Ausland

Sieben UNO-Soldaten in der Elfenbeinküste getötet

Aktualisiert am 09.06.2012

Die aus dem Niger stammenden Soldaten wurden an der Grenze zu Liberia in einen Hinterhalt gelockt. Sie wollten laut Berichten der UNO ein Dorf in der Region vor Anschlägen schützen.

Einsatz unter schwierigen Bedingungen: UNO-Soldaten patrouillieren in den Strassen der ivorischen Hauptstadt Abidjan. (8. Juni 2012)

Einsatz unter schwierigen Bedingungen: UNO-Soldaten patrouillieren in den Strassen der ivorischen Hauptstadt Abidjan. (8. Juni 2012)
Bild: Keystone

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Bewaffnete haben bei einem Angriff auf UNO-Friedenstruppen im Südwesten der Elfenbeinküste sieben Blauhelmsoldaten getötet. Die Soldaten seien bei einem Einsatz zum Schutz von Zivilisten südlich des Ortes Tai angegriffen worden, teilte der UNO-Gesandte in der Elfenbeinküste, Bert Koenders, am Freitag mit.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Tat und warnte, dass die verbliebenen mehr als 40 Blauhelme in Gefahr seien. Verurteilt wurde der Angriff auch vom UNO-Sicherheitsrat.

UNO plant Truppenverstärkung

Die Friedenstruppen hatten nach Angaben von Koenders kürzlich ihre Präsenz in der Gegend nahe der Grenze zu Liberia wegen der drohenden Gefahr von Angriffen auf Zivilisten verstärkt. Die sieben Soldaten stammten aus dem Niger. Ein UNO-Vertreter sagte, die Blauhelmsoldaten seien von einer grossen Gruppe angegriffen worden. Seinen Angaben zufolge waren die Blauhelmsoldaten auf einer Patrouille zu Fuss unterwegs, als sich der Angriff ereignete. Koenders verurteile den Gewaltakt als «eine schwere Verletzung des Völkerrechts». Kieran Dwyer, Sprecher der UNO-Abteilung für friedenserhaltende Massnahmen, kündigte eine Truppenverstärkung bei Tagesanbruch an.

Der stellvertretende ivorische Verteidigungsminister Paul Koffi Koffi kündigte für den 15. Juni eine Operation von Regierungskräften sowie liberianischen und UNO-Truppen an, um die Verantwortlichen zu finden. Bei diesen handele es sich um «Milizionäre oder Söldner», sagte er. Ein früherer Einsatz sei nicht möglich, da es dauere, bis Ausrüstung vor Ort und Truppen bereit seien, sagte Koffi Koffi.

UNO-Soldaten beschützten Dorfbewohner

Ban erklärte, nach dem Angriff seien mehr als 40 UNO-Blauhelme vor Ort geblieben, um die Dorfbewohner vor einer bewaffneten Gruppe zu schützen. Der Bürgermeister Desire Knonkonte sagte der Nachrichtenagentur AP, dass Hunderte Dorfbewohner aus Angst vor weiteren Angriffen bereits geflohen seien. Andere seien möglicherweise getötet oder verletzt worden, teilten UNO-Vertreter mit.

Die UNO sind seit 2004 zu friedenserhaltenden Massnahmen in dem westafrikanischen Land im Einsatz. Angaben von Ende April zufolge sind 9.400 Blauhelmsoldaten, 200 Militärbeobachter und 1.350 internationale Polizeikräfte aus mehr als 40 Ländern unter UNO-Mandat in der Elfenbeinküste stationiert.

Es handele sich um den grössten Angriff auf Blauhelme in den vergangenen Jahren, teilte die Sprecherin der für Friedensmissionen zuständigen UNO-Abteilung, Josephine Guerrero, mit. Die Sprecherin der UNO-Mission in der Elfenbeinküste, Sylvie van den Wildenberg, sprach vom «ersten Angriff dieser Art» auf UN-Truppen im Land. (fko/dapd)

Erstellt: 09.06.2012, 08:44 Uhr

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