VW Tiguan LWB: In China kommts auf die Grösse an
Von Thomas Geiger, Dieter Liechti. Aktualisiert am 09.06.2010
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Langversionen aus China sind nichts Neues. Doch nach Limousinen wie 5er-BMW, Audi A6 und Mercedes E-Klasse fährt dort nun zum ersten Mal ein kompakter SUV über die Streckbank: Still und heimlich hat VW im Land des Lächelns einen verlängerten Tiguan eingeführt, der auch in Europa gut ins Programm passen würde. Nicht umsonst verkauft Nissan mittlerweile ein Viertel aller Qashqai in der XL-Variante.
Zwar ist VW beim Tiguan nicht ganz so grosszügig wie die Japaner, die zwischen den Achsen 14 und zwischen den Stossstangen insgesamt sogar 21 Zentimeter einsetzen und so sogar Platz für eine dritte Sitzreihe schaffen. Doch zusammen mit der verschiebbaren Rückbank reichen auch schon die acht Zentimeter der Wolfsburger für einen deutlichen Komfortgewinn. Immerhin misst der Radstand des chinesischen Ti-
guan LWB (Long Wheel Base) nun 2,68 Meter, und das gesamte Auto kommt mit 4,54 Metern noch ein Stück näher an den Touareg, der mit seinen 4,80 Metern aber weiterhin klar vorne liegt. Und so können sich Schulkinder aufsteigender Mittelständler und anderer Besserverdiener in Peking oder Shanghai besonders bequem auf der Rückbank lümmeln.
Neues Gesicht für den Tiguan
Damit nicht genug: Der Tiguan in China hat nicht nur den grösseren Radstand und damit das bessere Platzangebot, er sieht auch noch besser aus. Denn die Chinesen haben dem kleinen Kraxler schon zum Jahreswechsel das neue Gesicht von Golf & Co. gegeben, während er in Europa noch mit der ursprünglichen Frontpartie fährt. Und auch innen sieht das chinesische Auto etwas frischer aus. Kein Wunder, dass nach der Messepremiere im April schon 90?000 Bestellungen vorliegen.
Obwohl vielen Familien mit grösseren Kindern der lange Tiguan sicher gefallen würde, wird es die China-Version bei uns nicht geben. Insgeheim befürchtet VW wohl einen Konkurrenzkampf zwischen dem Wolfsburger Stammwerk und der Fabrik in China oder eine Kannibalisierung bei Touran und Touareg. Trotzdem bleibt natürlich auch für unseren Tiguan die Zeit nicht stehen: Im Sommer gibt es den Bestseller mit zwei neue Motoren – 1.4 TSI mit 122 PS und 2.0 TDI mit 110 PS –, die 7-Gang-Doppelkupplung und später im Jahr dann auch das neue Gesicht.
VW gibt in China Vollgas
Erst Ende April hat VW das Investitionsprogramm in China um 1,6 auf total 6 Milliarden Euro erhöht. «Damit werden wir die Einführung neuer Modelle und modernster Technologien in den chinesischen Markt vorantreiben», sagte Konzernchef Martin Winterkorn. «Wir sind überzeugt, auf diesem Wege die Marktführerschaft in China zu verteidigen und auch im Bereich der alternativen Antriebstechnologien eine führende Stellung einnehmen zu können. Und unser langfristiges Ziel, die Verdopplung unseres Absatzes auf zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr, werden wir planmässig erreichen.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.06.2010, 10:32 Uhr
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