Israel will Haus des LKW-Attentäters zerstören

Das Sicherheitskabinett will nach dem Anschlag in Jerusalem entschlossener gegen die Terrormiliz IS vorgehen. Bei der Attacke in Ostjerusalem wurden vier Soldaten getötet.

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Nach einem Anschlag mit einem Lastwagen in Jerusalem will Israel entschlossener gegen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat vorgehen. IS-Anhänger sollen in sogenannte Administrativhaft ohne Anklage genommen werden.

Bei einer Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts wurde unter anderem auch beschlossen, das Haus des Attentäters zu zerstören, berichteten israelische Medien. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte mitgeteilt, es handle sich bei dem Attentäter «nach allen Anzeichen» um einen IS-Anhänger.

Netanyahu sieht mögliche Parallelen zwischen dem Lastwagen-Anschlag und ähnlichen Attacken in Europa. «Wir wissen, dass es hier eine Serie von Anschlägen gibt, und es kann durchaus sein, dass eine Verbindung zwischen ihnen besteht, erst Frankreich und Berlin, und jetzt Jerusalem», sagte er.

Bei der Attacke im Stadtteil Armon Hanaziv waren am Sonntag vier israelische Soldaten ums Leben gekommen. 17 weitere Offiziere und Kadetten seien verletzt worden, als der palästinensische Fahrer mit einem Lastwagen gezielt in eine Gruppe von Soldaten raste. Der 28 Jahre alte Attentäter wurde erschossen.

USA bieten Hilfe an

Die US-Regierung hat den Anschlag «auf das Schärfste» verurteilt. «Solche feigen Aktionen können niemals gerechtfertigt sein», erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Ned Price, am Sonntag. Zugleich bot er Israel die «volle Unterstützung» der USA bei den Ermittlungen an. Bei dem Anschlag waren vier israelische Soldaten getötet und 13 weitere Menschen verletzt worden.

Das Verhältnis zwischen der scheidenden US-Regierung und der israelischen Führung ist stark angespannt. Ministerpräsident Netanyahu ist erzürnt darüber, dass die USA eine UNO-Resolution gegen den israelischen Siedlungsbau in Palästinensergebieten nicht mit einem Veto blockiert haben.

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach Netanyahu sein Beileid aus, wie die Agentur Tass meldete. Frankreichs Präsident versicherte den Opfern und ihren Angehörigen seinen Beistand. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag aufs Schärfste.

Palästinenser im Gazastreifen feierten den Anschlag dagegen und verteilten auf der Strasse Süssigkeiten. Auch die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas begrüsste die Attacke. (chk/sda)

Erstellt: 09.01.2017, 06:54 Uhr

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