe im A-, B- und C-Segment ganz andere Akzente.

Den Anfang machte 2007 der i30, der sehr direkt auf die Golf-Klasse abzielte. Und auch dort gestylt und entwickelt wurde, wo der Hauptgegner «gepackt» werden sollte: in Deutschland. Genauer: in Rüsselsheim. «In Europa für Europa gebaut und in Ländern wie Tschechien und Slowenien zu günstigen Produktionsbedingungen hergestellt», so lautet das Credo noch immer. Auf den i30 liessen die Koreaner den Klein(st)wagen i10 folgen, dann den i20 als Getz-Nachfolger. Mit dem dritten Modell ihrer i-Reihe brachten die Koreaner ihre Europa-Strategie Ende 2008 gleichsam auf den i-Punkt. Innert Jahresfrist steigerte beispielsweise Hyundai Schweiz seinen Absatz um 33 Prozent.

iX35 übertrifft Erwartungen

Diesen Aufwärtstrend im gleichen Stil fortzusetzen, das ist das erklärte Ziel der Koreaner. Alain Rushford, Vizepräsident von Hyundai Europa, sagte es diese Woche bei der Lancierung des ix20 so: «Ich sehe den neuen Minivan als integrierten Bestandteil unserer Geschäftsstrategie, die Verkaufszahlen noch in diesem Jahr weiter steigern zu können.» Ein Marktanteil von 2,75 Prozent im B-Segment wird angestrebt, das entspricht immerhin rund 350?000 Fahrzeugen jährlich.

Entwickelt sich der neu ix20 nur annähernd so gut, wie es seit Anfang dieses Jahres der ebenfalls neue ix35 im C-Segment tut, dann haben die Koreaner beste Chancen, Rushfords Erwartungen auch mit dem Minivan zu übertreffen. Der Grund: Vom ix35, der als Erster für die neue Formensprache von Hyundai in Europa steht, sind in den ersten acht Monaten bereits 90?000 Autos verkauft worden. Geplant war für den trendig-kompakten Allradler ursprünglich eine Jahresproduktion von nur 35?000 Fahrzeugen.

Entsprechend lang sind schon jetzt die Wartezeiten. Diego Battiston, CEO von Hyundai Schweiz, spricht mit leisem Bedauern «von einer Lieferfrist von vier bis fünf Monaten». Aber, natürlich, schwingt beim Zürcher auch ein gewisser Stolz mit, dass die Weiterentwicklung der vor drei Jahren lancierten i-Reihe mit dem ix35 gleich auf Anhieb so gut gelungen ist.

Entsprechend grosse Begehrlichkeiten weckt nun auch der ix20, der an der Mondiale de l’Automobile in Paris Weltpremiere feierte und nach seinem Auftritt an der Auto Zürich Car Show (11. bis 13. November) in den Handel kommt. Nach ersten Fahrten in Kroatien lässt sich sagen: Der europäisch-koreanische Minivan gefällt nicht nur mit seinem frischen Styling, er überzeugt auch mit inneren Werten. Auf eine Länge von 4,10 Metern gestreckt, bietet er bei einem Radstand von 2,62 Metern überraschend viel Platz, selbst auf der Rückbank ist die Kopffreiheit beachtlich. Auch das maximale Ladevolumen von knapp 1500 Litern lässt sich sehen — genauso, wie das edel gestaltete Armaturenbrett, das trotz hohem Kunststoffanteil einen hochwertigen Eindruck macht.

«Unter 20?000 Franken»

Von den drei angebotenen Motoren überzeugt der grössere der beiden Benziner (90 und 125 PS) mit seiner Laufkultur, der eher raue Diesel mit seinem Verbrauch. Hyundai gibt für den 1.4 CRDi 4,3 Liter an, was einem CO2 von 114 g/km entspricht. Dank Start-Stopp-Automatik bei den handgeschalteten Versionen hält sich der Verbrauch mit 5,6 und 5,9 Litern aber auch bei den Benzinern im Rahmen. Noch nicht bekannt sind derzeit die Preise. Für Schweiz-Chef Battiston ist jedoch klar: «Die Basisversion muss unter 20?000 Franken liegen.»

* Peter Hegetschweiler fuhr den neuen iX20 am 12./13. Oktober auf Einladung von Hyundai Schweiz in Kroatien. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.10.2010, 14:10 Uhr

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