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Sieben Tote bei Bombenanschlägen in Nigeria
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In der Hauptstadt Abuja jagte ein Selbstmordattentäter sein mit Sprengstoff beladenes Auto vor den Redaktionsräumen der Zeitung «ThisDay» in die Luft. In der Stadt Kaduna warf ein Mann einen Sprengsatz auf ein Gebäude, in dem die Zeitungen «ThisDay», «The Moment» und «The Daily Sun» Redaktionsräume haben.
Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan verurteilte die Anschläge in einer Mitteilung. Sie seien «schändlich, fehlgeleitet, abscheulich und boshaft». Die Regierung werde weiterhin das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit aufrechterhalten. «Kriminelle Elemente, die darauf abzielen, Nigerianern und Ausländern Angst einzujagen, werden keinen Erfolg haben», sagte Jonathan laut Mitteilung.
Erinnerungen an frühere Anschläge
Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand. Sie ähnelten früheren Anschlägen der radikalen islamischen Sekte Boko Haram, denen in diesem Jahr in Nigeria bereits mehrere hundert Menschen zum Opfer gefallen sind.
In Abuja durchbrach der Selbstmordattentäter mit seinem Wagen das Tor des Redaktionsgebäudes und fuhr vor der Explosion noch in die Rezeption, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes, Nwakpa Nwakpa. Drei Menschen seien getötet und mehrere verletzt worden.
Soldaten und Polizei umstellten das Gebäude, dessen Dach teilweise abgerissen wurde. Alle Fenster wurden herausgesprengt. Die Explosion zerstörte den Teil des Gebäudes, wo die Druckmaschinen standen, die Redaktionsräume befanden sich am anderen Ende des Gebäudes. Polizisten sammelten Trümmer für die Beweisaufnahme, sagte der Polizeichef der Hauptstadt, Adenrele Shinaba.
Angreifer wurde vor dem Angriff umstellt
In Kaduna wurde der Angreifer mit seinem mit Sprengstoff beladenen Auto von einer Menge umstellt, berichteten Augenzeugen. Der Fahrer habe gerufen, er habe eine Bombe im Auto. Nachdem ihm erlaubt worden sei, den Kofferraum zu öffnen, habe er ein Objekt herausgerissen und in die Menge geworfen, sagte der Augenzeuge Jemilu Abdullahi. Drei Menschen seien getötet worden.
Stunden später explodierte in einem Randbezirk Kadunas ein weiterer Sprengsatz, mehrere Personen wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Nähere Informationen lagen zunächst nicht vor.
Warum die Zeitung «ThisDay» als Ziel ausgesucht wurde, blieb unklar. Der Besitzer der Publikation, Nduka Obaigbena, gehört keiner politischen Strömung oder Partei an. Im Jahr 2002 kamen jedoch mehrere Menschen bei Ausschreitungen gegen die Zeitung in Kaduna ums Leben, nachdem das Blatt einen Artikel veröffentlichte, in dem es hiess, der Prophet Mohammed hätte eine Miss-World-Kandidatin geheiratet. (fko/dapd)
Erstellt: 26.04.2012, 21:50 Uhr
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