Ausland

Türkei bricht diplomatische Zelte in Syrien ab

Aktualisiert am 26.03.2012 1 Kommentar

Die Türkei richtet eine deutliche politische Botschaft an das Assad-Regime: Sie hat die Botschaft in Syrien geschlossen. Präsident Erdogan beriet derweil mit den USA über eine Unterstützung der Rebellen.

Die Türkei spürt die Folgen der Repression in Syrien auf dem eigenen Boden: Ein Mädchen im Reyhanli-Flüchtlingslager im türkischen Hatay.

Die Türkei spürt die Folgen der Repression in Syrien auf dem eigenen Boden: Ein Mädchen im Reyhanli-Flüchtlingslager im türkischen Hatay.
Bild: Reuters

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Die Türkei hat heute ihre Botschaft in Syrien geschlossen. Wegen der Verschlechterung der Sicherheitsbedingungen seien die Aktivitäten der Botschaft bis auf weiteres ausgesetzt, sagte ein türkischer Diplomat.

Das gesamte türkische Botschaftspersonal hat demnach die syrische Hauptstadt Damaskus verlassen. Aus dem Umfeld der türkischen Regierung war von einer «starken politischen Botschaft» an die Regierung von Präsident Bashar al-Assad die Rede. Das türkische Generalkonsulat im nordsyrischen Aleppo nahe der Grenze zur Türkei soll dagegen geöffnet bleiben.

Bruch mit dem Regime

Mit der Schliessung der Botschaft folgt Ankara dem Beispiel mehrerer EU-Staaten, der USA und der sechs Golfmonarchien. Auch die Schweizer Botschaft ist seit dem 29. Februar vorübergehend geschlossen.

Die Türkei, die einst enge Beziehungen zum Nachbarn Syrien pflegte, hat wegen des seit einem Jahr anhaltenden gewaltsamen Vorgehens gegen die Oppositionsbewegung mit Tausenden Toten mit Assads Regierung gebrochen.

Beratungen über Hilfe für Regimegegner

In Istanbul ist für heute ein Treffen verschiedener syrischer Oppositionsgruppen vorgesehen. Die Regierungsgegner, darunter der Syrische Nationalrat, wollen sich vor dem für Sonntag geplanten zweiten Treffen der Freunde Syriens beraten.

Bei der Zusammenkunft arabischer und westlicher Staaten geht es um Hilfeleistungen für die syrischen Regierungsgegner. Auch US-Aussenministerin Hillary Clinton will an dem Treffen teilnehmen. Das erste Treffen hatte Ende Februar in Tunis stattgefunden.

Obama im Gespräch mit Erdogan

Die USA erwägen gemeinsam mit wichtigen Verbündeten, die Rebellen in Syrien zur Eindämmung der Gewalt im Land mit Kommunikationsmitteln, medizinischer Hilfe und weiterer «nicht tödlicher» Unterstützung zu versorgen. Über die Hilfsmöglichkeiten sprach US-Präsident Barack Obama gestern bei einem privaten Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Seoul.

Dort wollten die beiden Staatsmänner an einem internationalen Atomsicherheitsgipfel teilnehmen. Gerade eine Unterstützung bei der Kommunikation könne für die Bemühungen der syrischen Opposition entscheidend sein, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater für strategische Kommunikation im Weissen Haus, Ben Rhodes, gestern. (rbi/sda)

Erstellt: 26.03.2012, 11:15 Uhr

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1 Kommentar

Lukas Wirz

26.03.2012, 14:16 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

na ja- hat nur ein Jahr gedauert bis es auch die Türkei aufgibt- die Morderei geht aber weiter. Die Türkei hat den westl. Medien auch nicht geglaubt? Wie lange noch bis auch der letzte findet dass Assad verschwinden muss? Antworten



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