Ausland

«Obama wollte angreifen. Romney wollte zustimmen.»
Aktualisiert am 24.10.2012 71 Kommentare
(DerBund.ch/Newsnet)
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Bilanz
Das war sie also, die dritte Debatte. Barack Obama wurde seiner Aufgabe gerecht: Angriff ohne Wadenbeissertum. Mitt Romney hielt sich zurück. Die Frage ist, ob die selbstsichere Vorstellung des Präsidenten das stete Abrutschen seiner Umfragezahlen aufhalten kann.
Das Thema des Abends war die Aussenpolitik. Im üblichen, sehr engen Rahmen, den die US-Debatte diesem Thema steckt: Naher Osten, Terrorismus, Kaukasus, Handelsstreit mit China. Fast kein Wort über Südamerika, das einst so wichtig war für die USA. Absolut kein Wort über die grossen Probleme der Zukunft: Klimaerwärmung, Hunger, Armut. Solche Dinge interessierten die US-Innenpolitik schon seit Jahrzehnten nicht mehr.
Romney duckt sich weg
In diesem engen Rahmen hatte Obama ein Heimspiel. Er ist schliesslich der Mann, der Osama bin Laden erledigte. Doch Romney war entschlossen, diese Errungenschaft schon von Anfang an aus dem Weg zu räumen. «Ich beglückwünsche den Präsidenten dazu», sagte er in seiner ersten Antwort. Schlauer Zug.
Ohnehin war Romneys Strategie eindeutig, sich wegzuducken. Einigkeit zu demonstrieren. Nur leichte Kritik zu äussern. Mit den Codewörtern der Konservativen: «Wir brauchen Führung. Amerika muss wieder stark sein.» Das versteht seine Basis. Weitere Angriffe unterliess er. Auch zum Angriff auf die US-Botschaft in Libyen und die Ermordung des Botschafters. Für die Rechten im Land ein Skandal, den sie Obama zur Last legen. Doch Romney liess das Thema sein.
Auch wer von ihm, anders als in den Vorwahl-Debatten mit seinen republikanischen Kontrahenten, Kriegspläne gegen Iran erwartete, wurde enttäuscht. Obama war immer wieder gezwungen, selbst auf frühere Äusserungen des Gouverneurs zu verweisen. Das Romney-Team weiss inzwischen, dass es keinen politischen Preis zahlen muss für dreiste Meinungswechsel.
Die Innenpolitik reckte ihren Kopf
Romney hatte ein Ziel: Durchhalten. Seriös wirken. Jenen Test zu bestehen, den 1980 auch Ronald Reagan in den Augen der Zuschauer bestehen musste: Können wir uns diesen Typen vorstellen auf dem Rasen des Weissen Hauses? Obamas Anhänger behaupteten hinterher, Romney sei geradezu «kollabiert». Sie sahen ihn schwitzen, wie damals Richard Nixon in der ersten TV-Debatte 1960.
Doch das ist Wahlkampflärm. Romney bestand den Test. Auch wenn Obama bewies, dass er sich in der Aussenpolitik zuhause fühlt, überstand sein Konkurrent den Abend ohne bleibenden Schaden. Das einzige, was Romney noch leidtun könnte, sind die Ausflüge in die Innenpolitik. Wiederum kam die Rettung der Autoindustrie zur Sprache. Die Tatsache, das Romney tatsächlich diese Industrie in den Bankrott schicken wollte. Er bestreitet das. Aber die Journalisten und das Obama-Team werden morgen seinen entsprechenden Zeitungskommentar von vor vier Jahren noch einmal Revue passieren lassen.
Das Thema ist wichtig im Staat Ohio. Der wohl letzte Staat, der gemäss der letzten Umfragen zwischen Mitt Romney und der Präsidentschaft steht. -
5.17 Uhr
CNN kürt den Sieger: Obama. 48 zu 40 Prozent gemäss einer repräsentativen Umfrage unter Zuschauern. Wiederum ein eher republikanisches Sample, weil, so CNN-Politchef Wolf Blitzer, die Zuschauerschaft der Debatten eher republikanisch sei.
Der Sender CBS veröffentlichte schon vor einigen Minuten seine Umfrage. Noch deutlicher: Obama siegte mit 53 zu 23 Prozent. 24 Prozent sahen ein Untentschieden. -
4.39 Uhr
Die Kommentatoren einigen sich recht schnell darauf, dass Obama heute nacht dominierte. Die Frage sei nur, ob das noch etwas ändere. Das stimmt. Das ist der grosse Unterschied zur ersten Debatte vor drei Wochen.
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4.36 Uhr
Der demokratische Stratege James Carville sagt auf CNN: «Obama kam, um anzugreifen. Romney kam, um zuzustimmen.»
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4.35 Uhr
Die Debatte ist zuende. Diesmal verabschieden sich die beiden Kontrahenten deutlich länger voneinander. Und lächelnder. Möglich, dass sie tatsächlich froh sind, dass dieser Teil der Kampagne zuende ist.
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4.33 Uhr
Romney: «Diese Nation ist die Hoffnung der Welt. Wir brauchen mehr Führungskraft.»
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4.31 Uhr
Obamas Schlussrede. Stärkste Zeilen: «Nach Jahren des Krieges, ist es Zeit für ‹Nation Building› zuhause. Ich werde immer auf ihre Stimmen hören. Ich werde für Sie kämpfen.»
Diese Tonlage hätte er am 3. Oktober gebraucht. Dann müsste er jetzt nicht so bittend in die Kamera schauen. -
4.28 Uhr
Romney wechselt das Thema. Gutes Zeichen für Obama. «Wir können nicht die Fehler der vergangenen vier Jahre wiederholen. Mehr Leute erhalten Essensmarken denn je. Und neue Lehrer? Ich liebe Lehrer. Ich würde auch Lehrer anstellen.» Schieffer stoppt Romneys seltsame Rede: «Wir alle lieben Lehrer.»
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4.26 Uhr
Die beiden sind wieder einmal bei der Autoindustrie. Romney wehrt sich dagegen, dass man ihm immer vorwerfe, er habe die Werke in den Bankrott schicken wollen. Er habe einen kontrollierten Konkurs vorgeschlagen. «Aber Sie sagten, die Autoindustrie müsse sich neues Geld im Markt suchen. Doch da war keines», sagt Obama. Drei Debatten, bis dieser Punkt endlich geklärt war.
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4.23 Uhr
Was man hört, hält die Romney-Kampagne das Thema China für profitabel. Dafür hat Obama aber erstaunlich Spass daran. Und an den Untertönen: Dass China verantwortlich sei für den Niedergang der US-Industrie. Die Frage ist, wen die Wähler für chinafreundlicher halten: Obama oder Romney?
Wieder diese lahme Entgegnung: «Mich anzugreifen, ist keine Agenda», sagt Romney. Der vor drei Wochen eineinhalb Stunden auf Obama einprügelte - und gewann. -
4.20 Uhr
Romney erklärt, wie China geistiges Eigentum stehle. Das sind Dinge, in denen er aus seiner Business-Praxis schöpfen kann. Da klingt er glaubwürdig.
Obama kommt giftig zurück: «Das stimmt. Auf diesem Gebiet kennen Sie sich aus. Sie wissen, wie man Jobs nach China exportiert.» Romneys Lächeln gefriert.
Die Frauen unter den Testzuschauern stimmen Obama zu. Die Männer bleiben unbeeindruckt. -
4.19 Uhr
Erste Eindrücke aus dem Internet: die linke Szene ist zufrieden. Die Rechten finden Romney zu zahm. Beides ist gut für Obama. Aber hilft ihm das in den verbleibenden Tagen des Wahlkampfs?
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4.15 Uhr
China. Obama sagt, er gehe streng gegen «Markenbetrüger» vor, also gegen China. Romney: «China hat ähnliche Interessen wie wir: Stabilität, keine Kriege, kein Protektionismus. Wir können Partner sein. Sie sehen uns an, und sehen, dass wir ihnen Billionen Dollars schulden, dass wir die Militärausgaben kürzen.» Schwäche, Schwäche, Schwäche. Fraglich, ob diese reaganistischen Bilder heute noch funktionieren.
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4.13 Uhr
Schnell weg vom Kaukasus. Obama redet über Tunesien: «Unser Land, ich, meine Regierung gehörten zu den ersten, die an der Seite jener Demonstranten damals standen.»
Die Drohne ist innert einer Minute an Obama vorbeigeflogen. -
4.12 Uhr
Was ist eigentlich mit Militärdrohnen? Romney sagt: «Wir müssen alle Mittel einsetzen, um jene zu kriegen, die uns bedrohen.» Für ihn ist das ein einfaches Thema. Für Obama weniger. Dessen Basis mag seinen uneingeschränkten Drohnen-Krieg nicht. Schieffer lässt Obama mit dem Thema gnädig in Ruhe.
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4.10 Uhr
Pakistan liegt Romney offenbar am Herzen. «Wir können Pakistan nicht im Stich lassen. Wir müssen dem Land helfen, von diesem unverantwortlichen Pfad wegzukommen, auf dem sie sich befinden.»
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4.05 Uhr
Bis jetzt sind sie alle drei durchgekommen. Jetzt stolpert Schieffer als erster über den ominösen Namen: «Obamas bin Laden». Er meint natürlich den verblichenen Terrorchef.
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4.04 Uhr
Afghanistan. 2014, «wenn ich Präsident bin», würden die Truppen heimkommen, verspricht Romney. Dann zählt er die Risiken eines bis auf die Zähne mit Atombomben bewaffneten, von Taliban verseuchten Pakistan auf. Die Risiken sind echt. Aber sie waren bisher nicht Teil der US-Debatte. Romney will wohl lieber nicht länger über Afghanistan reden.
Obama dagegen schon. Er zählt auf, was man getan habe in Afghanistan. Das man dort eine Polizei und eine Armee aufgebaut habe. «Jetzt ist es Zeit für ‹Nation building› bei uns zuhause.» Und Obama wechselt zur Wiedereingliederung der Veterenan. Ein populäres Thema, auch wenn die Veteranen immer noch zum grössten Teil republikanisch wählen. -
4.00 Uhr
Romney braucht wieder einmal den generellen Ausblick auf die «Schwäche» der USA unter Obama. Er fasst noch einmal zusammen, wie schlecht es um den Einfluss des Landes im Nahen Osten, im Fernen Osten, in Russland und überhaupt steht.
Obama macht dafür wieder einmal einen Ausblick über Romneys viele Meinungswechsel: Für den Abzug aus Irak, aber kürzlich wieder für neue Truppen im Irak. Heute zustimmend zum Ende von Bin Laden, obwohl er es vor vier Jahre nicht als prioritär betrachtete. «Ich schaue, was getan werden muss, um unser Land sicher zu machen.»
Schieffer will weitergehen. Nach einigen Sekunden Erholung möchte Romney dem Präsidenten doch antworten. Doch Schieffer setzt sich doch durch. Auch das gibt es. -
3.57 Uhr
Obama kann diese Bilder nicht bekämpfen. Also kontert er mit anderen Reisen, die er unternahm. Als Kandidat, als er bereits Israel besuchte. Zumindest den Testzuschauern auf CNN gefällt Obamas Rede über seinen Besuch in Israel. Das zeigt die Live-Zustimmungskurve unten am Bildschirm.
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3.52 Uhr
Romney glaubt, Iran habe in dieser Administration «Schwäche» gesehen. Obama habe sich ja schon am Anfang auf eine «Entschuldigungstour» durch die Welt begeben. Eine Idee, die in der rechten Szene beliebt ist. Gemeint ist Obamas erste Nahostreise im Frühjahr 2009, als er sich erlaubte, auf islamische Führer zuzugehen.
Obama: «Das ist wohl der dickste Hund, der im ganzen Wahlkampf aufgetischt wurde. Jeder Fact-Checker bewies bereits, dass das nicht stimmte mit der Entschuldigungstour.» Mag sein, aber es ist ein kraftvolles Bild in einem Land, in dem ein Drittel der Bevölkerung den Präsidenten für einen geheimen Muslim hält. -
3.50 Uhr
«Schön, dass Sie mit uns übereinstimmen», beginnt Obama, «es klang auch schon anders. Dass Sie fanden, man müsse dasselbe tun, aber es irgendwie lauter sagen.»
Wobei Romney gerade eben diese Taktik wieder angewandt hat. -
3.46 Uhr
Wie weit soll die Unterstützung von Israel gehen? Riskantes Terrain für den Präsidenten. Er habe ein so enges Bündnis mit Israel wie noch kein Präsident, behauptet Obama. Aber er sagt nichts zu Iran.
Das tut Romney: «Brutale Sanktionen gegen Iran sind wichtig. Sie wirken. Ich würde sie weiter verschärfen. Ich würde das Land diplomatisch isolieren. Ich würde sie wie den Pariah behandeln, der sie sind. Militärische Aktionen sind erst die letzte Option.» Aber Romney erwähnte sie, Obama nicht. Das wird den Konservativen gefallen. Und vielen jüdischen Wählern in Florida, wo die Debatte stattfindet. -
3.40 Uhr
Verteidigungsausgaben. Schieffer hats geschafft. Romney sagt, er wolle 5 Prozent der Gesamtstaatsausgaben kürzen. Er wolle die Sozialprogramme den Bundesstaaten übergeben. Von Militär redet er nicht. Das tut Obama für ihn: «Er will mehr Ausgaben, als das Pentagon fordert.»
Einer der besten Dialoge der Nacht: «Wir hatten seit 1917 nicht mehr sowenig Militärschiffe wie heute», sagt Romney. «Wir haben auch weniger Pferde und Bajonette als 1916», antwortet Obama. «Wissen Sie, da gibt es diese Dinger, die man Flugzeugträger nennt. Und diese anderen Dinger, die unterwasser fahren: Atom-U-Boote.» -
3.37 Uhr
Jetzt wehrt er sich doch ein bisschen: «Lassen wir uns zurückkehren zur Aussenpolitik.» – «Nein, da muss ich schon antworten können», fährt ihm Romney über den Mund. Jetzt ist es zu spät, Bob.
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3.32 Uhr
Jetzt ergreift Obama die Chance für einen Abstecher in die Innenpolitik. Alles erwähnt er kurz: Jobs, die Autoindustrie, Ausbildung, Steuern.
«Wollen Sie antworten, Gouverneur Romney?» fragt Schieffer. Und ob. Jetzt sind wir plötzlich vollständig in der Innenpolitik angekommen. Romney kommt mit seinen grössten Hits: 12 Millionen neue Jobs, neue Energieförderung, KMU-Förderung (gleich: Steuersenkungen), mehr Freihandel.
Und Obama macht weiter mit seinem Plan, mehr Lehrer einzustellen. Bob Schieffer hört gespannt zu, wie die Aussenpolitik-Debatte zur Innenpolitik-Debatte II wird. -
3.28 Uhr
«Wir brauchen genug Militärausgaben. Wir brauchen starke Verbündete. Wir müssen unseren Prinzipien treu bleiben. Dann hat Amerika die Chance zur Grösse.» Irgendwie will Romney heute nicht auf den Punkt kommen. «Wir wissen, dass es Konflikte gibt auf der Welt. Wir möchten diese Konflikte beenden. Aber dazu muss Amerika stark sein.» Präsident George W. Bush konnte minutenlang so weiterreden. Ist er Romneys Vorbild?
«Aber wir können nicht stark sein, wenn unsere Wirtschaft schwach ist.» Ach, hier läuft der Hase! Doch Romney bleibt nicht bei der Wirtschaft, einem Thema, das ihm derzeit hilft. Stattdessen fährt er weiter zu Israel, dem Verbündeten, dem man beistehen müsse. Und so weiter.
Fünf vertane Minuten für Romney. -
3.26 Uhr
Stattdessen ist man jetzt bei Ägypten. Obama kann ausführlich erklären, dass er den Sturz von Mubarak richtig fand. Dass die ägyptische Jugend ihre Freiheit erringen musste.
«Und Sie hätten Mubarak lieber behalten?» fragt Schieffer Romney. «Nein, natürlich nicht.» Auch das sehen einige auf der amerikanischen Rechten ganz anders. Aber sie werden es ihrem Kandidaten durchgehen lassen. Wie soviele Verletzungen des Kanons. -
3.24 Uhr
Bis jetzt brachte Romney den Botschafts-Angriff in Bengasi immer noch nicht zur Sprache. Seltsam. Seine Basis und der Sender Fox News trommeln seit Tagen, dass die Obama-Regierung dort versagt habe.
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3.20 Uhr
Schattenboxen. Da Romney nicht richtig mitmachen will, bringt Obama das Gespräch wieder zu Gaddafi: «Ich kann nicht verstehen, warum Sie dort nicht ebenfalls dabei waren, Gouverneur. Gaddafi hatte mehr Blut von Amerikanern an seinen Händen als irgendjemand in dieser Weltgegend.»
Romney wird konkreter. Führungsrolle heisse, Obama müsse dafür sorgen, dass die syrische Opposition geeinter sei. Obama: «Dafür werden wir sorgen. Aber Sie haben offenbar keine wirklich anderen Ideen.» -
3.16 Uhr
Syrien. Schwieriges Thema. Obama kann nur darauf verweisen, dass seine Regierung zwar die Rebellen zum Sturz des Regimes ermuntert, ihnen aber logistisch nicht hilft. «Wir können keine Waffen in die Hände von Extremisten geraten lassen.»
Romney ist völlig einverstanden. Er sagt praktisch dasselbe, muss es aber irgendwie als Kritik klingen lassen. «Assad muss gehen, er wird gehen, aber wir können keine Waffen in die Hände von Extremisten geraten lassen.» Okay. Aber? «Wir müssen dort eine Führungsrolle übernehmen.» -
3.14 Uhr
Obama nimmt wieder Bezug auf eine Rede von Romney von vor zwei Wochen, in der er wieder mehr Truppen in Irak forderte. Das Obama-Team knöpfte sich offenbar den Romney-«Backcatalogue» ziemlich detailliert vor.
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3.11 Uhr
Obama: «Gouverneur, schön, dass Sie Al Kaida nun als Bedrohung sehen. Vor einigen Monaten sagten Sie noch, unsere grösste Bedrohung sei Russland. Sie wollen uns zurückbringen zur Aussenpolitik der 80erjahre, zur Gesellschaftspolitik der 50erjahre und zur Wirtschaftspolitik der 20erjahre.»
Hübsch. Und gut vorbereitet. Romneys Antwort ist ebenfalls vorbereitet, aber ein bisschen lahm: «Mich anzugreifen, ist keine Politik.» -
3.08 Uhr
Libyen, die Ermordung des dortigen US-Botschafters, ist bereits im Zentrum der Diskussion. Und Obama muss sich erklären: «Was geschah in Libyen? Zunächst: Ich, meine Regierung, ergriffen die Initiative, dass dort Demokratie entstand. Ihre Nahostpolitik, Gouverneur Romney, ist dagegen ein Durcheinander.»
Romney antwortet mit einer Aufzählung all dessen, das in und seit dem Arabischen Frühling schiefgelaufen ist. Eine Menge. Und er muss ja nur ein bisschen Zweifel sähen. -
3.04 Uhr
Romney darf beginnen. «Der Arabische Frühling brachte viel Hoffnung auf Demokratie und Freiheit für Frauen. Stattdessen gab es viel Gewalt, islamistische Regierungen und ein Erstarken von Al Kaida. Ich beglückwünsche den Präsidenten, dass er Osama bin Laden erledigte. Aber wir können uns nicht aus diesem Mist hinaustöten.»
Seltsamer Anfang. Romney wollte offenbar als erster das Thema bin Laden aus dem Weg räumen. Obama wird sich es sich aber kaum nehmen lassen, darauf zurückkommen. -
3.02 Uhr
Man sitzt. Das hat in vergangenen solchen Debatten zu übermässiger Höflichkeit beigetragen. Kaum an diesem Abend.
Erste Frage: Vor 50 Jahren sei es zur Kuba-Krise gekommen, erinnert Schieffer, geht dann aber sofort nach Arabien und beginnt mit dem tödlichen Angriff auf die US-Botschaft am 11. September 2012. -
3.00 Uhr
Die letzte Debatte 2012 ist auch die letzte Präsidentschaftsdebatte von Barack Obamas politischem Leben. Man wird sehen, ob sie ihm vier weitere Amtsjahre beschert.
Jetzt begrüsst Bob Schieffer, CBS News, der Moderator das Publikum und die Kandidaten. -
2.54 Uhr (20.54 Uhr)
Die Umfragen sind und bleiben knapp. Barack Obamas energiegeladenere Vorstellung bei der zweiten Debatte hat sich nicht ausgezahlt in Prozenten. Heute nacht ist seine letzte Chance, doch noch davonzuziehen. Mitt Romney wiederum hat die Gelegenheit, mit einer guten Vorstellung letzte Zweifler zu überzeugen.
Die Republikaner träumten immer von einem «Rematch» der Debatte von 1980, Jimmy Carter gegen Ronald Reagan. Und sie könnten ihren Wunsch erfüllt kriegen. Reagan musste am Ende einige wenige Prozent der Bevölkerung überzeugen, dass er das Zeug zum Präsidenten hat. Und als er es schaffte in der letzten Debatte, stürzte der Präsident in den Umfragen ab.
Geschichte wiederholt sich nicht, sagt man. Aber manchmal imititert sie sich ein bisschen. -
Ausgangslage
Bei ihrem letzten TV-Duell vor der US-Präsidentschaftswahl wollen Amtsinhaber Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney ihr aussenpolitisches Know-how unter Beweis stellen und noch unentschlossene Wähler auf ihre Seite ziehen. Der Schlagabtausch in Boca Raton im US-Staat Florida ist für die beiden Kandidaten die letzte Möglichkeit, im Fernsehen vor einem Millionenpublikum zu punkten. Nur zwei Wochen vor der Wahl liegen Obama und Romney in Umfragen nahezu gleich auf.
In dem 90-minütigen, live übertragenen Schlagabtausch dürften Themen wie die Spannungen zwischen dem Iran und Israel, der Bürgerkrieg in Syrien, China, Bedrohung durch Terrorismus und der Afghanistan-Krieg zur Sprache kommen. Moderator der Debatte ist Bob Schieffer vom US-Sender CBS. Während Romney nach Meinung von Zuschauern das erste TV-Duell am 3. Oktober für sich entscheiden konnte, ging die zweite Runde am 16. Oktober an Obama.
Obama im Vorteil?
Den Demoskopen zufolge halten die US-Bürger Friedensnobelpreisträger Obama in der Aussenpolitik für kompetenter als Romney. Dieser nutzte zuletzt vor allem den Anschlag auf die US-Botschaft im libyschen Bengasi, bei dem vier US-Bürger getötet wurden, um die Aussenpolitik der Regierung infrage zu stellen.
Obama hatte sich bereits seit Freitag mit seinen wichtigsten Beratern auf seinen Landsitz Camp David zurückgezogen. Romney, der auch vor den beiden vorangegangenen Debatten viel Zeit in die Vorbereitung investiert hatte, verbrachte das Wochenende in Florida.
Kandidaten konzentrieren sich auf unentschiedene US-Staaten
Wahlforscher gehen davon aus, dass in 41 der 50 US-Staaten bereits Vorentscheidungen gefallen sind und sich die Kandidaten auf neun Staaten konzentrieren müssen. In vielen der wahlentscheidenden Staaten besteht bereits die Möglichkeit zur vorzeitigen Stimmabgabe. Laut einer am Sonntag von NBC News und dem «Wall Street Journal» veröffentlichten Umfrage lagen Romney und Obama bei Bürgern, die voraussichtlich ihre Stimme abgeben werden, gleichauf bei 47 Prozent.
Am Wochenende sorgte im politischen Washington ein Bericht der «New York Times» für Aufsehen, wonach sich die US-Regierung mit der iranischen Führung grundsätzlich auf direkte Gespräche nach der Wahl über Teherans Atomprogramm verständigt habe. Das Weisse Haus wies den Bericht zurück. Die Regierung Obamas habe in der Vergangenheit aber wiederholt ihre Bereitschaft zu solchen Gesprächen signalisiert, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Tommy Vietor. Romney wollte sich nicht dazu äussern, ob er im Falle eines Wahlsieges für bilaterale Gespräche mit Teheran offen wäre.
Im Bereich der Wirtschaftspolitik versucht Obama, Vorschläge seines Widersachers als nicht finanzierbar und sozial ungerecht darzustellen. Der Multimillionär Romney hingegen verweist auf die hohe Arbeitslosenquote und das Staatsdefizit, um Obama Erfolglosigkeit vorzuhalten. Umfragen zufolge sehen die meisten Wähler die wirtschaftliche Lage als entscheidendes Thema der Wahl am 6. November.
Erstellt: 21.10.2012, 23:17 Uhr
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71 Kommentare
Gewaehlt ist wer mehr Elektorenstimmen auf sich vereinigen kann und nicht wer mehr Stimmen landesweit erhaelt! Ausschlaggebend werden am 6.November die sog. "swing states" sein und per heute scheint hier der jetzige Amtsinhaber die Oberhand zu haben. Die im Artikel erwaehnten Prozentzahlen sind deshalb irrefuehrend bzw. lassen das Endresultat nicht prognostizieren. Antworten
Und wieder beglücken uns die Schehles und Schiblis dieser Welt mit durchdachten und fundierten Aussagen über etwas, von dem sie offensichtlich keine Ahnung haben. Herzlichen Dank den unermüdlichen Kämpfern und schützen sie sich vor dem Schreibkrampf... Klar wird Obama gewählt, es gibt noch immer eine vernunftbegabte Mehrheit auch in den Staaten, bei uns wählt ja auch nicht die Mehrheit SVP... Antworten
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