Ausland
Teheran lobt Befreiungsaktion der US-Marine
Aktualisiert am 07.01.2012 54 Kommentare
Die Rettungsaktion wurde von der iranischen Regierung bisher nur sehr verhalten kommentiert. (Video: Reuters)
USA kritisieren Ahmadinedschad-Besuch
Die USA haben einen bevorstehenden Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in vier lateinamerikanischen Ländern als Zeichen der Verzweiflung angesichts einer immer stärkeren Isolation Teherans durch internationale Sanktionen bezeichnet.
Das Regime spüre verstärkten Druck und versuche deshalb, neue Freunde zu finden, sagte Aussenamtssprecherin Victoria Nuland.
«Wir machen es gegenüber Ländern in der ganzen Welt absolut deutlich, dass jetzt nicht die Zeit ist, Beziehungen - weder Sicherheits- noch Wirtschaftsbeziehungen - mit dem Iran zu vertiefen» sagte sie. Ahmadindedschad besucht in der kommenden Woche Venezuela, Nicaragua, Kuba und Ecuador. (dapd)
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Nach der Befreiung von 13 iranischen Seeleuten durch die US-Marine hat die Führung des Iran den USA eine «positive humanitäre Geste» bescheinigt. «Wir begrüssen dies», sagte der iranische Aussenamtssprecher Ramin Mehmanparast dem Fernsehsender Al-Alam. Derweil entsandte die britische Armee ein Kriegsschiff neuester Bauart zu seiner ersten Mission in die Golfregion.
Die US-Streitkräfte hätten das Leben der iranischen Seeleute, die sich in der Gewalt somalischer Piraten befanden, gerettet, sagte Mehmanparast dem Sender Al-Alam. Dies sei eine «positive humanitäre Geste», die sein Land begrüsse. «Wir erwarten, dass alle Staaten so handeln», fügte er allerdings hinzu. Irans Staatsmedien hatten zunächst zurückhaltend reagiert.
15 Piraten festgenommen
Die US-Regierung hatte am Freitag erklärt, Soldaten des Zerstörers «USS Kidd» hätten die 13 Iraner am Vortag im Arabischen Meer auf ihrem gekaperten Schiff befreit und 15 Piraten festgenommen. «Es ist, als ob Gott euch geschickt hätte», zitierte die US-Tageszeitung «New York Times» einen der geretteten Iraner. Zwei Journalisten der Zeitung waren nach der Rettungsaktion an Bord des Schiffs gegangen. Nach US-Regierungsangaben versorgten die US-Soldaten das iranische Schiff später mit Treibstoff sowie Lebensmitteln.
Die «USS Kidd» begleitet den Flugzeugträger «USS John C. Stennis», der sich derzeit in der Region aufhält und vor dessen Durchfahrt durch die für Öltransporte wichtige Strasse von Hormus der Iran die USA in den vergangenen Tagen gewarnt hatte. Das Schiff solle nach seiner Ausfahrt aus dem Persischen Golf besser nicht dorthin zurückkommen, hiess es von Seiten der iranischen Armee.
Der Anti-Piraten-Einsatz ist wegen der aktuellen Spannungen brisant. Teheran hatte kürzlich gedroht, die Strasse von Hormus zu sperren, sollten wegen des umstrittenen iranischen Atomsprogramms verhängte westliche Sanktionen nicht gelockert werden. Nach einem zehntägigen Manöver der iranischen Marine in der Meerenge sollen dort nun auch Übungen der Revolutionsgarden stattfinden.
Am Samstag kündigte das britische Verteidigungsministerium an, sein neuestes Kriegsschiff «HMS Daring» in die Golfregion zu schicken. Der Zerstörer ist mit einem Schutzschirm ausgestattet, der Radarsystemen seine Ortung erschwert. Die Entsendung war zwar seit mehr als einem Jahr geplant, könnte vom Iran in der aktuellen Situation aber als neue Provokation angesehen werden.
Ban ruft zum Dialog auf
Angesichts der Spannungen zwischen dem Westen und dem Iran hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beide Seiten zum Dialog aufgefordert. Beide Seiten müssten die Spannungen in der Region abbauen und eine Lösung «für alle Probleme suchen», sagte Ban in New York. Teheran forderte Ban auf, die friedliche Ausrichtung seines Atomprogramms zu beweisen und die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates vollständig anzuerkennen.
Die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen waren zuletzt deutlich gestiegen, weil Teheran damit gedroht hatte, im Fall von Sanktionen gegen seine Ölexporte die strategisch wichtige Meerenge von Hormus zu sperren. Auch testete der Iran bei einem Marinemanöver im Persischen Golf Raketen.
EU-Sanktionen möglich
Die USA hatten am vergangenen Samstag neue Sanktionen gegen die iranische Zentralbank und den Finanzsektor des Landes in Kraft gesetzt, um Teheran wegen seines umstrittenen Atomprogramms weiter unter Druck zu setzen. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die EU sich im Grundsatz auf ein Ölembargo gegen den Iran verständigt hat. Die EU-Aussenminister könnten die Sanktion demnach bei ihrem geplanten Treffen am 30. Januar beschliessen. (kpn/AFP)
Erstellt: 07.01.2012, 13:58 Uhr
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54 Kommentare
Diese Aktion ist Teheran jedenfalls nicht gelegen gekommen. Korrekt wäre es auch darauf hinzuweisen, dass viele Somalier die einst Fischer waren zu Piraten wurden weil ihnen die Flotten der Multikonzerne die angestammte Lebensgrundlage vor der Küste abfischen. Die Piraterie ist vom Westen wesentlich mitverschuldet. Antworten
Und hier dachte ich die Iranische Marine wäre so gut, sind wohl damit beschäftigt ein paar Raketen abzuschiessen und Drohungen auszusprechen als die eigenen Leute zu retten. Was sagt die Anti-Ami Fraktion nun? Gabs Öl auf dem Boot? Oder alles eine Verschwörung? God Bless the United States of Awesome! Antworten
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