Autosalon auf Rekordjagd
Autosalon: Luxus auf vier Räder. (Video: Reuters )
Blickfang: Autosalon in Genf (Video: Keystone)
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Mit zahlreichen neuen Modellen und guten Aussichten auf weltweite Rekordverkäufe öffnet am Donnerstag der Autosalon offiziell seine Tore. Die Veranstalter erwarten rund 700'000 Besucher. Nach Paris und Frankfurt ist es die drittgrösste Automesse der Welt. 260 Aussteller mit 700 Marken aus 31 Ländern füllen 7 Hallen mit 80'000 Quadratmetern.
Ford zeigt den neuen Focus, Opel den Elektro-Pkw Ampera, den überarbeiteten Corsa und einen neuen Antara. Vorab berichtete Porsche bereits, dass das Unternehmen von August bis Dezember 57 Prozent mehr Autos verkauft habe. BMW und Peugeot/Citroën stellten ihre Elektro-Partnerschaft vor und der VW-Konzern den neuen Audi A6, einen neuen VW Tiguan und ein neues Golf-Cabrio, erstmals ohne Überrollbügel.
Elektroantriebe auf dem Vormarsch
Alternative Antriebsarten werden in Genf eine grosse Rolle spielen. Dabei werden allein 40 neue Elektro-, Hybrid-, oder gasbetriebene Modelle gezeigt. Renault stellt seinen Elektro-Kangoo vor, der ab dem Jahresende verkauft werden soll. Selbst der chinesische Hersteller BYD zeigt einen Geländewagen mit Elektroantrieb.
Die Branche steht im Zeichen einer rasanten Renaissance nach der Welt-Wirtschaftskrise. Der Pkw-Weltabsatz wird dem Center Automotive Research in Duisburg zufolge um 6,3 Prozent auf einen neuen Rekord von 62,6 Millionen Stück steigen. Damit schraubte die Uni ihre eigene Schätzung vom Herbst um rund 2 Millionen Stück nach oben.
Wachstum in China und Indien
Der Trend ist ein kräftiges Wachstum von Absatz und Produktion vor allem in China und Indien. Der Markt in Japan und Europa dagegen wird 2011 kaum wachsen, der in den USA wird sich erholen. Auch Lateinamerika wächst ordentlich. Damit verbunden ist der Aufstieg von den Deutschen bislang unbekannten Herstellern aus China und Indien.
So gehört die schwedische Marke Volvo Pkws nun beispielsweise dem chinesischen Hersteller Geely, die britischen Marken Jaguar und Land Rover der Firma Tata aus Indien. Einer der Marktführer in Indien ist Suzuki mit seinen Kleinwagen. Deshalb hat sich VW an dem japanischen Unternehmen mit 20 Prozent beteiligt. Auf der Asien-Welle schwimmen auch die Koreaner mit den Marken Hyundai und Kia.
Daneben streben auch chinesische Inlandsmarken nach oben, zu denen BYD gehört, Build Your Dream. Sie setzen stark auf das Elektroauto, das die Regierung in Peking massiv fördert. Andere Antriebsarten wie Erdgas-Motoren und Wasserstoff-Antriebe spielen auch eine immer stärkere Rolle. Sie könnten die traditionellen Benzin- und Dieselmotoren nach und nach zurückdrängen.
Deutsche Autohersteller beim Elektroauto noch zurückhaltend
Die deutschen Hersteller und ihr Verband der Automobilindustrie (VDA) haben offiziell beim Elektroauto keine Eile, weil sie befürchten, dass das über 125 Jahre angesammelte Ingenieurwissen und die noch längst nicht abgeschriebenen Motorenfabriken in Deutschland dann wertlos würden. Denn ein Elektromotor ist technisch deutlich einfacher als ein Explosionsmotor. Was auch die Zuliefererindustrie wie Bosch (Zündkerzen), Mahle (Kolben) und Behr (Kühler) treffen könnte.
Die in Genf stark vertretenen französischen Autobauer dagegen setzen vermehrt auf das Elektroauto, unter anderem, weil der staatliche Stromkonzern Electricité de France (EDF) weiteren Absatz für seine überdimensionierten Atomkraftwerke sucht.
Zahlreiche deutsche Hersteller kommen in diesem Jahr mit weiteren neuen Volumen-Modellen, so Audi mit einem Q3, BMW im Herbst mit dem neuen 1er, einem 6er-Cabrio und einem Mini Coupé, Ford mit dem B-Max, Mercedes mit einem CLS, einem SKL, dem C-Klasse-Coupé, einer neuen B-Klasse und der M-Klasse. Opel bringt im Herbst den neuen Zafira, Porsche den 911er und VW den Jetta, den Beetle und den kleinen Bus Up. (dapd)
Erstellt: 02.03.2011, 14:12 Uhr
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