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Grün ist die Hoffnung bei Smart

2012 geht der Elektro-Smart in Serie, 2014 kommt der neue. Bis dann begnügt sich Smart mit einem Facelift.

1/3 Bis 2012 der saubere Elektroflitzer auf die Strasse rollt, setzt Smart beim Fortwo auf neue Farben und bessere Ausstattung.
Bild: Smart

   

Es ist mehr als eine Sommerflaute. Man kann sogar von einer Durststrecke reden, welche die Daimler-Tochter zu überstehen hat. Eine schwierige Situation ist es in jedem Fall. Auf der einen Seite zwingen zum Teil massiv sinkende Verkaufszahlen vor allem in den USA, aber auch in Deutschland und in der Schweiz (minus 12,7 Prozent im ersten Halbjahr 2010) die Smart-Macher zum Handeln, auf der anderen Seite sind ihnen die Hände gebunden.

Denn noch dauert es rund zwei Jahre, bis der längst fällige Elekto-Smart endlich in Grossserie geht und damit weltweit gekauft werden kann. Und der Nachfolger, an welchem Smart in Zusammenarbeit mit Renault arbeitet, dürfte zwei weitere Jahre auf sich warten lassen. Vor 2014 rollt der neue Fortwo nicht vom Band. Und ein möglicher Forfour erst recht nicht.

«Mehr war nicht möglich»

Was tun? Smart behilft sich mit jenem automobilen Allerweltsmittel, zu dem auch andere Hersteller greifen, wenn sie den Zyklus eines Modells noch etwas verlängern wollen. Oder verlängern müssen. Das Mittel, das den Zweck heiligt, heisst Facelift. Das will Marc Langenbrinck, der Markenchef von Smart, auch gar nicht bestreiten: «Viel mehr, als die Wertigkeit des Smart nochmals zu steigern und seine Individualität in Zusammenarbeit mit unserem werkseigenen Veredler Brabus noch ein bisschen weiterzutreiben, das war uns bei dieser Ausgangslage gar nicht möglich.»

Immerhin: Was das Outfit anbelangt, kommt der Kleinste aus dem Hause Daimler frisch poliert aus der Sommerpause. Neu im Programm sind eine freche Grün- und eine trendige Mattlackierung, für die Cabrio-Versionen gibts neu Verdeckstoffe in Rot und Blau. Das Armaturenbrett ist vollflächig mit Stoff bezogen, und noch gediegener gibt sich der «neue» Smart im Innenraum mit einer Ambiente-Beleuchtung, wie man sie bestenfalls in den ganz grossen Limousinen von Mercedes findet. Auch LED-Tagfahrlicht ist jetzt erhältlich, selbstredend ebenfalls gegen Aufpreis.

«Keine Grenzoptimierung»

Vorläufiger Höhepunkt der Veredlungskünste von Smart und Brabus ist indes das im wörtlichsten Sinn massgeschneiderte Programm «tailor made». Allein für die Sitze und die in Leder gehaltene Ausstattung im Innenraum werden 30 Basisfarben angeboten, die Lederqualität ist vom Feinsten, ebenso die Verarbeitung. Nähte, in welcher Wunschfarbe auch immer, werden in den Brabus-Werksräumen (besser wohl: Ateliers) noch immer von Hand gezogen.

Im Bemühen, den Smart ein weiteres Mal zu optimieren – im Angebot steht er seit 1998, verkauft worden ist er bis heute 1,2 Millionen Mal –, hat man ein Thema weitgehend ausgeklammert: die Motoren. Der Grund ist laut Markenchef Langenbrinck einfach: «Unsere Motoren sind schon heute bei Verbrauch und Emission führend im Segment. Die Dieselvariante gibt mit 86 Gramm pro Kilometer noch immer den CO2-Champion.»

Und wenn Smart diesen so prestigeträchtigen Titel demnächst verlieren sollte? «Dann werden wir dies schnell verschmerzen können», sagt der Markenchef. Seine Begründung: «Lieber gehen wir den nächsten Schritt bis hin zum vollelektronischen Fortwo konsequent weiter, anstatt teure Grenzoptimierung zu betreiben.» Mit derzeit 1500 Fahrzeugen, die dank effizienten Lithium-Ionen-Batterien eine Reichweite von 135 Kilometer haben und sich in den USA, in Asien, aber auch in Europa schon seit längerem in einem «Feldversuch» bewähren, sieht sich Smart in seinem Vorgehen bestätigt. Der Countdown bis zur Serienproduktion 2012 läuft laut Langenbrinck «perfekt».

50 E-Smart rollen durch Zürich

Was somit bleibt, ist die weitere Sensibilisierung des Publikums – und, natürlich, künftiger Kunden – auf diesen «Tag X» hin. Dazu geht Smart unter anderem auf eine europaweite Ausstellungstour unter dem Slogan «Smart urban stage – erleben Sie die Zukunft von morgen». Was im Frühsommer in Berlin begann, soll noch diesen Monat in Zürich fortgesetzt werden. Später folgen die Metropolen Paris, Madrid und London. In Zürich werden laut Oliver Peter, Leiter Presse Mercedes-Benz Cars Schweiz, vom Freitag, 21. August, bis Sonntag, 12. September, 50 Fahrzeuge für Testfahrten zur Verfügung stehen. Ausgangspunkt ist das Puls 5 an der Giessereistrasse im Kreis 5. Informationen dazu gibts online über www.smart-urban-stage.com.

*??Peter Hegetschweiler fuhr den neuen Smart Fortwo am 26. Juli auf Einladung der Mercedes-Benz Schweiz AG in Deutschland. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.08.2010, 08:09 Uhr

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