Über 160 Tote bei Anschlägen in Nigeria
Aktualisiert am 22.01.2012 12 Kommentare
«Panik und Chaos»: Die Attentäter verübten die Anschläge in der Stadt Kano im Norden Nigerias. (Video: Reuters)
Bildstrecke
Artikel zum Thema
- «Weder das Militär noch die Nato könnten Boko Haram besiegen»
- Entsetzen über Gewalt in Nigeria
- Blutige Anschlagsserie in Nigeria
- Nigeria erlebt blutige Weihnachten
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Bei einer koordinierten Anschlagsserie im muslimischen Norden Nigerias sind mehr als 170 Menschen getötet worden. Allein in Kano, der zweitgrössten Stadt des Landes, seien nach Explosionen und Feuergefechten vom Freitagabend mindestens 162 Opfer in eine Leichenhalle gebracht worden, sagte ein Mitarbeiter am Samstag. Zu den Angriffen bekannte sich die Islamistengruppe Boko Haram.
In den Strassen von Kano lagen ganze Stapel von Leichen mit Schusswunden, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Rettungskräfte sammelten die Toten ein. Die Zahl der Opfer könne sich noch erhöhen, da weiterhin Tote gebracht würden, sagte der Krankenhaus-Mitarbeiter.
Vergeltung für verweigerte Freilassung
Ein mutmasslicher Sprecher der Sekte Boko Haram sagte der nigerianischen Zeitung «Daily Trust», die Taten seien eine Vergeltung dafür, dass die Regierung sich geweigert habe, inhaftierte Mitglieder der Gruppe freizulassen. Die islamistische Sekte hatte in den vergangenen Wochen bei mehreren Anschlägen bereits dutzende Menschen getötet. Die meisten Angriffe richteten sich gegen Christen im Norden Nigerias. Dieser Landesteil wird mehrheitlich von Muslimen bewohnt, während im Süden die Christen in der Mehrheit sind. Boko Haram kämpft seit Jahren für einen islamischen Staat im Norden.
Der Polizei zufolge wurden bei der Angriffsserie am Freitagabend insgesamt acht Orte attackiert. Darunter waren mehrere Polizeiwachen, ein Gebäude der Geheimpolizei, die Residenz eines Polizeioffiziers und Büros der Einwanderungsbehörde. Mindestens zwei der Anschläge sollen von Selbstmordattentätern verübt worden sein.
Weiterer Angriff in der Nacht
Bundesaussenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte die Anschläge als «grosse Gefahr für den inneren Frieden» in Nigeria. «Alle Verantwortlichen sind dringend aufgerufen, das Recht auf freie Religionsausübung und religiöse Toleranz entschieden zu verteidigen», erklärte er. Extremistengruppen müsse «so schnell wie möglich das Handwerk gelegt werden».
Bei einem weiteren Angriff im Norden Nigerias in der Nacht zum Sonntag wurden nach Angaben eines Sprechers der christlichen Sayawa-Gemeinschaft mindestens neun Menschen getötet und zwölf verletzt. Der Sprecher machte die muslimische Bevölkerungsgruppe der Hausa-Fulani für die Angriffe in der Stadt Tafawa Balewa im nördlichen Bundesstaat Bauchi verantwortlich.
Die Regierung des Bundesstaates Kano hob am Sonntag eine nach der Anschlagsserie verhängte 24-stündige Ausgangssperre teilweise wieder auf. Da sich die Situation wieder beruhigt habe, gelte die Ausgangssperre fortan nur noch von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, teilte ein Sprecher mit. Polizei und Militär errichteten zahlreiche Kontrollpunkte in Kano. (ami/kpn/kle/sda)
Erstellt: 22.01.2012, 14:31 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
12 Kommentare
Wann werden wir endlich etwas gegen diesen religiösen Wahnsinn unternehmen? Ein Verbot der Religionen, vorallem aber des Islams, kann nicht mehr länger aufgeschoben werden. Gottesgläubigkeit stimmt ganz offensichtlich mit einer stark eingeschränkten Gesellschaftstauglichkeit, fehlender Moral und ausgeprägtem Schwachsinn überein. Antworten
Ausland
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


Bitte warten



