Das ist der Hoffnungsträger von Jeep
Von Dieter Liechti. Aktualisiert am 22.05.2010
Wer sagts denn: Chrysler darf doch noch neue Autos bauen. Am Donnerstag veröffentlichten die Italo-Amerikaner die ersten Bilder des neuen Grand Cherokee, und gestern wurden im Beisein von Fiat-Konzernchef Sergio Marchionne und Gouverneurin Jennifer M. Granholm die Produktionsbänder im Jefferson North Assembly Plant in Detroit gestartet.
«Der Grand Cherokee ist eine amerikanische Ikone und das Symbol für die neue Chrysler-Zukunft», betonte die PR-Abteilung in Detroit die Wichtigkeit dieses Anlasses. Tatsächlich ist die vierte Generation des Grand Cherokee die erste echte Neuheit und das erste richtige Lebenszeichen der Chrysler Group seit dem «Crash» im Jahre 2009. Damit dürfte vorerst Schluss sein mit so peinlichen Showmobilen wie dem im März auch in Genf gezeigten Lancia Delta mit einer aufgesetzten Chrysler-Front.
Evolution statt Revolution
Denn dass die Chrysler-Leute auch attraktive Autos bauen können, beweisen die ersten offiziellen Bilder des neuen Grand Cherokee: Der Offroader besitzt eine steil im Fahrtwind stehende Frontpartie, die beim aktuellen Modell modisch abgerundeten Doppelscheinwerfer mussten eckigen weichen, und der Chrom-Kühlergrill hat zwar nach wie vor acht Streben, die wirken aber viel jetzt dominanter.
«Evolution statt Revolution» war zwar das Motto der Designer. Doch das passt in diesem Fall bestens: Der Offroader ist klarer, schnörkelloser, sportlicher und damit auch modischer gestylt als sein Vorgänger und alle anderen aktuellen Jeep-Modelle. So kann sich der «grosse Häuptling» wieder locker neben Range Rover Sport, VW Touareg, BMW X5 oder dem Porsche Cayenne zeigen.
Der neue Design-Anspruch der Amerikaner macht den Grand Cherokee – jahrelang der beliebteste Offroader von Herr und Frau Schweizer – auch im Innern zur attraktiven Alternative. Denn wo bisher hässliche Kunststofflandschaften den Gesamteindruck des grossen Jeeps trübten, versprechen jetzt neue Materialien und ein modernes Layout Besserung.
Selec-Terrain-System
Auch technisch hat sich einiges getan: In Zukunft können die Kunden – zumindest in den USA – zwischen Frontantrieb und drei verschiedenen Allradvarianten wählen. Zudem gibts nun auch im Luxus-Jeep eine Luftfederung sowie ein Selec-Terrain-System, das je nach Zustand des Untergrunds über einen Drehschalter verschiedene Einstellungen ermöglicht – ziemlich genau so, wie das Terrain-Response-System von Land Rover.
Neu ist auch ein 3,6-Liter-V6-Benziner, der 280 PS leisten soll und dabei nicht mehr als 10 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Nicht neu ist die Tatsache, dass der aufgebesserte «Grand» in Europa mehr kosten wird als in den USA. Dort startet die Jeep-Ikone mit Zweiradantrieb bei 30?995 Dollar, als Allradler ab 32?995 Dollar. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.05.2010, 16:39 Uhr
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