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Zwei Herzen, ein Ziel

Von Dieter Liechti. Aktualisiert am 11.06.2011

Für Audi hat der erste Teilzeitstromer im Angebot, der Q5 Hybrid, auch eine sehr wichtige «strategische Mission».

1/4 Lieber spät als nie:
Bild: Audi

   

Startschuss für den Q3

Der offizielle Startschuss für die Produktion des Audi Q3 ist gefallen. Seit Donnerstag wird der kompakte SUV im Seat-Werk im spanischen Martorell produziert. Rund 100 000 Einheiten des Q3 sollen jährlich im Dreischichtbetrieb vom Band laufen. Insgesamt haben Audi und Seat 330 Millionen Euro in Infrastruktur und Fertigungsanlagen investiert und zudem 700 neue Stellen geschaffen.

Ab 43 600 Franken

«Die Produktion des Audi Q3 ist ein Beispiel dafür, wie wir Synergien im Konzernverbund nutzen», betonte Frank Dreves, Produktionsvorstand der Audi AG.

Der Audi Q3 wird als kleiner, sportlicher SUV (4-Zylinder-Motoren mit 140 bis 211 PS) die Q-Familie aus Audi Q5 (siehe Artikel oben) sowie Audi Q7 ergänzen. Die Markteinführung ist auf Ende Oktober 2011 geplant. Der Grundpreis des Q3 beträgt in der Schweiz 43 600 Franken. (lie)

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Für Bernd Huber, den technischen Projektleiter des Audi Q5 Hybrid, ist der erste Teilzeitstromer aus Ingolstadt nicht einfach ein neues Auto, sondern ein Auto mit einer «strategischen Mission». Und die hat es in sich, wie Huber diese Woche bei den ersten Probefahrten mit dem Q5 Hybrid auf Mallorca mit Nachdruck betonte: «Dieses Auto ist der Wegbereiter der Elektrifizierung bei Audi.»

Richtig: Wir schreiben Juni 2011, und die direkte Konkurrenz aus Deutschland hat bei der Elektrifizierung längst vorgelegt, Lexus und Toyota sowieso. Wann und wo also ist der «Vorsprung durch Technik» bei Audi auf der Strecke geblieben? «Den haben wir nie verloren», entgegnete Albrecht Trautzburg von der Audi-Kommunikation bei der Präsentation. «Im Q5 vereinen wir neueste Hybridtechnik.» Denn während die meisten Hybridautos der Konkurrenz mit schweren Nickel-Metall-Batterien ausgerüstet sind, verbaut Audi im Q5 effizientere und leichtere Lithium-Ionen-Akkus und verspricht: «Der sportlichste Hybrid-SUV (Audi hat wohl den Porsche Cayenne Hybrid und den BMW X6 Hybrid vergessen) auf dem Markt legt bei konstant 60 km/h etwa 3 Kilometer rein elektrisch zurück und schafft rein elektrisch bis zu 100 km/h.»

Systemleistung von 245 PS

Das tönt gut. Rein theoretisch. In der Praxis sind diese Werte aber kaum erreichbar. Bei den Probefahrten auf Mallorca reichte es trotz vollem Akku im Schleichgang für knapp 2 Kilometer. Und wer Tempo 100 rein elektrisch erreichen will, muss vor allem auf die Geduld der nachfolgenden Verkehrsteilnehmer hoffen.

Doch sobald man etwas fester aufs Pedal tritt, schaltet die Elektronik den Verbrenner zu. Dann läuft unter der Haube der 2-Liter-TFSI-Motor an. Der 4-Zylinder-Direkteinspritzer kommt auf 211 und im Team mit dem Stromer auf 245 PS. Dank dem Drehmoment von maximal 480 Newtonmeter spurtet der Q5 Hybrid unangestrengt in 7,1 Sekunden auf Tempo 100 und beschleunigt danach – theoretisch – weiter bis 222 km/h. «Das sind Fahrleistungen wie bei einem 6-Zylinder», schwärmt Huber. Und verspricht einen Verbrauch von 6,9 Liter auf 100 Kilometer und einen CO2 von 159 Gramm. «Damit bewegen wir uns auf dem Niveau einen 4-Zylinder-Diesels.»

Mehr Fahrspass als Sparspass

Das mag wohl in der Theorie stimmen, aber in der Praxis ergeht es Audi trotz modernem Hybrid-Manager nicht besser als der Konkurrenz: Wer den Q5 Hybrid ganz normal fährt und sich nicht ganz auf den Powermeter – diese Anzeige ersetzt den klassischen Drehzahlmesser und erläutert, ob man gerade rein elektrisch, im ökologisch und ökonomisch sinnvollen Mischbetrieb oder mit dem Stromer als schnellem Booster unterwegs ist – konzentriert, und die omnipräsente Systemleistung von 245 PS nützt, der bewegt sich eher gegen die 10-Liter-Marke. Denn trotz allen Sparmöglichkeiten ist der Q5 durch und durch ein Audi und verspricht halt in erster Linie Fahrspass.

Dafür verantwortlich ist zum einen das perfekt geregelte Zusammenspiel zwischen Benziner und Stromer, zum andern die kaum spürbar arbeitende 8-GangAutomatik, die zu jedem Zeitpunkt genügend Leistung an die vier Räder abgibt. Denn auch der Q5 Hybrid ist logischerweise mit dem Quattro-Allradantrieb ausgerüstet.

10 000 Franken Aufpreis

Logischerweise? Ja, denn Audi verspricht beim ersten Hybridmodell der Marke keine Kompromisse. Und so passen in den dynamischen und familienfreundlichen SUV auch nach der Elektrifizierung noch immer 460 bis 1480 Liter Gepäck, denn die Techniker haben die nur noch 37 Kilogramm schweren Akkus elegant im bisherigen Staufach unter dem Kofferraum verbaut.

Und sonst? Audi as usual: Also Komfort und Luxus pur, hervorragende Verarbeitung, kluge Assistenzsysteme en masse und ein Cockpit nach dem Motto «schöner Wohnen». As usual gilt aber auch für die Kosten: Rund 10 000 Franken Aufpreis berechnet Audi für die Hybridisierung des Q5 im Vergleich zum 3-Liter-Diesel mit 240 PS. Das ist sehr viel Geld. Deshalb wird man bei den Ingolstädtern auch nicht müde zu betonen, dass der Neuling auch besser ausgerüstet ist.

Kaufen oder nicht? Wenns nur ums Sparen geht, funktioniert der Diesel ebenso gut. Wenns ums Image geht, sorgt der Schriftzug «Hybrid» sicher für Pluspunkte bei den Nachbarn. Zeit zum Überlegen bleibt: Der Q5 Hybrid kommt erst im Winter – ab 83 900 Franken.

Dieter Liechti fuhr den Audi Q5 Hybrid am 7. Juni auf Einladung des Schweizer Audi-Importeurs Amag auf Mallorca. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.06.2011, 06:49 Uhr

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