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«Uf u dervo» in Richtung «Heaven»

Von Dieter Liechti. Aktualisiert am 18.10.2011

Plus 23,5 Prozent nach neun Monaten 2011: Volkswagen baut seinen Vorsprung in der Schweiz kontinuierlich aus.

VW rockt mit Gotthard und Gölä (kleines Bild links unten) die Schweiz: Die Wolfsburger haben ihren Vorsprung auf die Konkurrenz weiter ausgebaut.

VW rockt mit Gotthard und Gölä (kleines Bild links unten) die Schweiz: Die Wolfsburger haben ihren Vorsprung auf die Konkurrenz weiter ausgebaut.
Bild: Volkswagen

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Erinnern Sie sich noch daran? Es gab mal Zeiten, da kämpften Opel und Volkswagen um den Leaderthron in der Schweizer Verkaufshitparade. Kadett gegen Golf, Corsa gegen Polo und so weiter. Vergangenheit. Von solchen Duellen können die Rüsselsheimer heute nur noch träumen. Denn Volkswagen, Europas grösster Autobauer, zieht der Konkurrenz davon.

Oder «Uf u dervo», wie der VW-Amarok-Botschafter Gölä einst gesungen hat. Und das Ziel ist, unter anderem mithilfe der Markenbotschafter von Gotthard, natürlich der «Heaven». Und dem ist VW mit 29596 immatrikulierten Fahrzeugen (Quelle Auto-Schweiz) in den ersten neun Monaten des Jahres schon ziemlich nah – plus 23,5 Prozent.

Marktanteil von 12,7 Prozent

Damit stieg der Marktanteil der Wolfsburger im Vergleich zum Vorjahr von 11,1 auf 12,7 Prozent. Und eine Ende dieser Vorherrschaft ist nicht in Sicht – ganz im Gegenteil: Mit dem Beetle und vor allem dem Stadtflitzer Up stehen zwei weitere veritable Bestseller am Start, die den Vorsprung auf die Konkurrenz wohl weiter vergrössern werden.

Konkurrenz? Auf dem Podest der aktuellen Schweizer Verkaufscharts stehen Renault mit 13460 Autos und Audi mit 13488 Autos. Das heisst: Platz 2 und 3 haben zusammen nicht so viele Autos verkauft, wie der Leader aus Wolfsburg – nämlich nur 26 948 gegenüber 29 596 von VW. Derzeit keine Chance auf einen Podestplatz hat der einst härteste VW-Konkurrent Opel: In der Schweiz konnten die Rüsselsheimer die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr zwar um 0,1 Prozent auf 11 957 Autos ausbauen, doch weil der Gesamtmarkt in der gleichen Zeitspanne um 7,5 Prozent zugelegt hat, sank der Marktanteil von Opel nach den ersten neun Monaten sogar von 5,5 auf 5,1 Prozent.

Absteiger und Aussteiger

Den grössten Sprung nach vorne in den Top 10 hat die VW-Tochter Skoda gemacht: Lagen die Tschechen Ende September 2010 mit 10 218 verkauften Autos noch auf Platz 9, haben sie in diesem Jahr mit 12 760 immatrikulierten Autos (plus 24,9 Prozent) Rang 5 erobert und dabei Marken wie BMW, Opel, Peugeot oder Citroën ziemlich locker hinter sich gelassen.

Dabei sorgt auch in diesem Jahr der Skoda Octavia für die nötige Präsenz auf dem Schweizer Markt. Mit 6805 verkauftem Octavia liegt der praktische und preiswerte Familienwagen erneut auf Platz 2 der Modell-Hitparade. Wer Platz 1 belegt, ist auch in diesem Jahr keine Frage: Wie seit Jahrzehnten der VW Golf. 9289-mal wurde der Liebling von Herrn und Frau Schweizer in den ersten neun Monaten des Jahres an den Mann oder die Frau gebracht, und auf Platz 3 liegt mit dem Polo ein weiterer Vertreter von VW.

Im «roten Bereich», also bei den Verlierern, findet man mit den beiden US-Marken Chrysler und Dodge logischerweise zwei Aussteiger aus dem europäischen Markt. Im kommenden Jahr werden die beiden Marken gar nicht mehr in der Statistik auftauchen, da ihre Modelle in Zukunft als Lancia oder Fiat auf die europäischen Strassen rollen.

Hyundai im Vormarsch

Lässt man die Aussteiger weg, übernimmt mit Daihatsu überraschenderweise eine Marke die «rote Laterne» mit dem grössten Minus (36,2 Prozent), die mit ihren kompakten Autos eigentlich genau dem Trend der Zeit entspricht. Zudem fällt auf, dass sich etablierte japanische Marken in diesem Jahr besonders schwertun: Honda, Subaru und Toyota liegen hinter den Vorjahreszahlen zurück, während zum Beispiel Mitsubishi und Nissan jeweils um über 30 Prozent zugelegt haben.

Das grösste Plus nach den ersten neun Monaten verzeichnet aber weder ein Europäer noch ein Japaner. Sondern ein Koreaner: Hyundai fährt immer noch auf der Überholspur und hat seine Verkäufe von 4567 auf 7154 Autos gesteigert. Das entspricht einem Plus von 56,6 Prozent und einer imposanten Steigerung des Marktanteils von 2,1 auf 3,1 Prozent. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.10.2011, 00:27 Uhr

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