Wie Saif den libyschen Kämpfern ins Netz ging
Aktualisiert am 21.11.2011 31 Kommentare
«Mir geht es gut»: Saif al-Islam auf dem Weg ins libysche Sintan. (Video: Reuters)
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Aus dem schicken Dreitagebart ist längst ein dichter Haarwuchs geworden. Verschwunden sind die eleganten Anzüge und feschen Freizeitkleider aus den Zeiten Saif al-Islams im Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit.
Auch das khaki-grüne Militär-T-Shirt seines letzten Fernsehauftritts in den libyschen Kriegswirren hat Muammar Ghadhafis Sohn nach Monaten der Flucht abgelegt: In traditioneller Tuareg-Kleidung getarnt, das Gesicht durch ein Tuch weitgehend verhüllt, ging der in London promovierte Ghadhafi-Spross seinen Verfolgern in die Fänge. Nur die randlose Brille erinnerte an den Saif al-Islam, der einst das moderne, freundliche Libyen im Ausland verkörpern sollte.
«Er dachte, wir töten ihn»
«Am Anfang war er völlig verängstigt», erzählt Ahmed Ammar, einer der Männer, die ihn im Dunkel der Sahara-Nacht aufgespürt haben. «Er dachte wir würden ihn töten.» So wie es mit Ghadhafi senior nach dessen Ergreifung ziemlich genau einen Monat zuvor passiert war. «Aber wir haben freundlich mit ihm gesprochen, so dass er lockerer wurde», fährt Ammar fort.
Seit Wochen schon waren sie in der Wüste auf der Pirsch, dann kam am morgen der entscheidende Hinweis: Eine kleine Gruppe Ghadhafi-Getreuer sei auf dem Weg nach Obari. Wer genau in den zwei Geländewagen unterwegs war, die sie schliesslich erspähten, wussten sie aber nicht. Mit Warnschüssen hielten sie den Konvoi an.
«Wer sind Sie», fragte der Kommandant der Kämpfer den offensichtlich wichtigsten Mann im Auto. «Abdelsalam», antwortete dieser. Ein häufiger Name, der auf Arabisch «Bote des Friedens» heisst. Saif al-Islam bedeutet «Schwert des Islam». Ammar sagte: «Ich weiss, wer du bist, ich kenne dich.» Das Spiel war aus.
4000 Dollar in bar
Ein paar Kalaschnikows fanden die Kämpfer in den Geländewagen des Ghadhafi-Konvois sowie 4000 Dollar in bar - «Peanuts» für einen Mann, von dem viele glauben, dass er die Codes für ausländische Bankkonten mit den Milliarden kennt, die sein Vater dem libyschen Staat gestohlen hat. Wahrscheinlich war Saif al-Islam auf dem Weg über die Grenze nach Niger.
Doch der 39-Jährige, der einst das Erbe seines autokratischen Vaters antreten und schliesslich ganz Afrika beherrschen sollte, landete stattdessen in einer Antonow-Transportmaschine. Die Kämpfer brachten ihn in ihre Hochburg Sintan.
Im Laderaum des Flugzeugs sass er die meiste Zeit schweigsam, ruhig, offensichtlich in Gedanken versunken. Ab und zu redete er auch ruhig mit seinen Bewachern, liess sich sogar fotografieren. Auf die Frage einer Reuters-Journalistin an Bord, ob es ihm gutgehe, antwortet er knapp: «Ja». Saif al-Islam droht in Tripolis die Todesstrafe. (wid/sda)
Erstellt: 20.11.2011, 23:20 Uhr
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31 Kommentare
Bush war nicht besser, nur lebt Er gut bewacht aus Angst vor einem Attentat auf sein Leben. Aber da schweigt die Presse. Den die Lobbys in Amerika beurteilen weltweit wer ein Kriegsverbrechen begangen hat. Sicher ist dass kein Amerikaner dabei sein kann. Den auch bei Menschenrechts Vergehen können keine Amerikaner dabei sein. Weil sie Alle Immun dagegen sind. Oder bin ich falsch? Antworten
Dieser dumme Männlichkeitswahn verhinderte einen sauberen Abgang von Ghadhafi +Co und zerstörte den vielleicht einzigen Hoffnungsträger in Lybien.Auch das alttestamentarische Verhalten Auge um Auge Zahn um Zahn verhindert seriösen Abgang,da alle Politiker bei Verlust der Macht Rache befürchten müssen.Hoffentlich schaffen sie den Sprung vom 7Jahrhundert in die Moderne und lernen von unseren Fehlern Antworten
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