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Proteste im Libanon nach Entführung
Aktualisiert am 22.05.2012 2 Kommentare
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Im Norden von Syrien sind nach Angaben aus Beirut am Dienstag elf libanesische schiitische Pilger und deren Fahrer von syrischen Aufständischen entführt worden.
Nach Angaben der amtlichen libanesischen Nachrichtenagentur ANI war die Gruppe auf dem Rückweg von einer Pilgerreise in den Iran.
Die Schiiten wurden demnach in der Provinz Aleppo von Mitgliedern der aus Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee entführt. Die mitreisenden Frauen seien freigelassen worden und an einem sicheren Ort, meldete die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA.
Proteste vor Beirut
In einem schiitisch geprägten Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut versammelten sich nach Bekanntwerden der Entführung tausende Menschen zu Protesten, darunter auch Angehörige der Entführten. Sie errichteten Strassensperren und setzten Reifen und Abfälle in Brand.
Der Führer der militanten libanesischen Hisbollah-Miliz, Scheich Hassan Nasrallah, rief in einer Fernsehansprache zur Ruhe auf und warnte seine Anhänger vor Vergeltungsmassnahmen an Syrern. «Das ist streng verboten», sagte Scheich Nasrallah in einer übertragenen Rede.
Gespaltener Libanon
Die Entführung dürfte die Sorge verstärken, dass der seit 15 Monaten andauernde blutige Konflikt in Syrien auf das Nachbarland Libanon übergreifen könnte. Bei Zusammenstössen zwischen Gegnern und Anhängern der syrischen Regierung wurden im Libanon bereits mehrere Menschen getötet.
Zuvor war an einem Kontrollpunkt im Norden des Libanon ein sunnitischer Geistlicher und bekannter Gegner des Assad-Regimes von Soldaten erschossen worden. Auch ein Begleiter des Mannes kam ums Leben.
Anhänger des Geistlichen hatten daraufhin aus Protest in Beirut sowie in nördlichen und östlichen Landesteilen Strassensperren aus brennenden Autoreifen errichtet. Die Militärführung bedauerte den Tod des Geistlichen und sagte eine Untersuchung des Vorfalls zu.
Der Libanon ist in der Syrien-Frage tief gespalten. Es gibt eine Reihe klar pro-syrischer Parteien, und auch Teile der Bevölkerung unterstützen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Die andere Seite ist gegen Assad, unter anderem, weil sie befürchtet, Syrien habe noch immer zu viel Einfluss im Libanon.
(sda)
Erstellt: 22.05.2012, 23:10 Uhr
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2 Kommentare
Ein weiterer Beweis dafür, dass die Araber zu friedlichen Konfliktlösungen nicht imstande sind. Unter Brüdern wird blutig gekämpft, der Stärkere hat recht.
Was leider für interne Auseinandersetzungen Standard ist, gilt natürlich noch verstärkt für die Fehde mit Israel. Allein schon wegen dieser ständigen Bereitschaft zum Kampf ist ein Frieden mit den südlichen Nachbarn in weiterer Ferne.
Antworten
Da wird ein weiteres Land, das Pro Syrien ist, destabilisiert und aufgehetzt. Wenn Syrien eine neue von den U.S.A. installierte Regierung hat, wird der Iran dran sein. Umliegende Länder sind dann alle unter Kontrolle des Westens und können somit nicht mehr gefährlich werden. Antworten
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