Ausland

«Wir werden uns immer widersetzen»

Aktualisiert am 08.01.2011 2 Kommentare

Erst vor wenigen Tagen ist der radikale Prediger Moktada al-Sadr in den Irak heimgekehrt. Jetzt ruft er zum Widerstand gegen die US-Armee auf.

Die Besatzer als «Mörder»: Moktada al-Sadr während seiner Rede.

Die Besatzer als «Mörder»: Moktada al-Sadr während seiner Rede.

In der ersten öffentlichen Rede nach seiner Rückkehr aus dem Exil hat der radikale irakische Schiitenprediger Moktada al-Sadr zum Widerstand gegen die US-Truppen aufgerufen. «Wir werde uns immer dem Besatzer widersetzen, mit militärischem Widerstand und allen Mitteln», sagte er am Samstag.

Vor tausenden Anhängern in der Stadt Nadschaf erteilte er zugleich der Gewalt gegen Iraker eine Absage. «Wir sind ein Volk, und wir sind nicht einverstanden mit den Gruppen, die für Mörder verantwortlich sind.»

Al-Sadr war am Mittwoch nach vier Jahren Exil im Iran in sein Heimatland zurückgekehrt. Er gilt als entschiedener Gegner der US- Präsenz im Irak und ist bei vielen Schiiten des Landes sehr beliebt.

Bald Übergabe an irakische Sicherheitskräfte

Bei den Sunniten dagegen ist Al-Sadr verhasst. Er war lange Zeit Chef der 60'000 Mann starken Mahdi-Miliz, die während den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen 2006 und 2007 die sunnitische Bevölkerung terrorisierten. Die schiitische Bevölkerung wiederum wurde von sunnitischen Extremisten angegriffen.

Al-Sadr erklärte im August 2008 sein militärisches Engagement für beendet. Nach den irakischen Parlamentswahlen im vergangenen März unterstützte Al-Sadr nach langem Zögern den schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki, obwohl er diesen für dessen Zusammenarbeit mit den Amerikanern immer wieder scharf kritisiert hatte.

Die US-Armee hatte im August 2010 - mehr als sieben Jahre nach dem Einmarsch in den Irak - ihre letzten Kampftruppen aus dem Land abgezogen. Die verbleibenden rund 50'000 US-Soldaten sollen beim Aufbau der irakischen Sicherheitskräfte helfen und US-Einrichtungen schützen. Bis Ende 2011 sollen dann alle US-Soldaten das Land verlassen haben. (oku/sda)

Erstellt: 08.01.2011, 20:07 Uhr

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2 Kommentare

Mari Wunderli

09.01.2011, 14:06 Uhr
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religiöse Fanatiker- jetzt sind sie auch Politiker- und wenn sie auf Masche Patriotismus reden kann man nur das arme Volk bedauern das solchen Rednern zujubelt. Wenn die Besatzungstruppen weg sind wird er Bürgerkrieg erst recht losgehen- die armen Frauen und Kinder - da dürfen wir dann wieder Geld spenden und Hilfe schicken- und werden erst noch als Bösewichte angeprangert- Antworten


Bruno Hochuli

09.01.2011, 12:10 Uhr
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Hassprediger sollten in der Versenkung verschwinden, denn sie sähen nur Unfrieden und Hass. Diese Reden kommen bei labilen Menschen gut an, weil sie die Gefahren nicht abschätzen können. Man sollte solche Typen im Fernsehen und Radio und in den Zeitungen ignorieren. Antworten



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