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Verheerende Wirkung einer Militäraktion

Aktualisiert am 15.07.2010 1 Kommentar

Eine von der UNO unterstützte Offensive gegen Rebellen sollte den Menschen im Ostkongo mehr Sicherheit bringen. Brachte aber vor allem Vergewaltigungen und Zwangsarbeit.

Oft ohne Sold und Verpflegung: Truppen im Kongo.

Oft ohne Sold und Verpflegung: Truppen im Kongo.
Bild: AFP

Eine Umfrage in der Konfliktregion, die am Donnerstag von der Hilfsorganisation Oxfam veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass die Angst in der Bevölkerung gestiegen ist. Mehr als 60 Prozent der in Nord und Süd-Kivu befragten Menschen fühlen sich heute weniger sicher als vor Beginn der Militäraktion «Amani Leo» (Frieden heute) im Januar.

In 20 der 24 untersuchten Dörfer stieg die Zahl der Vergewaltigungen nach Angaben der Einwohner. Viele Dorfgemeinschaften sahen in den Regierungssoldaten eine zusätzliche Bedrohung und keinen Schutz vor Rebellenangriffen.

Soldaten ohne Sold

Marcel Stoessel, Leiter von Oxfam im Kongo, sprach von einer verheerenden Wirkung der Militäroperationen im Ostkongo. «Das Militär soll die Bevölkerung beschützen, aber solange keine tiefgreifende Reform stattfindet, ist das Risiko für die Bevölkerung zu gross.

Wer Truppen ohne Verpflegung oder Sold stationiert, garantiert praktisch Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung», klagte er über die Militärführung, die die Soldaten oft monatelang nicht bezahlt.

UNO vor dem Abzug

Angesichts des geplanten Abzugs der UNO-Friedenshüter (MONUC) aus dem Kongo drohe sich die Situation noch zu verschlechtern, warnte Stoessel. Das UNO-Mandat im Kongo läuft aus. Die rund 8000 Blauhelme werden stufenweise abgezogen.

Zwar sollen die Friedenshüter in den akuten Konfliktregionen am längsten bleiben. Doch schon jetzt können die UNO-Truppen angesichts weiter Entfernungen und schlechter Infrastruktur die Zivilbevölkerung nur begrenzt schützen.

Seit 2007 wird in den rohstoffreichen Regionen des Ostkongo gekämpft - viele Rebellengruppen finanzieren ihre Waffenkäufe mit illegal geschürften Mineralien und Edelmetallen. Nach UNO-Angaben sind im Kongo knapp zwei Millionen Menschen vor den Kämpfen geflohen. (sam/sda)

Erstellt: 15.07.2010, 14:41 Uhr

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1 Kommentar

Alexander Avidan

15.07.2010, 15:48 Uhr
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Na bitte, eine weitere Katastrophe, in der die UNO verwickelt ist. Und wo ist der Aufschrei der Medien? Wo ist der Weltsicherheitsrat? 2 Millionen Flüchtlinge: Wieso haben die keine eigene UNO-Organisation? Ganz einfach: Weil Israel nicht darin verwickelt ist. Denn sobald Israel irgendetwas macht (sich zum Beispiel gegen Terroristen oder Raketen zu wehren), dann schreit die ganze Welt (UNO) auf. Antworten



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