Der neue Ford Ranger bietet robusten Luxus für (fast) alle Fälle
Von Peter Hegetschweiler, Edinburgh*. Aktualisiert am 22.08.2009 1 Kommentar
Sitze in Alcantara mit Ziernähten in leuchtendem Orange, Alu-Pedale und Fussraumbeleuchtung, dunkel getönte Scheiben und LEDs. Dazu 18-Zöller im Speichendesign und ein beleuchtetes Ranger-Logo auf der Einstiegsleiste. Keine Frage: Das muss ein Lifestyle-Auto sein.
Ist es auch. Und was für eines. Am besten fährt man mit dem frisch und frech gestylten neuen Ranger direkt ins Gelände und lässt – noch besser – das Bike oder das Surfbrett festgezurrt auf der Ladefläche des 5,08 Meter langen und über 1,8 Tonnen schweren Pick- ups. Der meistert Böschungswinkel bis 34 Grad, Kippwinkel bis 49 Grad und Wasser fast bis zu den Radnaben besser als jedes andere (Sport-)Gerät – dank ausgeklügeltem, zuschaltbarem Allrad- System und Sperrdifferenzial. Und der Lenker kann sich samt Beifahrerin (im Ranger mit bewährter Doppelkabine auch gleich mit der ganzen Familie) voll und ganz aufs Picknick konzentrieren. Ist doch Lifestyle pur, oder?
Immer noch mehr Arbeit als Lifestyle
Aber, natürlich, ist das nicht der Alltagsnutzen eines Ford Ranger. Auch nicht der neuen Luxus-Version Wildtrack, die auf diesem hohen Ausstattungsniveau mit Doppel-Kabine und 3-Liter-TDCi mit 156 PS 43?640 Franken kostet und damit über 10?000 Franken teurer zu stehen kommt als die vergleichbare Basis-Version mit dem 2,5-Liter-Diesel und 143 PS. Zum nach wie vor eher rauen Charakter des Rangers passt denn auch Arbeit weit besser als Lifestyle. Und deshalb werden bei uns wohl auch in Zukunft die meisten Ford Pick-up in Garagen von Kleinunternehmern stehen. Oder in Werkhöfen von Gemeinden, wo sie im Winter hinter den Pflug und vor den Salzstreuer gespannt werden. Oder im Sommer mit dem Förster am Lenkrad auf die Pirsch gehen.
So gesehen sind in der Schweiz – im krassen Gegensatz zu den USA alles andere als ein Pick-up-Land – die bescheidenen Verkaufszahlen leicht zu erklären. Selbst in den besten Jahren hat Ford kaum mehr als 500 Ranger verkauft, in der Zwischenzeit ist das Volumen um fast die Hälfte geschrumpft. Tendenz weiter sinkend: Bis Ende Juni hat man in der Schweiz beim Ranger ein weiteres Minus von 30 Prozent hinnehmen müssen, wie Erwin Thomann, Direktor Kommunikation von Ford Schweiz, bestätigt. Trotzdem bleibt Ford bei diesen Nutzfahrzeugen hinter Nissan und Toyota, aber noch vor Mitsubishi und Mazda, hierzulande die Nummer 3. Und will es auch bleiben. Helfen soll dabei der Lifestyle-Trend. Imagemässig zumindest.
Praktische Einrichtung
Daneben soll der Ranger all seine Stärken weiterhin ausspielen. Das sind zum einen die stupenden Offroad-Eigenschaften, die er diese Woche bei Tests im Norden Schottlands erneut unter Beweis gestellt hat. Aber auch auf befestigter Strasse und selbst auf der Autobahn macht der Pick-up gute Figur, und dennoch schluckt keiner der beiden Turbodiesel-Vierzylinder mehr als zehn Liter auf 100 Kilometer. Es sei denn, man nutze die Fähigkeiten des Ranger als Zugfahrzeug (max. 3000 Kilo) resolut aus.
Im Weiteren brilliert der Ford Pick-up sowohl mit Einer- wie mit Doppelkabine mit seinem individuellen Regal- und Lade-Management mit zweistufig umklappbarer Heckklappe. Praktisch ist auch die abschliessbare Fiberglas-Laderaumabdeckung mit integriertem Überrollbügel, fast schon luxuriös das allerdings 3000 Franken teure Hardtop. Womit der Ranger definitiv zum Pick-up für (fast) alle Fälle wird.
* Peter Hegetschweiler fuhr den Ranger am 18./19. August auf Einladung von Ford Schweiz in Schottland. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 22.08.2009, 08:27 Uhr
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1 Kommentar
Hab den Ranger hier in Thailand probegefahren. Nicht schlecht der Wagen, hat aber gegen einen Toyota Vigo keine Chance. Der Toyota schlaegt der Ford in allen Belangen. Mit meinem Toyota mit 3liter-Turbodiesel verbrauche ich gerade mal 8 liter/100km. Ausserdem hat der Toyota 174PS und ein hoeheres Drehmoment und der Innenraum bietet mehr Platz und Komfort. Antworten
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