Ausland

Von der Aussenwelt abgeschnitten

Aktualisiert am 10.02.2012 8 Kommentare

Die Meldungen über angebliche Massaker in der syrischen Stadt Homs reissen nicht ab. Nun droht der Bevölkerung auch noch die Nahrung auszugehen. Hilfswerke schlagen Alarm und planen Hilfskonvois.

1/29 Nun wird auch die Hauptstadt gestürmt: Panzer der syrischen Armee in Damaskus. (14. Februar 2012)
Bild: Keystone

   

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Nach fast elf Monaten der Gewalt in Syrien erwägt die Arabische Liga eine gemeinsame Beobachtermission mit der UNO. Unterdessen nimmt der Beschuss der syrischen Stadt Homs kein Ende. Mindestens 57 Zivilisten sollen am Donnerstag getötet worden sein.

Dies meldete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Wegen der chaotischen Lage in der Stadt ist es allerdings kaum möglich, eine genaue Opferzahl zu nennen.

Der Nachrichtensender al-Arabiya meldete unter Berufung auf Regimegegner, landesweit seien am Donnerstag mindestens 126 Menschen von den Regierungstruppen getötet worden, davon allein 107 in Homs.

Das syrische Regime räumte eine Militäraktion in Homs ein, um anzufügen, diese richte sich gegen «terroristische Banden». Diese seien für die Gewalt gegen Zivilisten verantwortlich.

Halbmond plant Hilfskonvoi

Homs, die drittgrösste Stadt Syriens, gilt als ein Zentrum des Widerstands gegen das Regime des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad.

Die jüngste Offensive in Homs begann in der Nacht auf Samstag. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden allein in jener Nacht mindestens 230 Menschen getötet – bis Mittwochabend starben demnach mehr als 400 Zivilisten.

Der Syrische Rote Halbmond hofft, in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in den nächsten Tagen einen Hilfskonvoi mit Lebensmitteln und medizinischem Material nach Homs schicken zu können. Seit Tagen konnten keine Lebensmittel mehr in die Stadt geliefert werden, Essen und Medikamente werden knapp.

Idee einer gemeinsamen Mission

Nachdem die Arabische Liga ihre Beobachter am Mittwoch aufgefordert hatte, Syrien zu verlassen, erwägt der Staatenbund nun einen gemeinsamen Einsatz mit der UNO. Liga-Generalsekretär Nabil al-Arabi habe die UNO «um Hilfe» gebeten und eine gemeinsame Mission vorgeschlagen, sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon am Mittwoch in New York.

Ban drückte ausserdem sein Bedauern darüber aus, dass der UNO-Sicherheitsrat nicht in der Lage sei, sich mit einer gemeinsamen Stimme für ein Ende des Blutvergiessens in Syrien auszusprechen. Russland und China hatten am Samstag mit ihrem Veto im Sicherheitsrat eine Syrien-Resolution verhindert.

Das Fehlen eines einheitlichen Vorgehens des UNO-Sicherheitsrats habe die syrische Regierung dazu ermutigt, ihre Angriffe auf Zivilpersonen zu verstärken, sagte Ban. «Tausende sind kaltblütig getötet worden.» Dadurch würden die Behauptungen Assads zunichtegemacht, er spreche für das syrische Volk.

Unterdessen verlautete aus ranghohen Kreisen der Arabischen Liga, die Organisation wolle bei einem Treffen in der kommenden Woche darüber beraten, ob der oppositionelle Syrische Nationalrat als legitime Vertretung Syriens anerkannt werden soll.

Der Führungsstab des Rates beriet unterdessen im Golfemirat Katar, wie das Blutvergiessen gestoppt werden könnte. Offenbar wird stärker als bisher auf militärische Optionen gesetzt. Unter anderem wird über Waffenlieferungen an Deserteure diskutiert.

Deutschland weist Diplomaten aus

Aus Protest gegen die Einschüchterung von syrischen Regimegegnern in Deutschland hat die deutsche Regierung am Donnerstag vier syrische Diplomaten ausgewiesen. Aussenminister Guido Westerwelle drohte zugleich mit weiteren Strafmassnahmen. Westerwelle forderte überdies einen Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen für den Syrien-Konflikt.

Die Türkei wiederum setzt auf einen neuen Fahrplan zur Beilegung des blutigen Konflikts. Nötig sei ein internationales Forum in der Region, bei dem alle wichtigen Staaten vertreten sein müssten, sagte Aussenminister Ahmet Davutoglu dem türkischen Fernsehsender NTV.

(mrs/sda, dapd)

Erstellt: 09.02.2012, 23:55 Uhr

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8 Kommentare

Thomas Kaltenrieder

10.02.2012, 09:38 Uhr
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Assad dieser erzkriminelle Diktator ist nur ein Teil dieses Spiel. Alle anderen arabischen Staaten inkl. der Türken mit sunnitischer Bevölkerungsmehrheit haben längst "Terroristen" nach Syrien geschleust um die strategische schiitische Achse Therean-Bagdad-Damaskus-Beirut-Gaza zu sprengen. Der eigentliche Krieg der hier stattfindet ist ein muslimischer Bruderkrieg SHIAS gegen SUNNIS. Antworten


Frederick Wenck

10.02.2012, 14:12 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

Was die Rebellen den Bewohnern vor Ort antun ist schrecklich.
Es ist abscheulich, wieviel Zynismus einige westliche Staaten Syrien entgegenbringen und ihre Schadenfreude, dass es der syrischen Regierung immer noch nicht gelungen ist die Ordnung in Homs wiederherzustellen, nicht zurückhalten können.
Hoffentlich wird das Terroristennest Homs bald ausgehoben und die Kämpfer entwaffnet.
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