Britische Klassiker für ambitionierte Schrauber
Von Edgar Schuler. Aktualisiert am 18.02.2012 1 Kommentar
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Swiss-Moto 2012, bis 19. Februar. Messe Zürich, Hallen 1 bis 7. Öffnungszeiten: Do 10–21, Fr 10–22, Sa 9–19 und So 9–18 Uhr. Eintrittspreis: 22 Franken, Vergünstigungen für Familien, Kinder, Studenten, AHV/IV-Bezüger. Am «Ladies Friday» freier Eintritt für Frauen. www.swiss-moto.ch
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Bis zum Sonntag ist die Messe Zürich der Nabel der Töff-Schweiz. An der Swiss-Moto zeigen Hersteller und Händler das Neuste vom Neuen für ambitionierte Freizeitbiker. So schreibt der Pressedienst der Messe: «Ohne elektronisch gesteuerte Einspritzanlagen, Traktionskontrollen, Antiblockiersysteme (ABS), Katalysatorentechnik und natürlich Flüssigkeitskühlung ist heute in allen Klassen kein Staat mehr zu machen.» Nein, «elektronische Gasgriffe (Drive-by-Wire)», «Quick-Shift-Schaltungen» und «von aussen per Laptop elektronisch programmierbare Motoreinstellungen» – all das muss es bei den Spitzenmodellen von Honda, Kawasaki, Yamaha, Ducati und BMW schon sein.
Für Roger Sieber und seine Kollegen vom Motorradklub Black Shadow ist anderes viel wichtiger. Sie hegen und fahren Töff meist längst verschwundener Marken wie Panther, Douglas, Rudge, Norton, Triumph, Royal Enfield, Velocette und Vincent (deren Modell Vincent Black Shadow dem Klub den Namen gegeben hat). Der Klub zeigt jetzt an der Swiss-Moto fast zwei Dutzend der schönsten und aussergewöhnlichsten Maschinen seiner Mitglieder.
Nicht teuer, aber zeitaufwendig
Eigentlich, sollte man meinen, ist das ein luxuriöser Zeitvertreib für Millionäre. Aber wer bei den Black Shadow mittun will, braucht kein dickes Bankkonto. Die Maschinen aus den 30er- bis 70er-Jahren, die bei den Klubmitgliedern in den Garagen stehen, sind in England ab 5000 Franken zu haben. «Wer selber Hand anlegt, für den ist das kein teures Hobby», sagt Klubaktuar Rolf Matzenauer. Ersatzteile sind im Zeitalter des Internets ebenfalls einfach zu finden und günstig zu bekommen. Es braucht also vor allem noch eins: mechanisches Geschick. Und Zeit. Und Ausdauer. Denn eine solche Maschine für die Strasse und die Motorfahrzeugkontrolle fit zu machen, ist keine Kleinigkeit, sondern erfordert unzählige Arbeitstage an der Werkbank. Schon ein ganz normaler Service kann zehn Stunden in Anspruch nehmen, sagt Klubkassier Christoph Gächter.
Der harte Kern des Klubs trifft sich im British Corner von Klubmitglied Bruno Gächter in Rüthi im St. Galler Rheintal. Das Bierlager des Pubs ist zu einer Werkstatt umgebaut. «Da ‹schrauben› wir jeden Dienstagabend», sagt Klubpräsident Sieber. Man berät und hilft sich gegenseitig bei den Arbeiten am elektrischen System, dem Rahmen, dem Vergaser, den Bremsen und allem anderen, was detaillierte Fachkenntnisse erfordert. Die Bikes belohnen die liebevolle Zuwendung mit grosser Zuverlässigkeit – und sparsamem Verbrauch. «Ich fahre regelmässig mit einem meiner fünf Motorräder, auch im Alltag», sagt Sieber und erntet bestätigendes Kopfnicken seiner Klubkameraden. Bruno Gächter ist im letzten Sommer mit seiner BSA M21 mit Jahrgang 1937 immerhin die 8000 Kilometer bis Ulan Bator in der Mongolei gefahren.
Mit dem Virus angesteckt
Begonnen mit dem Klub hat es vor 40 Jahren, als der heutige Ehrenpräsident Simon Marquart ein Grüppchen befreundeter Rheintaler mit dem englischen Töffvirus angesteckt hat. Zuvor hatten die (damals) blutjungen Burschen einige Erfahrung beim Frisieren ihrer Mopeds gesammelt. Heute zählen die Black Shadows 140 Mitglieder. Diese besitzen je mindestens eine klassische britische Maschine, die – das ist Bedingung für die Klubmitgliedschaft – strassentauglich und -zugelassen ist. Die alten Maschinen sollen also nicht bloss Museumsstücke zum Anschauen sein.
Dennoch: Dass die Black Shadows ihre Meisterstücke heute an der Swiss-Moto ausstellen dürfen, erfüllt sie mit Stolz, wie Roger Sieber sagt. Der Klub hat von Messeleiter Yves Vollenweider eine Carte blanche erhalten: 300 Quadratmeter Ausstellungsfläche im Zentrum der Oerliker Messehallen. «Bei all dem Plastik rundherum eine richtige Augenweide», finden die Mitglieder des harten Klubkerns. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 18.02.2012, 15:30 Uhr
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1 Kommentar
Bravo Herr Sieber, ich habe den Oldi - Stand bestaunt. Er war super, hat sogar meiner Frau gefallen den sie
meinte teilweise würde mein Stall sogar gleich aussehen. Eine kleine Mängel - Rüge ( Bitte nicht ernst gemeint )
möchte ich typisch schweizerisch natürlich anbringen : Das Holz vom Werkbank war fast zu schön . . . .für die
Umgebung. Mit bestem Gruss: Max Häusler 8156 Oberhasli
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