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Syriens Kleptokraten

Aktualisiert am 07.02.2012 19 Kommentare

Der Clan von Präsident Bashar al-Assad hat sich lange Zeit schamlos bereichert. Eine wichtige Rolle im Geldvermehrungssystem des Assad-Regimes spielte ein Cousin des Präsidenten, «Mister Fünf Prozent».

1/8 Syriens Präsident Bashar al-Assad und seine Frau Asma beim Empfang am Gipfel der EU- und Mittelmeerstaaten im Juli 2008 in Paris. Sie haben drei Söhne: Hafez, Zein und Karim.
Bild: Reuters

   

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Die Herrschaft des Assad-Clans in Syrien begann mit dem Putsch, mit dem sich Vater Hafez 1971 an die Spitze des Staates gesetzt hatte. Hafez al-Assad, der aus einer armen Familie stammte, regierte Syrien bis zu seinem Tod im Jahr 2000. Auf Hafez folgte sein Sohn Bashar, ein Augenarzt. Der 46-jährige Präsident, der einst als vermeintlicher Reformer das Amt des Vaters geerbt hatte, hat sich längst als skrupelloser Despot entlarvt.

In vier Jahrzehnten hat der Assad-Clan nicht nur ein diktatorisches System aufgebaut, sondern dank seiner weitreichenden Macht auch viel Reichtum angehäuft. In welchem Ausmass sich die Assads bereichert haben, kann nur geschätzt werden. Die Schätzungen von Experten reichen von drei Milliarden über 40 Milliarden bis zu 120 Milliarden Dollar, wie «Spiegel online» berichtete. Das jordanische Nachrichtenportal albawaba.com geht davon aus, dass allein der syrische Präsident ein Vermögen von rund zwei Milliarden Dollar hat.

60 Prozent der Wirtschaft unter Kontrolle

Der Reichtum des Assad-Clans basiert grossteils auf Vetternwirtschaft, Firmenbeteiligungen und Lizenzverträgen. Auch vor illegalen Machenschaften schreckten die Assads nicht zurück. So soll Bashar al-Assad, der in den Neunziger Jahren die Geschäftsbeziehungen zum damals syrisch besetzten Libanon verwaltet hatte, gemäss dem «Spiegel»-Bericht in grossangelegte Geldwäsche verwickelt gewesen sein.

Eine wichtige Rolle im Geldvermehrungssystem der Assads spielt Rami Makhluf. Der 42-jährige Geschäftsmann ist ein Cousin von Bashar al-Assad. Makhluf trägt den Spitznamen «Mister Fünf Prozent», weil er bei vielen Geschäften in Syrien in irgendeiner Weise immer ein paar Prozente abkassiert. Laut Schätzung der «Financial Times» kontrolliert er für den Assad-Clan bis zu 60 Prozent der Wirtschaft des Landes (Artikel online nicht verfügbar). Makhluf ist Mehrheitsaktionär des Mobilfunk-Anbieters Syratel sowie der Cham Holding, die Hotels, Restaurants, Immobilien und eine Fluggesellschaft besitzt. Im Weiteren ist der Präsidenten-Cousin an Kaufhausketten, Freihandelszonen, in- und ausländischen Banken, Versicherungen, Medien und Privatschulen beteiligt. Mit einem persönlichen Vermögen von angeblich sechs Milliarden Dollar ist er der reichste Syrer – aber auch einer der meistgehassten Menschen in der Bevölkerung. Es gibt Medienberichte, wonach sich Makhluf nach Dubai abgesetzt hat, seit in Syrien blutige Unruhen herrschen.

50 Millionen Franken aus Syrien in der Schweiz eingefroren

Makhluf gehört zu den Exponenten des Assad-Regimes, die auf der Sanktionsliste der EU und der Schweiz stehen. Diese Syrer sind mit einem Einreiseverbot belegt, und ihre Konten sind gesperrt. Wie der Internetseite des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zu entnehmen ist, setzte der Bundesrat am Freitag weitere 34 Namen auf die Sanktionsliste (Seco-Massnahmen). Damit sind neu 108 Personen aus Syrien von Sanktionen betroffen. Die Zahl der von Strafmassnahmen betroffenen syrischen Firmen wurde um 19 auf 38 erhöht.

Insgesamt sind in der Schweiz syrische Vermögenswerte im Umfang von rund 50 Millionen Franken eingefroren, wie das Seco auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet mitteilte. Zum Gesamttotal der syrischen Vermögen, die in der Schweiz deponiert sind, kann das Seco keine Angaben machen. Die Finanzinstitute sind nur verpflichtet, Vermögenswerte von syrischen Personen oder Unternehmen/Organisationen zu melden, die in der Verordnung des Seco aufgelistet sind. (vin)

Erstellt: 07.02.2012, 20:13 Uhr

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19 Kommentare

James Lehmann

07.02.2012, 22:07 Uhr
Melden 51 Empfehlung

Solche Zustände sind normal für Syrien. Wunderte mich nur, dass es hier immer noch Leute gibt, die Syrien verteidigen. Im Westen ist man vielleicht ein wenig weiter - aber auch bei uns gibt genug Filz, Schweinereien und Clans + Seilschaften im Hintergrund. Das will man ebenso nicht wahrhaben. Antworten


Roman Fenner

07.02.2012, 21:00 Uhr
Melden 49 Empfehlung

Die Clanstruktur ist das grösste Hindernis für eine freie Gesellschaft im Orient. Ob der arabische Frühling diese Strukturen aufbrechen kann wird sich zeigen. Rückschläge gabe es schon, siehe Ägypten. Antworten



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